"Schweinemast: Panorama manipuliert Zuschauer auf´s Schlimmste" – Kommentar von Friedrich Brand-Welteke, ISN-Vorstandsmitglied
Unter dem Titel Skrupellose Bauern, schlampige Behörden - Tierquälerei in der Schweinemastberichtete gestern die ARD in ihrer Sendereihe Panorama über angeblich katastrophale Zustände in vielen deutschen Schweinemastställen.
In der Vorschau auf diesen Beitrag informierte die ARD ihre Zuschauer unter www.dasErste.de mit folgendem Wortlaut:
Sie haben blutende Wunden, gebrochene Beine oder sind schon lange tot und halb verwest: Schweine in vielen deutschen Mastbetrieben. Die Tierquälerei wurde jetzt von Tierschützern dokumentiert. Heimlich sind sie in mehrere Betriebe eingestiegen und haben dort grausame Bilder gedreht. Doch die betroffenen Bauern können weitermachen – ungerührt, ungestört. Denn die zuständigen Veterinärämter kontrollieren offensichtlich selten oder drücken beide Augen zu. Tierschutz – für die Behörden offenbar allzu häufig kein Thema.(Zitatende).
Die dann gestern Abend gezeigten Aufnahmen kranker und verendeter Schweine waren nicht nur für Verbraucher schockierend. Auch aus meiner Sicht als Schweinehalter waren sie erschreckend und Ekel erregend.
Welcher Wahrheitsgehalt steckt in dieser Reportage?
Ein minimaler. Denn fanatische Tierschützer und die Panorama-Redakteure haben sich nicht gescheut, uraltes Bildmaterial, das mit den gezeigten drei Betrieben überhaupt nichts zu tun hatte, mit neuem Bildmaterial zusammen zu schneiden. Weiter haben die Redakteure sowohl Landwirte als auch Behördenvertreter mit Kamera und vorgehaltenem Mikrofon überrumpelt. Mit dem geschickten Aneinanderreihen der Interviews und Bildsequenzen haben die Redakteure Tatsachen bewusst verdreht, um die Zuschauer zu manipulieren.
So hat die renommierte Agrarfachzeitung top agrar für den Fall des betroffenen Darmstädter Betriebes gerade erst akribisch nachvollzogen, mit welchen Mitteln die hessische vermeintliche Tierschutzorganisation Tiere in Not Odenwald e.V. (TINO) hier bewusst falsche Informationen an die Presse, an Veterinärämter, Ministerien, etc. verschickt hat, um ein hanebüchenes Bild von der modernen Schweinehaltung zu skizzieren und zudem den betroffenen Betrieb auf brutale Art und Weise in Misskredit zu bringen.
So war u.a. diese Organisation daran beteiligt, sich nachts unerlaubterweise Zutritt zu Schweineställen zu verschaffen und dort zu filmen. Das so manipulierte Filmmaterial haben diese skrupellosen Menschen dann mit altem Bildmaterial aus diversen Quellen vermischt. So haben sie bei den Betrachtern den Eindruck von Zuständen erweckt, die es weder in der modernen Schweinehaltung noch auf diesem Betrieb gibt. Auf dieses Material hat nun auch Panorama zugegriffen und behauptet, dass es so heutzutage in vielen Schweineställen aussähe. Das, was hier abläuft, kommt einem Rufmord gleich!
Der Vorwurf von Panorama, die Veterinärbehörden würden mit Schweinehaltern, die angeblich gegen den Tierschutz verstoßen würden,
unter einer Deckestecken, zeugt nur davon, dass die Berichterstatter überhaupt keine Ahnung sowohl von der geltenden Rechtslage als auch von der tatsächlichen Praxis auf den Betrieben haben.
Fest steht, dass Panorama als öffentlich-rechtlicher Sender äußerst schlampig recherchiert hat und anscheinend völlig unkritisch - wahrscheinlich aber sogar bewusst, der Wahlkampf lässt grüßen - die falsche Informationen und getürktes Bildmaterial übernommen hat. Fernsehzuschauer, die selber keine Landwirte kennen, haben leider überhaupt keine Chance, diese massive Form der Manipulation zu erkennen und sich dagegen zu verwehren. Das sind unhaltbare Zustände!
Welche Hilfe bieten wir unseren Mitgliedern an?
Um Ihnen als Schweinehalter eine Hilfestellung für den Fall zu geben, dass plötzlich die Presse vor der Tür steht, haben wir hierzu einige wertvolle Tipps des Kommunikationsberaters Eberhard Breuninger in einer pdf-Datei angefügt.
Vielen von Ihnen ist Herr Breuninger sicherlich schon aus dem bewährten
ISN- Medientrainingspeziell für Schweinehalter bekannt. Die Teilnahme an diesem Seminar lohnt sich. Dies zeigt die aktuelle Beichterstattung wieder ganz deutlich. Denn wer unvorbereitet in eine derartige Situation kommt, ist für die
Sensationsgeilenunter den Pressevertretern ein
gefundenes Fressen.
Das
Medientrainingund auch das
Argumentationstraining gegenüber Kritikern der modernen Schweinehaltungbieten wir wieder im Herbst dieses Jahres an. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte unserem Mitgliederrundbrief.
Informationen zum Beitrag in Panorma und eine Videomitschnitt können Sie auf der Homepage des ARD einsehen, und zwar hier.










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