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05.12.2008

Schweinefleisch: AIDA-Projekt zur horizontalen Zusammenarbeit trägt erste Früchte

Aida Projekt

Zwölf Unternehmen der genossenschaftlichen Viehvermarktung, Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Göttingen, die sie im Projekt begleiten, sowie der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) blicken auf ein erfolgreiches Jahr der Zusammenarbeit zurück. Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Forschungsverbundes AIDA (Allianzen für Informations- und Dienstleistungs-Agenturen zur horizontalen Bündelung von Koordinationsaufgaben im Qualitäts-, Gesundheits- und Risikomanagement in der Fleischwirtschaft) erarbeiten drei Gruppen innovative Lösungen in unterschiedlichen Themenfeldern.

 

Welches Potential zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kooperationen zwischen den Wirtschaftspartnern in Verbundvorhaben ausgeschöpft werden kann, stellten die AIDA-Projektpartner anhand der bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse beim Forum Schwein anlässlich der EuroTier in Hannover vor. Aufgezeigt wurde, dass das Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft in Pilotketten ein Motor für Innovationen ist. Anreize nationaler sowie internationaler Förderprogramme ermöglichen insbesondere klein- und mittelständischen Unternehmen, Ideen umzusetzen und die Innovationskraft zu stärken. Ziel der Initiative AIDA ist es, effiziente Dienstleistungsstrukturen für das Gesundheits- und Qualitätsmanagement, Benchmarking und Kundenbindungsstrategien sowie Logistik und Customer Relationship Management, losgelöst von einzelbetrieblichen Dienstleistungsangeboten, zu schaffen

 

In der Gruppe Nord, bestehend aus der Erzeugergemeinschaft Syke-Bassum eG, Stader Saatzucht eG, Viehvermarktung Walsrode-Rethem eG und Vermarktungsgemeinschaft für Zucht- und Nutzvieh ZNVG eG, steht der Aufbau eines Gesundheitsmanagementsystems SCHWEIN im Vordergrund der konzeptionellen Entwicklungen. Gemeinsam mit 40 landwirtschaftlichen Pilotbetrieben und unterstützt von der Schweineklinik der Universität München sowie der Universität Bonn entwickeln die Viehvermarktungsunternehmen ein einheitliches Konzept zur Beprobung und Auditierung Ferkel erzeugender sowie Schweine mästender Betriebe. In Deutschland wird zukünftig eine Tiergesundheitsdatenbank den Marktpartnern wichtige Informationen für das überbetriebliche Gesundheitsmanagement bereitstellen.

 

Ein Dialog mit dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt), an dem die Vorsitzende von GIQS e.V., Frau Prof. Dr. Petersen, der Präsident des bpt, Herr Dr. Götz, der DRV-Abteilungsleiter Vieh- und Fleischwirtschaft, Herr Dr. Schwarz, der Koordinator der AIDA-Gruppe Nord, Herr Münster, sowie Mitglieder der Arbeitgruppe Bestandsbetreuung des bpt, teilnahmen, ergab, dass sich der bpt in die Initiative einbringen möchte. Das Konzept Gesundheitsmanagementsystem SCHWEIN zeigt ein hohes Maß an Flexibilität für die individuelle Gestaltung nach Anforderungen des Bestands betreuenden Tierarztes, so Dr. Götz. Im Rahmen der Grünen Woche 2009 sollen die Gespräche vertieft werden.

 

Als Partner in der Gruppe West erarbeiten die Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel im Raum Osnabrück eG, die Erzeugergemeinschaft für Qualitätsvieh Hümmling eG, die Erzeugergemeinschaft für Qualitätsvieh im Oldenburger Münsterland eG, die Raiffeisen-Viehvermarktung Ganderkesee-Wildeshausen eG und die Raiffeisen Viehvermarktung Werne GmbH & Co. KG die Einführung und Anpassung einer einheitlichen und integrierten IT-System-plattform. Sie ist die Voraussetzung zur späteren Koordination überbetrieblicher Geschäftsprozesse. Nach der Umstellung wird ein EDV-gestütztes Benchmarking eingerichtet, um Marketing- und Kundenbindungskonzepte zu bündeln.

 

Die Gruppe Süd wird durch die Viehzentrale Südwest GmbH, die NVG-bovex GmbH und die Mitteldeutsche Schlachtvieherzeugergemeinschaft w. V. repräsentiert. Im Pilotvorhaben wurde die Vernetzung der Warenwirtschaft mit der Disposition zur Erstellung elektronischer Lieferscheine getestet. Durch den Einsatz von GPS-Geräten wurde eine elektronische Übermittlung von Fahraufträgen zur optimierten Tourenplanung unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten bislang im Pilotvorhaben realisiert.

 

Wie heute Informations- und Kommunikationstechnologien die Aufgabenfelder des Lieferanten-, Audit-, Krisen- und Prozessmanagements sinnvoll unterstützen, wird derzeit erprobt und in einem gemeinsamen Konzept für neue Dienstleistungsprofile der genossenschaftlichen Viehhandelsorganisationen zusammengeführt. Inwieweit die technischen Innovationen organisatorische nach sich ziehen, ist eine weitere Fragestellung, der man innerhalb des Verbundprojektes nachgeht. Weitere Informationen zu diesem Verbundprojekt können den Internetseiten www.giqs.org/projects entnommen werden.

 

Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms Innovationsförderung.



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