16.12.2011 RSS Feed

Unbefriedigendes Wirtschaftsjahr 2010/11 für die Veredlung

Schweine Hardy

Ein gutes Jahr für Acker- und Milchbauern, ein unbefriedigendes für die Veredlung. Dieses Resümee zieht der Verband der Landwirtschaftskammer (VLK) aus den ersten vorliegenden Buchführungsergebnissen.


Vor allem die Sauenhalter rutschten in eine immer schwierige wirtschaftliche Lage ab. Deutlich zeigen sich die Unterschiede in der Gewinnentwicklung: So fiel der durchschnittliche Gewinn 2010/11 der landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit 55 000 bis 57 000 Euro deutlich niedriger aus als im Saarland und in Schleswig-Holstein mit 64 000 Euro und 67 000 Euro, wo die Schweinehaltung nur eine untergeordnete Rolle spielt, analysierte der Verband.

 

Keine Entwarnung für Schweinesektor

Die Erlöse für Schweinefleisch stiegen um knapp 5 %. Ein Schlachtschwein brachte mit Erlösen zwischen 129 und 134 € noch einen leicht besseren Preis als im Vorjahr. Nach oben sticht nur Rheinland-Pfalz mit 149 €/Stück ab. Demgegenüber brachen die Ferkelpreise nach ohnehin schon schlechten Vorjahren nochmals um 10 % ein und erreichen einen mittlerweile desolaten Tiefststand. Aktuell ist eine Erholung noch nicht zu erkennen.

 

Sauenhalter in Not

Die Unternehmensergebnisse aller Veredlungsbetriebe gaben nochmals um bis zum einem Dritteln nach und erreichten Größenordnungen in Höhe von 26.000 € bis 39.000 €. Die Nettorentabilität pendelte regional um die 50 %-Marke. Keine Arbeitsentlohnung, Zinsverzicht bzw. Renditeausfall für Eigenkapital sind unausweichlich.

 

Die Schweinemäster profitierten von abermals gesunkenen Ferkelpreisen, aber auch von gestiegenen Schlachtpreisen. Allerdings schlugen die hohen Getreidepreise auf die Futterkosten durch, so dass sich für die Mäster nur geringe Aufwärtstrends ergaben. Zumindest im Wirtschaftsjahr 2010/11 lassen sich die negativen Effekte des Schweinezyklus nicht mit den Schweinepreisen begründen, sondern mit den Futterkosten.

 

Spezialisierte Sauenhalter waren wesentlich nachteiliger betroffen als die Schweinemäster. Vor dem Hintergrund der empfindlich hohen Futterkosten wurden die Ferkelerzeuger durch weiter nachgebende Ferkelpreise ins Mark getroffen. Die Sauenhalter liegen demgemäß deutlich unter dem Durchschnitt aller Veredlungsbetriebe. Nach einer Reihe schlechter Jahre macht sich bei ihnen nun Existenzangst breit, mein der VLK.



Hier geht es zur Originalpressemeldung des VLK

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