25.08.2005 RSS Feed

Schweinehalter für den Bundestag – ISN-Gespräch mit Johannes Röring

Aktnews Am Mittwoch dieser Woche begrüßte Johannes Röring, Bundestagskandidat der CDU Borken in Nordrhein-Westfalen eine Abordnung der ISN zu einem Erfahrungsaustausch auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb in Ellewick. Der Betrieb ist neben der Bullen- auf Schweinemast spezialisiert. Außerdem wurde der Hof in den letzten Jahren kontinuierlich zu einem wettbewerbsfähigen Unternehmen ausgebaut, das über eine Biogasanlage heute auch in den Bereichen Energieerzeugung und Düngemittel tätig ist. Der Erfolg und die daraus resultierende wirtschaftliche Unabhängigkeit des Schweinehalters werden ihm seine politischen Entscheidungen sicher leicht machen. Der Kandidat hat etwas vorzuweisen, er ist eben keiner jener aalglatten Berufspolitiker, die sonst über keine Alternativen verfügen.

Der Einzug von Johannes Röring in den Bundestag dürfte so gut wie sicher sein, gilt der Wahlkreis seit Jahren als sichere Unions-Hochburg, wie es sie sonst nur in Süd-Oldenburg oder Bayern gibt.

ISN-Vorstandsmitglied August Rietfort, ISN-Beiratsmitglied Eugen Sicking-Bronstert und ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer nahmen die Gelegenheit gerne wahr, um mit dem 46-jährigen, vierfachen Familienvater darüber zu diskutieren, was die Schweinehalter derzeit alles gerade so bewegt.

Der staatlich geprüfte Landwirt Röring, der seinen Betrieb vor 20 Jahren von seinen Eltern übernommen hat, hat seinen Betrieb für die Zukunft fit gemacht hat. Dass er weiß, wo die Schweinehalter der Schuh drückt, davon konnte sich die ISN im Betrieb und im Gespräch hinreichend überzeugen.

Für den Fall eines Regierungswechsels im September stimmen alle überein, dass vorrangig die Schweinehaltungsverordnung und die Düngeverordnung oberste Priorität haben müssen. In beiden Fällen werden die Bundesratsvorlagen den Anforderungen der Praxis nicht gerecht und müssen daher noch einmal kurzfristig überarbeitet werden.

Doch auch das Bundesimmissionsschutzgesetz und die darin festgeschriebenen Grenzwerte bedürfen dringend einer Anpassung ans europäische Niveau. Das Verfütterungsverbot für Speisereste bereitet nicht nur der ISN Sorgen, sondern auch Johannes Röring, der auf seinem Schweinemastbetrieb auch Speisereste verfüttert. Da die Ausnahmegenehmigung der EU zum 31.10.2006 ausläuft, hoffen die Schweinehalter auf eine Initiative der neuen Bundesregierung. Dieses komplexe Thema gilt es natürlich auch im Zusammenhang mit QS zu lösen.

Äußerst kritisch wurde auch das Ammoniakverbrauchsprojekt in der Schweinemast des Landesamtes für Ernährungswirtschaft und Jagd Nordrhein-Westfalen (LEJ) bewertet, unterstellt die Aufgabenstellung den Tierärzten und Schweinehaltern schlichtweg unsachgemäße Anwendung. Gilt für den normalen Menschen generell die Unschuldsvermutung, so scheint der Staat bei den Schweinehaltern grundsätzlich vom Gegenteil auszugehen, wie auch das Arzneimittelgesetz (AMG) zeigt. Auch beim AMG erhofft sich die ISN nach einem Regierungswechsel einen neuen Ansatz, der das bürokratische Verfahren deutlich vereinfacht.

Ehrenamtlich ist Johannes Röring als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken, als stellvertretender Kreislandwirt des Kreises Borken, als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Münster, als stellvertretender Vorsitzender des Finanz- und Organisationsausschusses Landwirtschaftskammer NRW und in diversen weiteren Funktionen aktiv. Daß der spezialisierte Schweinehalter ein engagiertes ISN-Mitglied der ersten Stunde ist, versteht sich von selbst.

Die ISN meint: Es ist gut, dass in den Bundestag auch wieder Menschen einziehen werden, die wirtschaftlich unabhängig sind und Ihren Lebensunterhalt mit der tierischen Veredlung verdienen. Das wird sicherlich wieder zu einer sachgerechteren Diskussion führen. Drum halten wir es mit dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Harry S. Truman: Ein Mensch, der ein Schwein nicht versteht, darf niemals Präsident werden!

Mehr über Johannes Röring


Bild (v.l.): Eugen Sicking-Bronstert, Detlef Breuer, August Rietfort und Johannes Röring


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