03.08.2012RSS Feed

Schweinepreise zu Olympia – Deutschland nur auf den hinteren Plätzen

Im dritten Versuch...

Im dritten Versuch...

Derzeit messen sich die besten Sportler der Welt in London und kämpfen um Gold, Silber und Bronze. Die Leichtathletikwettkämpfe beginnen zwar erst an diesem Freitag, doch Deutschland reisst in Sachen Schweinepreis im übertragenen Sinne schon heute die Latte auf dem Weg zu 1,75 €. Damit belegen die Deutschen im europäischen Vergleich nur einen der hinteren Ränge. Darüber kann auch der Preisanstieg der letzten Woche nicht hinwegtäuschen, denn bereits in dieser Woche geht dem Preisanstieg schon wieder die Luft aus.

 

Dabei scheint die Marktsituation derzeit nahezu perfekt: Das Angebot an Schlachtschweinen ist überschaubar. Gleichzeitig sehen wir eine deutliche Belebung der Nachfrage und das trotz der Urlaubszeit. Obwohl einige Schlachtunternehmen ganze Standorte in die Betriebsferien geschickt haben, ist die Nachfrage derzeit nicht zu bedienen. Immer mehr Schweine werden in diesen Tagen nach Polen gefahren, um dort geschlachtet zu werden. Der Fleischexport in Richtung Süden und Osten brummt. Kein Wunder, schließlich liegen die dortigen Schweinepreise deutlich über dem deutschen Niveau. Auch Ausreden wegen schlechtem Grillwetter zählen nicht. Oder um wieder den Vergleich mit Olympia heranzuziehen: Selten war die Chance so groß, einen Platz auf dem Treppchen zu erreichen. Wo liegt also das Problem?


...gescheitert

...gescheitert

Globale Märkte erschweren gerechte Preisfindung

Gibt es keinen Wettbewerb mehr? Wohl schon, aber tatsächlich haben sich die Marktverhältnisse heute grundlegend verändert. Vion, DanishCrown und Tönnies schlachten in Europa zusammen mehr als 56 Mio. Schweine pro Jahr. Gleichzeitig haben insbesondere diese Unternehmen deutlich in Verarbeitungskapazitäten investiert. Auch die Erschließung von Drittlandsmärkten hat wesentlich zu einer höheren Wertschöpfung geführt.

Folge: Die Preisbildung ist heute wesentlich komplexer als vor 10 Jahren. Nachfrageänderungen der Exportmärkte, Währungsschwankungen aber auch taktische Spielchen in den Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel beeinflussen heute maßgeblich das Preisgeschehen auf den Fleischmärkten. Brenzlige Marktphasen können so, z.B. durch entsprechende Kühlkapazitäten, recht problemlos ausgesessen werden. Dabei darf auf keinen Fall unterschätzt werden, welche Bedeutung die wenigen Global Player der Schlachtkonzerne bei der Preisgestaltung haben. Parallelen zu den Preistaktiken der Ölkonzerne sind nur schwer von der Hand zu weisen.


Preis muss weiter hoch!

Betrachtet man diese Zusammenhänge, so ist auch der Preisanstieg der letzten Woche um +10 Cent zumindest teilweise erklärbar und gleichzeitig das Verharren des Preises gerade jetzt umso enttäuschender. Die ISN hat bereits seit Wochen die zunehmend klaffende Lücke zwischen dem deutschen Schweinepreis und dem Preis in den Nachbarländern moniert. Dennoch verhinderten insbesondere die großen Schlachtunternehmen mit Hauspreisen und öffentlicher negativer Stimmungsmache den überfälligen Preisanstieg, kritisiert ISN-Marktexperte Matthias Quaing das Verhalten einzelner großer Schlachtkonzerne. In der Zwischenzeit verdienen sich einige Schlachtunternehmen insbesondere auf den Exportmärkten regelrecht eine goldene Nase, einige Schlachtunternehmen sprechen ja hier schon öffentlich vom Ertragsreservoir der Branche.

 

Auch von platzenden Kühlhäusern, wie es die AMI kürzlich wissentlich oder unwissentlich falsch publizierte, ist nicht viel übrig geblieben, so Quaing. Die positive Entwicklung der Marktlage im In- und Ausland muss aus Sicht der ISN jetzt unmittelbar an die Landwirte weitergegeben werden. Die Schweinehalter sind es, die die gestiegenen Kosten zu tragen haben. Umso mehr ärgert es uns, dass der Preis in dieser Woche nicht die nächste Höhenmarke überspringen kann. In einem Markt, in dem die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, dürfte es für den Preis nur eine Richtung geben: Deutlich nach oben!, so Quaing.


Schweine und Ferkel online vermarkten

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ISN-Marktplatz und Schweinebörse geben Richtung vor

Aber Jammern allein hilft bekanntlich nicht: 1,76 €/kg SG bei 4,60 € Vorkosten, das sind die nackten Zahlen, zu denen derzeit auf dem Marktplatz der ISN Schweine gehandelt werden. Vor allem in den letzten Wochen haben Börse und Marktplatz der ISN klar gezeigt, dass mehr geht und dass nicht nur einmal, sondern annähernd in jeder Woche sagt  Dr. Torsten Staack, Geschäftsführer der ISN. Wer sich um die Vermarktung nicht kümmert, sondern einfach nur abliefert, muss sich nicht wundern, wenn er am Ende des Tages weniger als andere im Geldbeutel hat. so Staack weiter. Die Möglichkeit, mehr zu erzielen ist da, aber wir können schließlich keinen zum Jagen tragen! appelliert Staack an den Vermarktungswillen der Schweinehalter. Man muss es also nur ausprobieren.


Das mehr drin ist, zeigt folgende Meldung: Schlachtschweine für Lebendexport händeringend gesucht

Hier gehts zur ISN-Schweinebörse

Gerd Westermann und Paul Kleine Klatte

Gerd Westermann und Paul Kleine Klatte

Die Mitarbeiter der ISW, Paul Kleine Klatte und Gerd Westermann, helfen Ihnen gerne weiter.

 

Paul Kleine Klatte

E-Mail: Klatte@schweine.net

Telefon: 05491/9665-15

 

Gerd Westermann

E-Mail: Westermann@schweine.net

Telefon: 05491/9665-20


Bild der Woche...

 
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