+++ SCHWEINEMARKT: Tendenz stabil +++

PARTNER

PIC Deutschland

http://www.tiergesundheitundmehr.de/

Vilomix Scrofertil End

Big Dutchman

Hülsenberger Zuchtschweine

bela-pharm

18.02.2010

Stellungnahme der ISN zum Thema "Stallbauten im Landkreis Vechta"

Isn Logo Mit Verwunderung hat die ISN – Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. die Aussagen vom Vechtaer Landrat Albert Focke im Rahmen der Veranstaltung „Gehen der Landwirtschaft im Kreis Vechta die Standorte aus?“ am 16.02.10 in Hausstette sowie den entsprechenden Bericht in der OV am 17.02.10 zur Kenntnis genommen.


Die Schweinehalter sind sich ihrer Verantwortung zum Ausgleich der Interessen von Wohnen, Gewerbe und Landwirtschaft durchaus bewusst. Gerade deswegen sind sie in den letzten Jahren in erheblichem Umfang in Vorleistung gegangen. Sind es doch gerade die Schweinehalter, die in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Beträge in die Modernisierung ihrer Ställe und die Reinigung der Abluft von Staub, Ammoniak und Geruch investiert haben. Dies betrifft nicht nur die neu gebauten Stallanlagen, sondern in vielen Fällen auch die bestehenden Ställe auf den Betrieben. Zusätzlich zu den hohen Investitionskosten für die Abluftreinigung müssen auch erheblich höhere jährliche Kosten in der Schweinehaltung in Kauf genommen werden.

Die deutliche Ausweitung der Schweinehaltung in den letzten Jahren hat durch die vielfältigen Maßnahmen zur Abluftreinigung sicherlich zu einer kreisweiten Reduzierung der Emissionen geführt, ohne dass es dazu eine gesetzliche Grundlage gibt.

Die Schweinehalter müssen in den aufwendigen Baugenehmigungsverfahren entsprechend den geltenden gesetzlichen Grundlagen zahlreiche Auflagen erfüllen. Um zu belegen, dass keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Nachbarschaft entstehen, müssen außerdem teure Gutachten angefertigt werden, die Grundlage für die Genehmigungsverfahren sind.


Auch die geäußerte Problematik der Gülleverwertung stellt sich aus unserer Sicht völlig anders dar. Bereits bei der Genehmigung eines Stallneubaus muss eine ordnungsgemäße Verwertung der Gülle nachgewiesen werden. In der bundesweit gültigen Düngeverordnung wird eine pflanzengerechte Ausbringung der Gülle geregelt. Über verschiedene Firmen und Organisationen, wie beispielsweise die Naturdünger-Verwertung in Vechta, ist ein ausgeklügeltes Logistiksystem entstanden, mit dem eine sachgerechte Verteilung der Gülle auf die landwirtschaftlichen Flächen sichergestellt wird. Zusätzlich tragen die Landwirte durch eine optimale und bedarfsangepasste Fütterung der Schweine, die in der Regel über moderne Fütterungscomputer berechnet und durchgeführt wird, zu möglichst geringen Nährstoffausscheidungen der Schweine bei.

Der Landrat stellt die Schweinehalter als Sündenböcke für mögliche Konflikte mit der Bevölkerung im Landkreis pauschal an den Pranger. Gemäß dem Veranstaltungsthema sollte über die Tierhaltung gesprochen werden, was jedoch von Herrn Focke einzig auf die Schweinehaltung reduziert wurde.

Warum erwähnt Herr Focke in seiner Kritik nur die Schweinehaltung und nicht die anderen Tierarten? So gibt es in der Mastgeflügelhaltung bisher überhaupt noch keine vergleichbaren Systeme der Abluftreinigung. Und gerade in der Geflügelhaltung gibt es in zahlreichen Gemeinden Norddeutschlands, wie beispielsweise in den Landkreisen Coesfeld, Emsland oder Celle, erhebliche Brennpunkte.

Zusätzlich stellt auch der Bereich Biogas ein zunehmendes Konfliktpotential dar. Neben den zahlreichen Bauanträgen für „normale“ Biogasanlagen soll mit Zustimmung des Landkreises Vechta in Kürze von einem industriellen Betreiber eine Riesen-Biogasanlage in Lohne errichtet werden. Daher stellt sich für uns die Frage: Realisiert der Landkreis Vechta lieber ganz große Projekte mit industriellen Betreibern als mit einer breiten landwirtschaftlichen Basis?

Wie der Landrat richtig erkannt hat, hat vor allem die Tierhaltung den wirtschaftlichen Erfolg im Kreis Vechta mitgetragen. Doch um diesen Erfolg auch weiterhin sicherzustellen, müssen sich die Schweinehalter den aktuellen Erfordernissen des Marktes stellen. Nur so bleiben die hiesigen Erzeuger auf dem europäischen Markt und dem Weltmarkt wettbewerbsfähig.

Für den Landkreis Vechta ist es sicherlich nicht dienlich, wenn unnötigerweise Konflikte zwischen Schweinehaltern, Bevölkerung, Industrie und Kommunen geschürt werden. Stattdessen sollte sich der Landkreis Vechta lieber für eine Fortsetzung des erfolgreichen und kooperativen Miteinanders aller Kreisbewohner einsetzen! Die Schweinehalter und die ISN sind jederzeit gesprächsbereit!

 



Dokumentation...

Kommentare...