27.01.2012 RSS Feed

"Schweinehaltung transparenter gestalten" - Kommentar von Peter Kruse

Peter Kruse

Schweinehaltung transparenter gestalten - Kontakt zum Verbraucher herstellen , Kommentar von Peter Kruse, Sauenhalter aus Liebenau, LK Nienburg und ehemaliges ISN-Beiratsmitglied

 

Transparenz in der modernen Schweinehaltung, bisher reden nur alle darüber. Zeit zu handeln: jetzt sollen endlich jene mit Anerkennung und einem Preis geehrt werden, die sich genau dafür einsetzen!

Und zwar startet das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) deshalb erneut einen Bundeswettbewerb für Landwirtschaftliches Bauen. Diesmal sollen Betriebe ausgezeichnet werden, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern unter dem Motto Gläserne Ställe – Verbesserung der Akzeptanz landwirtschaftlicher Nutztierhaltung einen Einblick in die moderne Nutztierhaltung ermöglichen. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Produzent und Verbraucher zu verstärken, um gegenseitiges Vertrauen und Verständnis zu entwickeln.

Das ist genau der richtige Weg. Leere Worte und Forderungen helfen uns Tierhaltern nicht weiter. Natürlich passt so ein Konzept nicht auf jeden Betrieb, doch jeder einzelne sollte offener dafür werden. Wir haben doch nichts zu verstecken.

Dem Landwirt vor Ort wird von den meisten Menschen noch Vertrauen entgegengebracht. Jedenfalls glaubt man ihm viel mehr als den Berichten in der Presse oder der Werbung der Fleischindustrie. Nun kann der einzelne Landwirt zwar längst nicht so viele Verbraucher erreichen. Aber je mehr Landwirte sich aktiv beteiligen, desto mehr Mitmenschen können aufgeklärt werden.

Zeigen und erklären Sie was Sie machen, wie Sie es machen und warum Sie es so machen. Es sollte sich jeder angesprochen fühlen! Wir haben moderne Haltungsbedingungen auf einem hohen Standard und diese werden auch unabhängig kontrolliert.  Dem gegenüber stehen oftmals Probleme mit den Hygieneanforderungen. Die wenigsten können es sich erlauben, ihre Tiere mit fremden Keimen zu konfrontieren, die Besucher vielleicht mitbringen könnten. Aber auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, seinen Bestand zu schützen.

Wenn man von vorneherein in einen Bau investiert hat, der dies berücksichtigt und man gerne die Haltungsbedingungen seiner Tiere anderen zeigt, dann hat das auch einen Preis verdient. Als Mitglied der Kommission zum Bundeswettbewerb Gläserner Stall hoffe ich auf viele Einsendungen und freue mich –auch als praktischer Landwirt- über möglichst viele Ideen, wie man Nachbarn und Bekannten, aber auch vielen weiteren interessierten Menschen unsere Tierhaltung näher bringen kann, um mehr Verständnis und Akzeptanz zu ernten.

Sie wahren sich die Chance auf eine finanzielle Anerkennung und zusätzlich helfen Sie damit anderen Tierhaltern, es Ihnen nach zu machen. Als konventioneller Sauenhalter freue ich mich zwar besonders über Bewerbungen aus dem Schweinebereich, aber natürlich rufe ich hiermit auch alle anderen Tierhalter auf, sich zu beteiligen! 

Hintergrund zum Wettbewerb:

Nutztierhalter können sich mit ihren besten Konzepten für den Gläsernen Stall bewerben. Gefragt sind Ideen - zum Beispiel für Stallbaulösungen für Rinder, Schweine oder Geflügel bei denen der interessierten Öffentlichkeit ein unverfälschter Einblick in die moderne landwirtschaftliche Nutztierhaltung ermöglicht wird. Die besten Ideen werden im Rahmen einer Preisverleihung auf der Messe EuroTier 2012 ausgezeichnet.

Der Bundeswettbewerb Landwirtschaftliches Bauen wird vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) durchgeführt. Der Wettbewerb ist insgesamt mit 15.000 Euro dotiert. Die detaillierten Teilnahmekriterien und Bewerbungsunterlagen können beim KTBL unter www.ktbl.de abgerufen werden.



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