29.01.2008 RSS Feed

"Sadomasochismus" Kommentar von Franz Meyer zu Holte, ISN-Vorsitzender

Mzh Mgv Sadomasochismus nennt man die Lust am Quälen und gequält werden.
Uns europäischen Schweinehaltern muss die derzeitige Politik der EU, aber auch unserer nationalen Regierung, als ein solches erscheinen.

Kommt der europäische Schweinepreis nicht in die Pötte, liegt es sicherlich auch am Druck, den Weltmarkt bedienen zu müssen. Alle positiven Ansätze wie Exporterstattung, China-Initiativen u.a. kränkeln aber an der unterschiedlichen Kostensituation der Schweineexportländer. Während in den USA der Mais für 10 € je dt. verfüttert werden kann, spekuliert die EU herum, welche GVO-Sorten bei uns als Futter zugelassen werden dürfen.

Das auf uns zukommende Problem der nicht mehr möglichen Eiweißfuttermittelversorgung der europäischen Tierhalter ist bekannt, wird aber aus unerklärlichen Ängsten vor Greenpeace und vermeintlichen Sorgen unserer ach so aufgeklärten Verbraucher nur mit sehr langer Zange angefasst. Unsere Fleischexporteure kämpfen auf den aufnahmefähigen Märkten der Welt mit ungleichen Mitteln, da in Europa allein futtermittelbedingt die Produktionskosten um 20 ct./kg Schweinefleisch höher liegen als bei den Wettbewerbern, - von Umwelt- und Sozialstandards ganz zu schweigen.

In vollen Märkten wie dem europäischen dürfen hausgemachte Hemmnisse die Erzeugung nicht noch zusätzlich belasten. Das neue Gentechnikgesetz ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Wir haben nichts gegen eine Kennzeichnung von GVO-freien Produkten.

Aber die Scheinheiligkeit, die heute an den Tag gelegt wird, schreit zum Himmel. Gentechnisch hergestellte Aminosäuren, Enzyme u.a. sind gestattet, weil die Produkte anders nicht mehr zu bekommen sind. Was ist dann bitte schön, wenn der weltweite Bedarf an GVO-freiem Sojaschrot nicht mehr gedeckt werden kann, oder die Anbauländer sich einen Kehricht um die europäischen Ängste kümmern, weil in Asien kein Schwein danach grunzt.
Schon heute haben wir den Markt mit preiswertem US-Cornglutenmehl vollkommen abgeben müssen.

Eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sagt vorher, wenn nicht umgehend die GVO-Politik der EU geändert wird, bricht die europäische Veredlungswirtschaft um ein Drittel ein.
Vielleicht ist das ja auch im Sinne vieler NGOs. Es ist ja ohnehin in Mode gekommen, dem Verbraucher vorzuschreiben, was er essen soll.
Na, dann man guten Appetit auf Fleisch aus Übersee.


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