Sander: „Stickstoffleitfaden überprüfen – realistische Kriterien zur Waldbewertung erforderlich“
Sander: „Stickstoffleitfaden überprüfen – realistische Kriterien zur Waldbewertung erforderlich“
Zu einem Gespräch über die Auswirkungen des überarbeiteten „Leitfadens zur Ermittlung von Stickstoffeinträgen“ trafen sich am 12.05.2009, auf Initiative des Landtagsabgeordneten Jan-Christoph Oetjen (FDP), Vertreter der deutschen Schweinehaltung mit dem niedersächsischen Minister für Umwelt und Klimaschutz Hans-Heinrich Sander in Hannover.
Von der ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. waren die zweiten und dritten Vorsitzenden Friedrich Hake und Philipp Schulze Esking, ISN-Vorstandsmitglied August Rietfort, ISN-Beiratsmitglied Peter Kruse, außerdem Dr. Gisela Nolte, ISN-Sachverständige für Stallbaugenehmigungsfragen sowie ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer anwesend.
Der Stickstoffleitfaden müsse neu bewertet werden, lautete das Fazit der Schweinehalter. Der stellvertretende ISN-Vorsitzende Friedrich Hake lehnte den überarbeiteten Entwurf des Leitfadens erneut grundsätzlich ab, begrüßte aber, dass die Ausweisung der Ökosysteme und Biotope mittlerweile praxisgerechter sei. Vorstandsmitglied August Rietfort betonte die Praxisuntauglichkeit des Leitfadens und wies ihn als ein „behördliches, strukturpolitisches Steuerungsinstrument“ zurück. Philipp Schulze Esking fügte hinzu, dass die hohe Einschätzung bzw. nicht zu begründende Überbewertung des Waldes Probleme bereite.
Minister Sander versprach, dass der
Leitfaden hinsichtlich seines praktischen Nutzens kritisch geprüft und
hinterfragt werde, ob eine generelle Einführung
in Niedersachsen in Betracht
komme. Gleichzeitig hob er jedoch hervor, dass der Leitfaden nur die Vorstufe
zu einer Einzelfallprüfung sei. Der Verzicht auf die Anwendung des Leitfadens
und die unmittelbare Betrachtung des Einzelfalls aus forstfachlicher oder
naturschutzfachlicher Sicht könne durchaus kostengünstiger sein. Andererseits
könne der Leitfaden dort Sinn machen, wo er eine Einzelfallprüfung entbehrlich
macht. Dies gilt insbesondere für Fälle geringer Vorbelastung.
Grundsätzlich forderte Sander, dass Stallerweiterungen und Neubauten auch
angesichts der Wirtschaftskrise genehmigungsfähig sein müssen. „Bezüglich der
Einschätzung von Beeinträchtigungen des Waldes und anderer Ökosysteme muss eine
Abkehr von der rein theoretischen Betrachtung hin zu den praktischen Einflüssen
erfolgen“, so der Minister weiter. Er werde sich in dieser Hinsicht nochmals an
seinen Amtskollegen Landwirtschaftsminister Ehlen wenden. Um den unmittelbaren
Informationsfluss sicherzustellen, sind gemeinsam mit den Vertretern des
Landwirtschaftsministeriums Informationsveranstaltungen für die
niedersächsischen Genehmigungsbehörden in den Landkreisen sinnvoll, wenn
entsprechende Eckpunkte für die Einzelfallprüfung vorlägen, kündigte Minister
Sander an.
Der Leitfaden zur Ermittlung und Bewertung der Stickstoffdeposition wurde in mehreren Arbeitsgruppensitzungen diskutiert und überarbeitet. Im Ergebnis wurden viele Änderungsvorschläge die aus der Landwirtschaft gekommen sind, übernommen. Derzeit befindet sich der Leitfaden in der Endredaktion. Der Leitfaden ist nach wie vor eine Entwurfsfassung. Er wird im Sommer/Herbst 2009 zunächst den Ausschüssen der LAI, im Anschluss der LAI und abschließend der UMK und AMK vorgelegt.
Kontakt:
Katja Ahnfeldt
ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter
Deutschlands e.V. (ISN)
Kirchplatz 2
49401 Damme
Tel. 0 54 91 / 96 65 - 11
Fax 0 54 91 / 96 65 - 19
E-Mail: ahnfeldt@schweine.net

v.l.: August Rietfort, Dr. Gisela Nolte, Peter Kruse, Minister Sander, Philipp Schulze Esking, Detlef Breuer, Friedrich Hake










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