"Schweinerei: Künast sperrt die Hühner ein!" - Kommentar von Detlef Breuer, ISN-Geschäftsführer
Verordnung zum Verbot der Freilandhaltung als Maßnahme gegen Vogelgrippe Aus Angst vor einem Übergreifen der Vogelrippe auf Deutschland wird die Bundesregierung wohl die Freilandhaltung von Geflügel in Kürze schweren Herzens verbieten müssen. Die Schutzmaßnahmen sollten spätestens zum 15. September – übrigens drei Tage vor der Bundestagswahl - greifen, falls das Virus dann westlich des Urals ist.
Dass Verbraucherministerin Renate Künast große Probleme mit einem Verbot der Freilandhaltung hat, ist hinlänglich bekannt, gilt sie doch als große
Befreierin, die den Verbrauchern und Bauern einmal so richtig gezeigt hat, was eigentlich so Taxe ist und wo die Ziegen grasen. Letzten Endes hat sie schon die Legehennenhaltungsverordnung, die unglücklicherweise mit der Schweinehaltungsverordnung gekoppelt wurde, scheitern lassen.
Und jetzt muss ein Elefant durchs Nadelöhr. Renate Künast hat sich mit Inbrunst für die
Freilandhaltungvon Hühnern, Schweinen, Kühen, … und was sonst noch alles eingesetzt. Dass Sie jetzt aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes zurückrudern muss, fällt ihr sichtlich schwer. Und das leider ausgerechnet auch noch diejenigen Recht bekommen, die seit Jahren auf die Risiken einer
Freilandhaltunghingewiesen haben, macht es noch schwerer.
Im Heute-Journal von Donnerstagabend brilliert die Ministerin einmal wieder mit erstaunlicher Sachkenntnis bzw. sie eiert nur herum. So müsse man sich
auf den schlimmsten Fall einstellen, womit allerdings nicht ihr Verbleib im Ministeramt gemeint ist. Und konkret zur Geflügelhaltung?
Zum Beispiel wäre dann der Punkt Fütterung nur in geschlossenen Häusern oder eben die Frage, wann muß ein Zwang ausgelöst werden, zu welchem Zeitpunkt, dass die Tiere ganz in den Stall kommen.
Hääääää? Lallt da der Flachmann und der Laie wundert sich. In meinem Haus werden jedenfalls keine Hühner gefüttert!
Doch es ist Wahlkampf in Deutschland und da darf man sein Pulver ja nicht alles auf einmal verschießen. Und da kommt die Geflügelgrippe im Mediensommerloch gerade recht. Dass das Verbot der Freilandhaltung ausgerechnet erst drei Tage vor der Bundestagswahl in Deutschland kommen soll, obwohl in den Niederlanden seit dem heutigen Tage kein Geflügel mehr draußen gehalten werden darf, darf man ruhig als knallhartes, politisches Kalkül bewerten. In Holland gilt eben: Problem erkannt – Gefahr gebannt.
Doch in Deutschland ist das erstens anders und zweitens als man denkt! Aktionismus, besorgte Gesichter und halbleere anstatt halbvoller Gläser.
Rettete das
Elbe-Hochwasserdie rot-grüne Bundesregierung bei der letzten Bundestagswahl, so scheint jetzt das Thema
Geflügelgrippean dessen Stelle zu treten. In den nächsten Tagen werden wir sicher noch so manche
Hiobsbotschaftvon den unterschiedlichsten Instituten, Behörden, Wissenschaftlern, Verbraucherschützern usw. hören und sehen. Die
Geflügelgrippehat damit beste Chancen, die
BSE-Krise– die seinerzeit leider Karl-Heinz Funke sein Ministeramt kostete – auf Platz 1 der Krisen-Hitliste würdig zu ersetzen. Und schuld ist natürlich wie immer
die Agrarindustrie. Da haben Salmonellen, Nitrofen, Acrylamid und Dioxin einfach nur noch eine Chance auf die hinteren Plätze.
Und kurz vor der Wahl werden Sie wie Phönix aus der Asche erscheinen, die geflügelten Retter aus der Not, die Renate und ihr sein Gerd.










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