11.05.2012RSS Feed

Spitzenqualität zum Schnäppchenpreis!? – Massiver Druck Der Schlachtunternehmen und des LEH zur besten Grillsaison

Marktkommentar von ISN-Marktreferent Matthias Quaing

Nach dem überzogenen Preisrutsch vom vergangenen Freitag (04.05.) haben die Schlachtunternehmen auch in dieser Woche über angeblich schlecht laufende Fleischgeschäfte geklagt und einen weiteren Rückgang der Erzeugerpreise gefordert. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften konnte zwar dem Preisdruck standhalten und hat einen unveränderten Preis ermittelt. Dennoch spiegelt aus Sicht der ISN der Vereinigungspreis derzeit die aktuelle Marktsituation am Schlachtschweinemarkt nicht korrekt wieder. Einige Vermarkter müssen sich inzwischen schon wieder intensiv bemühen, die notwendigen Mengen zusammenzubekommen. Heute Morgen (11.05.) wurden auf dem Marktplatz der ISN-Schweinebörse Schlachtschweine bereits wieder zu einem Basispreis von 1,68 €/kg verkauft.

Schweinepreis 2011-2012

Alle Feinschmecker an den Grill - Spitzenqualität zum Schnäppchenpreis

Preisrückgang 1:1 durchgegeben

Hinter vorgehaltener Hand hört man, dass der Preisrückgang in der vergangenen Woche nicht die erhoffte Spannenausweitung gebracht hat. Die geringeren Preise wurden größtenteils 1:1 an den Lebensmitteleinzelhandel bzw. die anderen Handelspartner weitergegeben. Der LEH unterbietet sich zum langen Grillwochenende rund um Christi Himmelfahrt bereits mit Sonderangeboten rund um die glühenden Kohlen. Exakt wie im vergangenen Jahr wird zur besten Grillsaison massiver Druck vom LEH ausgeübt, der sich seiner marktdominierenden Stellung durchaus bewusst ist. Doch nachhaltiges Handeln, das sich alle Lebensmittelkonzerne groß auf ihre Fahnen geschrieben haben, sieht wahrlich anders aus.


Wöchentliche Schlachtungen in Deutschland

Steigende Anforderungen nicht zum Nulltarif!

Gestiegene Kosten sowie höhere Auflagen für die deutsche Schweinehaltung haben bereits zu einer Verknappung des Angebotes geführt. Die Schlachtzahlen bleiben in Deutschland in 2012 weiterhin um ca. 4 % hinter den Zahlen des Vorjahres zurück. Gleichzeitig boomt die internationale Nachfrage nach Schweinefleisch. Schlachtunternehmen sollten jetzt alles daransetzen, die gestiegenen Einstandskosten an den Lebensmitteleinzelhandel und die Verbraucher weiterzugeben, anstatt rückwärtsgerichtet ihre Marktdominanz auf Kosten der Landwirte auszunutzen. Viele Landwirte sind immer wieder über den einmütigen Gleichklang der Preisgestaltung bei den Schlachtunternehmen verwundert, wenn es um Preissenkungen im Einkauf geht. Warum kann es diese vermeintliche Einigkeit nicht auch mal bei Steigerungen der Verkaufspreise gegenüber LEH und Verbraucher geben? Dieses wäre ein wichtiges Signal, dass es höhere Anforderungen an die Erzeugung nicht zum Nulltarif geben kann.


ISN: Preisdruck der Schlachtkonzerne auf die Schlachtschweinepreise nicht gerechtfertigt

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