27.12.2007 RSS Feed

„Unternehmertum und Optimismus helfen Krisen zu meistern“ - Kommentar des ISN-Vorsitzenden Franz Meyer zu Holte zum Jahreswechsel

Mzh Mgv Liebe ISN-Mitglieder,
liebe Leser des www.schweine.net,

während zu Beginn des Jahres 2007 noch viel Optimismus und Aufbruchstimmung verbreitet wurde, hat uns Schweinehalter dann im Laufe des Jahres die raue Wirklichkeit des Schweinezyklus eingeholt. Während alle Welt mit Staunen die Rückkehr der Landwirtschaft in die Sonne der Wertschöpfung zur Kenntnis nahm, während weltweite Verknappung zuerst den Getreidebauern und dann auch noch den Milchviehhaltern gute Erlöse verschaffte, erlitten wir Schweinebauern und hier vor allem die Ferkelerzeuger durch eben diese Verknappung und Verteuerung bittere Verluste.

Der Schweinemarkt besteht nun einmal aus Angebot und Nachfrage. Während wir alle in Europa unser Fleischangebot mit Euphorie gesteigert hatten, konnten die innereuropäische und vor allem auch die weltweite Nachfrage damit nicht Schritt halten. Teures Futter und billiger Dollar taten das Ihre dazu.

Und dabei ist ein Ende der Misere noch nicht abzusehen. Je größer unsere Produktionseinheiten werden, umso schwieriger und langsamer gestaltet sich die schmerzhafte Marktbereinigung. Jeder hofft in so einer Situation, dass andere aufhören, damit das Angebot zurückgeht und die Preise wieder auskömmlich werden.

Wir kennen das, wir wissen, wie Kapital vernichtend dieses Tal sein wird.

Dennoch, oder gerade weil wir diesen Schweinezyklus schon wiederholt erlebt haben, wissen wir auch, dass nur optimale biologische und betriebswirtschaftliche Ergebnisse ein Überleben ermöglichen. Dann kommt irgendwann die Situation, in der das Konto wieder
aufgefüllt werden kann.

Wir wissen, dass uns nicht Jammern und Wehklagen weiterhilft, sondern zähes Durchhalten, Zurückgreifen auf Reserven und gegebenenfalls ein sinnvolles Gespräch mit der Hausbank. Wer jedoch den Ausstieg aus der Schweinehaltung ohnehin für die nächsten Jahre geplant hatte, - aus welchem Grunde auch immer -, der sollte sich jetzt überlegen, wie lange er sein Kapital noch weiter strapazieren will.

Den Landwirten geht es wieder gut, - wir sind wieder wer! lauteten in den letzten Tagen und Wochen die Schlagzeilen in der Fachpresse. Auch wenn das heute für uns Schweinehalter noch nicht gilt, Unternehmertum und Optimismus gehörten immer schon zusammen und führen zum Erfolg. Mag die Zeit bis dahin noch so schwer erscheinen.

So wünsche ich uns allen einen Lichtblick am Horizont, die entsprechende Zuversicht und das sich daraus ergebene Quäntchen Glück im Jahre 2008.

Ihr
Franz Meyer zu Holte, ISN-Vorsitzender

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