(Damme) Marktanteile von mittlerweile 51 Prozent halten die drei größten Schlachtunternehmen in Deutschland, dies berichtet die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN). Immerhin 19 Prozent der geschlachteten Schweine vereinen die mittleren sieben Unternehmen auf den Plätzen 4 bis 10. Deutschland schlachtet mittlerweile Rekordzahlen an Schlachtschweinen. Im Jahr 2008 landeten insgesamt 54,8 Mio. schlachtreife Schweine an deutschen Schlachthaken, Tendenz steigend. Das hat zur Folge, dass die zusätzliche Menge nicht nur in der EU, sondern auch in Drittländern abgesetzt werden muss.
Weiterhin umwerben die Schlachtunternehmen am Standort Deutschland schlachtreife Schweine sehr gut. Bereits in den letzten Jahren haben sie stark in den Ausbau ihrer Schlachtkapazitäten investiert und für die Zukunft weitere Expansionspläne angekündigt. Hier ist also eine Menge Potential.
Besonders erfreulich ist, dass die mittelständischen Schlachtunternehmen seit Beginn der ISN-Erhebungen kräftig zugelegt haben. Die allgemeine Befürchtung, dass diese von den Großen
in kurzer Zeit völlig verdrängt werden könnten, hat sich bislang als ungerechtfertigt herausgestellt. Gerade der Mittelstand hat das Wachstum nicht nur den Marktführern überlassen, sondern auch für sich zu nutzen gewusst. Und die so genannten Großen
stoßen zunehmen an ihre eigenen Grenzen, teilweise konsolidieren sie sogar.
Das Unternehmen Vogler in Luckau ist einer der Gewinner der letzten Jahre und hat sich von 900.000 jährlichen Schlachtungen auf mittlerweile 1,5 Mio. Schlachtungen pro Jahr gemausert. Obwohl der Standort in Legden mittlerweile an das Unternehmen Hoffmann und Kruse in Gelsenkirchen verkauft wurde, rechnet das Unternehmen in diesem Jahr mit einer Steigerung der Schlachtzahlen auf 1,7 bis 1,8 Mio.
Die Firma Tummel in Schöppingen hat die Schlachtzahlen durch Ausweitung der Schlachtzeiten und –tage in den letzten Jahren um 300.000 Stück oder 30 Prozent gesteigert. Bereits seit vielen Jahren arbeitet das Unternehmen sehr eng mit verschiedenen Erzeugergemeinschaften zusammen.
Böseler Goldschmaus in Garrel beliefert durch einen langfristigen Kooperationsvertrag mit der Bünting-Gruppe zugehörigen Lebensmittelmärkte wie famila, markant und combi mit Fleischwaren. Dadurch hat Böseler bereits das Unternehmen Gausepohl überholt
und rangiert mit knapp 1,3 Mio. geschlachteten Schweinen nun direkt hinter Tummel.
Eine besonders starke Wachstumsphase hat der BMR-Schlachthof in Garrel hinter sich. Nach umfangreichen Investitionen steigerte sich die jährliche Schlachtzahl von 660.000 Schweinen in 2004 auf 1,06 Mio. in 2008. 1,5 Mio. Schlachtungen pro Jahr sind das Ziel für das laufende Kalenderjahr.
Mittlerweile in die Spitzengruppe der TOP 10 aufgeschlossen ist auch die Müller-Gruppe mit Sitz in Birkenfeld. Mit der Übernahme des ehemals städtischen Ulmer Schlachthofs und dem Engagement am Standort Bayreuth hat die Gruppe die Schlachtzahlen um 174 Prozent auf fast 1 Mio. Schweine steigern können. In 2009 sollen die Umbaumaßnahmen am Standort Ulm fertig gestellt sein, so dass das Süddeutsche Schweinefleischzentrum
1,5 Mio. Schweine schlachten kann.
Und so wurde der hiesige Markt in den letzten Wochen durch das florierende Exportgeschäft lebender Schweine nach Osteuropa entlastet. Dadurch verknappte sich das inländische Lebendangebot spürbar, so dass für die nächsten Wochen von einer festen Tendenz am Schweinemarkt auszugehen ist.










Schlachtungen Mittelstand 21.07.2009
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