10.08.2012RSS Feed

Russland & Ukraine: Afrikanische Schweinepest bereitet Sorge


Verbreitung von ASP  -erstellt mit stepmap-

Verbreitung von ASP -erstellt mit stepmap-

Kein Grund zur Panik, aber: Schutzmaßnahmen beachten, Vorsorge treffen!

 

An der östlichen Grenze der EU breitet sich die Afrikanische Schweinepest immer weiter aus. Vor etwa einer Woche wurde aus der Ukraine ein erster Ausbruch gemeldet und auch in Russland scheint das Virus nicht unter Kontrolle zu sein. Nachdem kürzlich in der Region Twer nordwestlich von Moskau ein Bestand mit ca. 100.000 Schweinen infiziert wurde und gekeult werden musste, wird jetzt von einem erneuten Ausbruch in einem Bestand eines größeren Agrarkonzerns in der Region Krasnodar im Süden Russlands berichtet.

 

Nicht nur im Osten von Europa kommt die Afrikanische Schweinepest vor: Italien bemüht sich seit 30 Jahren vergeblich, die ASP auf Sardinien zu tilgen. Die gesamte Insel wurde kürzlich vom Handel mit Schweinen und Schweinefleisch ausgeschlossen (s. Karte).

 

Noch gibt keinen Fall von Afrikanischer Schweinepest auf dem Festland in Mittel- und Westeuropa. Daher gibt es keinen Grund zur Panik. Wir müssen jedoch alles tun, damit das auch so bleibt und die Seuche nicht doch noch eingeschleppt wird. warnt ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack.


Sicherung des Betriebsgeländes gegen Wildschweine

Sicherung des Betriebsgeländes gegen Wildschweine

Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter!

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat in dieser Woche auf das Einfuhrverbot von lebenden Schweinen und Schweinefleisch aus den betroffenen Regionen die EU hingewiesen. Dies gilt natürlich auch für alle Privatpersonen, die keine Fleischprodukte von Reisen in diese Länder mitbringen dürfen.

Auch wenn es bei einem gut geführten Betrieb heute Standard ist und selbstverständlich sein sollte:

Sensibilisieren auch Sie nochmals Ihre Mitarbeiter für dieses Thema und treffen Sie für ihren Betrieb Vorsichtsmaßnahmen, um der Einschleppung von Seuchen vorzubeugen!

 

In der SchweinehaltungshygieneVO sind die wichtigsten Maßnahmen beschrieben

  • Grundsätzlich ist die Fütterung von Speiseabfällen verboten
  • Konsequente und regelmäßige Schadnagerbekämpfung und Absicherung des Betriebes (z.B. durch einen Zaun) gegen das Eindringen von Schwarzwild
  • Futtermittel und Einstreu unzugänglich für Wildschweine lagern oder schützen (Elektrozaun)
  • Viehtransporter nach jeder Fahrt reinigen und desinfizieren
  • Desinfektionswannen und Matten an allen Zugangs- und Zufahrtsbereichen installieren

ISN engagiert sich bei der GESEVO

ISN engagiert sich bei der GESEVO

Im Ernstfall zählt jede Stunde

Dieses aktuelle Seuchengeschehen in Russland und der Ukraine zeigt, wie wichtig es ist, dass man in Deutschland auf die Bedrohung von Tierseuchen, wie zum Beispiel die Schweinepest, vorbereitet ist. Eine ISN-Analyse zeigt, dass ein Ausbruch der Schweinepest in Nordwestdeutschland zu Schäden von deutlich über 2 Milliarden Euro führen könnte. Da es für die ASP keinen Impfstoff gibt, bleibt im Ereignisfall nur die Keulung der Bestände.

Im Ernstfall zählt jede Stunde, so Staack. Um gewappnet zu sein und um die Schäden bei einem möglichen Ausbruch einer Tierseuche möglichst gering zu halten, engagiert die ISN sich in der Gesellschaft für Seuchenvorsorge (GESEVO). Zweck der GESEVO ist es, im Hinblick auf etwaige Seuchenausbrüche vorsorgend tätig zu werden und landkreisübergreifend Maßnahmen zur zügigen Bekämpfung von Tierseuchen zu organisieren. Die GESEVO ist unsere Feuerwehr für den Seuchenfall, zieht Andreas Stärk, Geschäftsführer der ISW und gleichzeitig einer der Geschäftsführer der GESEVO einen Vergleich.

Das heißt, dass die GESEVO umfangreiche Gerätschaften, beispielsweise zum Keulen von Tieren oder zur Reinigung und Desinfektion von Stallanlagen und Fahrzeugen vorhält um im Ereignisfall schnellstmöglich reagieren zu können. Die bisherige Ausrüstung beschränkt sich derzeit weitestgehend noch auf Geflügelbestände, aktuell wird mit Hochdruck an entsprechenden Bekämpfungsanlagen für den Schweinebereich gearbeitet.


Als Geschäftsführer bei der GESEVO engagiert: Andreas Stärk

Als Geschäftsführer bei der GESEVO engagiert: Andreas Stärk

Wirtschaftsbeteiligte üben sich noch in vornehmer Zurückhaltung

Diese Vorsorgemaßnahmen kosten natürlich richtig Geld, das ist klar! Dieser Aufwand ist aber nichts gegen die zu erwartenden Einbußen, sollte die Schweinepest in Nordwestdeutschland ausbrechen. Ohne effiziente Seuchenbekämpfung drohen immense Schäden in Milliardenhöhe für einen ganzen Wirtschaftsbereich, vom Futtermittel- bis zum Schlachtunternehmen. Darum engagieren wir uns. Die Bauern können das aber alleine nicht schultern. Wir sitzen im Seuchenfall alle in einem Boot. Daher erwarten wir auch eine entsprechende Hilfe von den Wirtschaftsbeteiligten, appelliert Staack angesichts der noch vornehmen Zurückhaltung der Wirtschaftsbeteiligten aus dem vor- und nachgelagerten Bereich.

Heinrich Dierkes, ISN-Vorsitzender, unterstreicht den Appell und forderte unlängst alle Schlachtunternehmen, Futtermühlen und Stalleinrichter auf, als maßgebliche Wirtschaftsbeteiligte ihren Beitrag zur einer effizienten Seuchenvorsorge zu leisten und die Arbeit der GESEVO finanziell zu unterstützen. Seuchen kennen keine Landesgrenzen., mahnt Dierkes.

Hintergrund: Wie kommt die Afrikanische Schweinepest nach Russland?

ASP wurde 2007 von Afrika nach Armenien, Georgien und Russland verschleppt. Hier wurden Schiffsproviant-Abfälle, die in Hafennähe lagerten, als Ursache ermittelt. Seither verbreitet sich die ASP unkontrolliert innerhalb Russlands und von dort nach Westen. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

 

 



Bild der Woche...

 

ISN-Termine

Logo BSB

ISN-Mitglied werden & Vorteile sichern

Profitieren Sie als ISN-Mitglied von unseren zahlreichen Serviceleistungen, wie

Hier können Sie Mitglied werden.

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Ob Maskenänderungen, Tierschutzplan oder Tierhaltung in der Öffentlichkeit: Sagen Sie uns Ihre Meinung!