Berlin: Traditionelles Spanferkelessen
der ISN: Staatssekretär Müller sichert Unterstützung bei Exportbemühungen zu – Minister Ehlen: Konzentration der Schweinehaltung schreitet voran – Preise unzureichend
– GVO-Diskussion: mehr Sachlichkeit gefordert – Kritik am Tierschutz-TÜV – Dierkes: pro German Meat
(Berlin/Damme) Gut 130 geladene Gäste konnte ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes vorgestern Abend beim siebten Traditionellen Spanferkelessen
der ISN in der Landesvertretung Niedersachsens beim Bund in Berlin begrüßen. Darunter den niedersächsischen Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Hans-Heinrich Ehlen, den Staatsekretär aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium Dr. Gerd Müller, Staatssekretär Wolfgang Gibowski aus der niedersächsischen Staatskanzlei sowie zahlreiche Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Landtages von Niedersachsen. Außerdem gaben sich hochrangige Vertreter der Botschaften der USA, Bulgariens und Ungarns die Ehre.
Heinrich Dierkes bekannte sich in seiner Begrüßung erneut zum freien Markt: Wir freuen uns, dass Sie zu Landwirten und Schweinehaltern kommen, die sich dem Markt stellen und nicht immer gleich die Politik in die Pflicht nehmen.
Mit Blick auf die Grüne Gentechnik mahnte Dierkes zur sachlichen Diskussion: Wir sind nicht die Experten für den Ackerbau und gentechnisch veränderte Sorten. Aber wer als Politiker die Diskussion nur populistisch und mit Blick auf die nächste Umfrage betreibt, wird seiner Verantwortung nicht gerecht. Was wir wollen, ist eine kritische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
Weiter lobte Dierkes das Engagement des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:... darum möchten wir an dieser Stelle Staatssekretär Dr. Gerd Müller danken, der uns den Zugang zu über 60 % der Weltexportmärkte für Schweinefleisch geöffnet hat. Sie Herr Staatssekretär Müller haben mit Ihren Veterinären die Tore geöffnet, die nur die Politik öffnen kann.
Der ISN-Vorsitzende wünschte sich diesbezüglich weiterhin Unterstützung: Wo wir jedoch nach wie vor Ihre Hilfe brauchen, das ist beim Export von Fleisch und Fleischwaren. Wir unterstützen
German Meat, ja wir werden
German Meat gegebenenfalls auch als Gesellschafter tragen.
Er sei der Meinung, dass ein eigenes System der Wirtschaft überaus effizient und erfolgreich arbeiten kann.
Staatssekretär Dr. Müller freute sich in seiner Rede über das Lob der Schweinehalter und versprach auch weiterhin Hilfestellung beim Export: In einer globalisierten Welt brauchen wir sogar mehr als 100 % Selbstversorgungsgrad in Deutschland, um das Welternährungsproblem zu lösen.
Sehr gern werde er sich weiter um den Absatz von Schweinefleisch bemühen. Exportmärkte seien sensible Märkte, die langfristig angelegt werden müssen. Aber auch der Inlandsabsatz muss gefördert werden, so Dr. Müller weiter. Wer glaubt nichts tun zu müssen fällt zurück.
Der Staatssekretär überbrachte den Schweinehaltern außerdem eine Neuigkeit. Als Initiative mittelständischer Unternehmen der Ernährungsindustrie sei am Abend zuvor in Amsterdam die Exportorganisation Food – Made in Germany e.V.
gegründet worden: Sie sind die ersten die das heute erfahren!
Der Verein setzte vor allem auf die Beteiligung an Auslandsmessen mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie gemeinsame Markterschließungsaktivitäten.
Hans-Heinrich Ehlen, in dessen Zuständigkeit als niedersächsischer Minister für Landwirtschaft etwa jeder 6. deutsche Schweinehalter fällt, betonte in seiner Rede, dass eine weitere Konzentration in der Schweinehaltung erfolge: das betriebliche Wachstum schreite trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiter fort. Es ist also mit einer weiteren Konzentration auf noch weniger Tierhalter zu rechnen.
, so der Minister. Angesichts des Selbstversorgungsgrades von über 100% mit Schweinefleisch, sagte Ehlen: Daher gewinnen die Exporte von Schweinefleisch trotz des sehr harten Wettbewerbs zunehmend an Bedeutung.
Diese Wandlung zum Exporteur ist…ein Zeichen für Wettbewerbsfähigkeit und Stärke.
Die strukturelle Veränderung drücke sich auch in der Rekordmarke von Schweineschlachtungen im Jahr 2008 aus: Fast 55 Millionen Tiere wanderten in Deutschland an eine Schlachthaken, wobei etwa 20% aus dem benachbarten Ausland stammten.
Am Schluss seiner Rede machte Ehlen den Schweinehaltern Mut. Obwohl sich die Preise nicht wie gewünscht entwickelten, sei er davon überzeugt, dass die Schweinehaltung in Deutschland Zukunft hat: Denn wenn es auch eine ganze Reihe von Schwierigkeiten und Herausforderungen gibt, so sehe ich für die Schweinehaltung auf mittlere Sicht erhebliche Potenziale.
ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer richtete sich in seiner humorvoll gehaltenen Eröffnung direkt an die Anwesenden: Mal ist man Taube, mal ist man Denkmal
verehrter Herr Bleser. Heute sind wir Taube
und hoffen, dass sie mit unserer Kritik am Tierschutz-TÜV
gut leben können.
Auch auf die veränderten Rahmenbedingungen ging Breuer ein: Denn der zunehmende Konzentrationsprozess in der Schlachtbranche macht uns schon zu schaffen, wie wir es bei der Preisbildung am Schweinemarkt immer wieder schmerzhaft erfahren müssen. Breuer wies erneut auf die Gefährdung durch eine Wildschweinepest ein:
Der Schwarzwildbestand muss massiv reduziert werden, sonst droht der deutschen Schweinehaltung mit den durch die Wildschweinepest verursachten Exportsperren ein wahres Desaster. Die Jägerschaft ist gefordert."
Außerdem richteten die Bundestagabgeordneten und Sprecher des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages ein Grußwort an die Teilnehmer. Allen voran die Ausschussvorsitzende Ulrike Höfken (Grüne), gefolgt von Peter Bleser (CDU/CSU), Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD-Tierschutz-Beauftragter), Hans-Michael Goldmann (FDP) und Alexander Ulrich (die Linke).










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