Spezialisierte Schweinehaltung ist optimaler Verbraucherschutz – Kommentar von Jörg Schepers, Sprecherteam Junge ISN
Erstmals seit Jahren Trichinen bei Hausschweinen
, so war der Titel einer Meldung vor wenigen Tagen (24.11.).
Da stellen sich einem die Fragen, warum sind es meistens Kleinstbetriebe, die als Verursacher von Salmonellosen, Schweinepest oder Trichinen festgestellt werden? Hat es vielleicht damit zu tun, dass für diese Ausnahmen gelten, wenn es um Verordnungen geht?
Fangen wir mit dem Beispiel Salmonellen an, zu den Trichinen kommen wir später zurück. Betriebe mit 50-100 Mastplätzen sind erst ab dem 1. Januar kommenden Jahres durch die Schweine-Salmonellen-Verordnung verpflichtet ein Salmonellenmonitoring durchzusetzen. Kleinere Betriebe sind immer noch nicht in die Überwachung eingeschlossen. Warum wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Geht von kleineren Betrieben nicht ein genauso großes Risiko für den Verbraucher aus wie von spezialisierten Betrieben?
Auch die Annahme, dass alternative Haltungsformen automatisch gesündere Tiere und Lebensmittel erzeugen, entspricht vielleicht der Verbrauchererwartung, hat aber mit der Realität wenig zu tun. Im Gegenteil: dass viele Infektionserreger, auch solche von Zoonosen wie Bandwurmfinnen und Tollwut, aus unseren Tierbeständen praktisch verschwunden sind, haben wir wesentlich der modernen Landwirtschaft zu verdanken. Unsere Lebensmittel sind noch nie so sicher gewesen wie heute.
Die Schweinepest in NRW im Jahr 2006 hat annährend 83 Millionen Euro gekostet. Für die kleinen Betriebe müssen auch dieselben seuchenhygienischen Bestimmungen gelten, wie für alle anderen Betriebe. Sie stellen sonst ein Damokles Schwert für die spezialisierte Schweinehaltung dar.
Bei einem erneuten Ausbruch der Schweinepest werden die gerade abgeschlossenen Veterinärabkommen zu Japan, Südafrika, China und Russland gefährdet. Auf diese Exporte sind die deutschen Schweinehalter aber immer stärker angewiesen, weil der Selbstversorgungsgrad in diesem Jahr schon bei 104 % liegen wird, mit steigender Tendenz für die nächsten Jahre.
Ein weiteres Beispiel ist die Geflügelgrippe. Diese ist in China vom Geflügel auf das Schweine übertragen worden, weil dort alle Tierarten unter einem Dach gehalten werden. Aufgrund dessen, dass in Deutschland Ställe für jede Tierart mit eigenen Lüftungssystemen gegeben sind, hat in Deutschland bisher und wird auch zukünftig keine Übertragung auf andere Tierarten wie das Schwein möglich sein. Spezialisierung ist Trumpf!
Und der neuste Fall: Trichinen beim Hausschwein. Wieder ist es ein Klein- bzw. Kleinstbetrieb bei dem diese Erkrankung auftritt. Die Erkrankung wird durch Nager oder Wildtiere verbreitet. Da fragt man sich, ob die kleinen Betriebe nicht auch verpflichtet werden sollten ihre Betriebe einzuzäunen. Und wie konsequent die Schadnagerbekämpfung durchgeführt wird, die für die größeren spezialisierten Schweinehalter selbstverständlich ist. Denn diese sind sich der Gefahr der Krankheitsübertragung durch Schadnager bewusst und wissen, dass auch die Wildtiere Krankheiten auf das Hausschwein übertragen und zu großen Verlusten bei den Betrieben führen.
Genau dieses Wissen ist es, was sich besonders die spezialisierten Schweinehalter beschaffen, weil diese nicht zwei oder mehr verschiedene Tierarten auf dem Betrieb halten. Den Tieren möglichst optimale Bedingungen nach guter fachlicher Praxis bereit zu stellen, ist das Ziel der Landwirte, die sich dazu ein fundiertes Fachwissen über die Ansprüche und Verhaltensweisen der Schweine aneignen.
Wir können es uns nicht leisten das durch Hobbyschweinehalter
die zum Teil gerade erst abgeschlossenen Exportabkommen wieder gefährdet werden, weil diese durch unsachgemäßen Umgang mit erlegtem Schwarzwild evtl. die Wildschweinepest in unsere Ställe bringen. Zudem kann es nicht sein, dass die kleinen Betriebe mit unter 50 Mastplätzen nicht mit in die Salmonellenverordnung fallen. Entweder Verordnungen und Gesetze gelten für alle oder für keinen.
Jeder hat ein schwarzes Schwein
im Stall, und das lässt sich gut herausfinden.










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