Top 25 der deutschen Mischfutterhersteller

Marktanteil Top Ten von 55% - Mittelständische „Schweinespezialisten“ entwickeln sich positiv – Nordwestdeutschland wächst, Mitteldeutschland stagniert, Süden mit Verlusten - Top Ten-Unternehmen in Nordwestdeutschland
Mit Abstand wichtigster Absatzmarkt für die deutschen Mischfutterhersteller ist und bleibt die Schweinehaltung. Zu diesem Ergebnis kommt die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V., Damme, in einer aktuellen Auswertung.
Erstmalig untersuchte die ISN die Strukturen der deutschen Schweinefutterproduktion im Jahr 2006. Seitdem nahm die Erzeugung von Schweinemischfutter bundesweit um 9,6% auf 8,92 Millionen Tonnen zu. Die Anzahl der produzierenden Betriebe sank nach Angaben des BMELV zeitgleich um 8,6% auf 330 Unternehmen.
Es liegen zwei Jahre mit hohen Rohwarenpreisen hinter den Veredelungsbetrieben. Viele Landwirte nutzten die Hochpreisphase und verkauften ihr Getreide anstatt es zu selbst zu mischen. Dazu wurden in Nordwestdeutschland die Mastkapazitäten kräftig ausgebaut. Der Strukturwandel bei den Schweinehaltungsbetrieben wirkt zusätzlich in Richtung Mischfuttereinsatz: In größeren Betrieben bindet die eigene Futterherstellung häufig zu viel Kapital und Arbeit, so dass sich ein kompletter Futterzukauf besser in die betriebliche Organisation einfügt.
Wie konnten die Mischfutterunternehmen diese Trends für sich nutzen?
Die Top Ten der Futtermittelbranche steigerte in den letzten drei Jahren ihre Gesamttonnage um 12,5% auf 11,5 Millionen Tonnen Mischfutter. So vereinen die zehn größten Mischfutterhersteller einen Marktanteil von 55% auf sich. Betrachtet man die Top 25 erreichen sie bereits 70% Marktanteil. Verglichen mit anderen Branchen des Agribusiness (Agrochemie, Schlachtbranche) ist der Konzentrationsgrad relativ niedrig, so dass in der Mischfutterbranche noch ein intensiver Wettbewerb stattfindet. Dieser Wettbewerb in der Branche ist einer der Standortfaktoren, die die Schweinehaltung im Nordwesten begünstigen.
Die Analyse der Futtermittelbranche, die auf Unternehmensangaben basiert, zeigt, dass die Top Five im Jahr 2009 mehr als eine Million Tonnen Mischfutter (für alle Tierarten) produzierten. Dazu gehören die Deutsche Tiernahrung Cremer in Düsseldorf (2,3 Mio. t), die Agravis Raiffeisen AG in Münster (2,17 Mio. t), die Bröring Unternehmensgruppe in Dinklage (1,3 Mio. t), die Mega Rechterfeld (1,1 Mio. t) sowie die For Farmers Gruppe aus Lochem/NL (1,04 Mio. t).
Im Folgenden werden die Entwicklungen im Bereich Mischfutter für Schweine ausführlich analysiert.
Die Produktion von Schweinefutter stieg seit 2006 deutschlandweit um 784.000 Tonnen auf 8,9 Millionen Tonnen. Allein die zehn größten Schweinefutterhersteller konnten ihre Produktion um 440.000 Tonnen ausweiten.

Mischfutter Top 25
Mit moderatem Wachstum im Bereich Schweinefutter konnten Agravis und Deutsche Cremer Tiernahrung ihre vorderen Positionen aus dem Jahr 2006 behaupten. Die Unternehmensgruppe Bröring kommt näher an den Erst- und Zweitplatzierten heran. Das Unternehmen aus Dinklage konnte seine Menge an erzeugtem Schweinemischfutter in den letzten drei Jahren um 25% auf 650.000 Tonnen steigern.
Die dänische Dansk Landbrugs Grovvarelskab (DLG) hat beim Viertplatzierten, der Raiffeisen Hauptgenossenschaft Nord AG (HaGe) in Kiel, ihre Anteile von 70% auf 100% erhöht. Mit 15.000 Tonnen mehr abgesetztem Schweinefutter konnte auch die HaGe Kiel leicht wachsen. Die Hauptgenossenschaft ist weiter auf Expansionskurs und macht durch Übernahmen auf sich aufmerksam (Roth Landhandel).
Die von der niederländischen Gruppe For Farmers übernommenen Bela-Mühlen, die auf Platz 5 rangieren, konnten ihre Schweinefutterproduktion um 4% steigern. Bela produziert in Langförden bei Vechta, in Hamburg und Rees am Niederrhein. Das niederländische Unternehmen ist außerdem vom Stammsitz Lochem aus am deutschen Markt aktiv.
Überdurchschnittlich stark gewachsen sind die GS Agri in Schneiderkrug und die Fleming & Wendeln Gruppe in Garrel auf den Plätzen 6 und 7. Die Genossenschaft (inkl. LBG Garrel und Landwehr) aus dem Oldenburger Münsterland konnte den Absatz von Schweinefutter um fast 46% auf 350.000 Tonnen ausweiten. Ähnliches gilt für die Fleming & Wendeln Gruppe (inkl. Leikra), die um 42% auf 315.000 Tonnen Schweinefutter zulegen konnten.
Auf den Plätzen 11-21 lassen sich einige Unternehmen als Schweinefutterspezialisten ausmachen. Zu nennen sind hier die RWG Grafschaft Hoya (68% Anteil Schweinefutter), die Strahmann GmbH & Co. KG (82%), die RWG Ankum (83%), Kohnen (inkl. Eirero) in Sögel (85%) und Diekgerdes Landhandel (90%). Diese fünf Unternehmen konnten in den letzten drei Jahren ihren Schweinefutterabsatz um 152.000 Tonnen steigern.
Es bleibt festzuhalten, dass jene Unternehmen, die in den nordwestdeutschen Veredlungsregionen geschäftsansässig sind, ihren Absatz von Schweinefutter gut ausbauen konnten. Die Investitionsfreudigkeit der nordwestdeutschen Schweinehalter in neue Mastställe förderte die starke Entwicklung der dort niedergelassenen Mischfutterindustrie. Vergleicht man die Zuwachsraten mit denen der nord- und ostdeutschen Mischfutterproduzenten, so ist in diesen Regionen nur ein moderates Wachstum möglich gewesen, bzw. die Entwicklung von Stagnation geprägt. Die süddeutschen Futterhersteller mussten in den vergangenen Jahren sogar tendenziell mengenmäßige Verluste hinnehmen. So verlor die RKW Süd ihren Platz in den Top Ten.
Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) rechnet für 2010 mit einer Konsolidierung auf hohem Niveau bei der Herstellung von Schweinemischfutter. Die weitere Expansion der Mastanlagen und die Exportorientierung der Branche sollen die Entwicklung stützen.
Top Ten der Mischfutterbranche
Kontakt:
Jana Püttker
ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V.
Kirchplatz 2
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Tel. 0 54 91 / 96 65 - 17
Fax 0 54 91 / 96 65 - 19
E-Mail: puettker@schweine.net










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