Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, aber auch der Sozialgesetzgebung schlagen sich im praktischen Tierschutz negativ nieder. Das belege eine vom Deutschen Tierschutzbund in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage, teilt der Tierschutzbund in einer Pressemeldung mit.
Immer mehr
Tiere würden aus finanziellen Gründen in Tierheimen abgegeben; notwendige
Investitionen in den Tierschutzeinrichtungen seien nicht mehr finanzierbar. Der
weitere Einbruch der Spenden hätte zudem dramatische Folgen: Der Tierheimbetrieb
könnte nur noch 16 Monate auf dem jetzigen Niveau weitergeführt werden. Der
Deutsche Tierschutzbund fordere vom Staat den „Gesellschaftspakt Tierschutz".
69 Prozent der Tiere im Tierheim würden mittlerweile mit der
Begründung „finanzielle Not" abgegeben. Zum Großteil seien Hunde die „Opfer der
Finanzkrise" (85% der Neuzugänge in Tierheimen), danach folgten Katzen (56%) und
Kleintiere (15%). Weiter heißt es, bei 75 Prozent der Tierheime seien dringende
Investitionen notwendig, die aber derzeit aus finanziellen Gründen aufgeschoben
werden müssten. Die Spenden in vielen Tierheimen seien stark rückläufig und
erste Tierheime sünden vor der Insolvenz.
„Wir brauchen einen
Gesellschaftspakt. Tierschutz ist neben ideellem Engagement auch eine
Finanzfrage. Um den Tierschutz mittelfristig zu stützen, benötigen wir 15
Millionen Euro. Was wir zudem brauchen, ist eine Berücksichtigung der Tiere bei
der Bemessung von Sozialleistungen", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen
Tierschutzbundes.
„Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche
Pflicht, der sich Bund, Land und Kommunen nicht entziehen dürfen. Und Tierheime
übernehmen hierbei die staatliche Aufgabe, in Not geratene Tiere aufzunehmen.
Der Staat verschiebt immer mehr Aufgaben auf den ehrenamtlich organisierten,
karitativen Tierschutz, ohne sicherzustellen, dass der auch in der Lage ist,
diese zu bewältigen", erläutert Apel.
Aus Sicht der ISN sind die Forderungen des Tierschutzbundes völlig unverständlich. Scheinbar will man bei der Verteilung von Staatshilfen jetzt auch noch schnell auf den Zug aufspringen und Gelder ergattern. Doch wo werden die 15 Mio. € letztlich landen – sofern sie denn tatsächlich gezahlt werden? Es ist zu befürchten, dass ein großer Teil des Geldes für Aktionen der Tierschützer gegen Schweinehalter und andere landwirtschaftliche Bereiche verwendet werden könnte. So darf das Staatsgeld nicht verprasst werden!