12.06.2009 RSS Feed

Problem niederländische Güllebomber:„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!“ - Kommentar von August Rietfort, ISN-Vorstandsmitglied

Rietfort August Dlg

Die Gülleimporte aus den Niederlanden haben gigantische Ausmaße angenommen.

 

Waren es im Jahr 2006 bereits über 800.000 Tonnen (immerhin über 50.000 LKW-Ladungen) wurden auch im ersten Quartal 2009 schon wieder mehr als 200.000 Kubikmeter Schweinegülle aus den Niederlanden in das nahe gelegene Ausland exportiert. Die Millionen-Tonnen-Grenze liegt in greifbarer Nähe! Das zeigt, dass in den Niederlanden so Einiges aus den Fugen geraten ist.

Hintergrund ist, dass die Niederländer immer größere Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Wirtschaftsdünger im Inland zu verwerten. Die überbetriebliche Verwertung der Gülle in den Niederlanden kostet in der Vegetationsperiode inzwischen sage und schreibe rund 25 Euro pro Kubikmeter. Angesichts der in unseren Veredlungshochburgen zurzeit üblichen Verwertungskosten von sechs bis sieben Euro, rechnet sich der grenzübergreifende Gülletransport folglich allemal!


Tulpen aus Amsterdam, Käse und Frau Antje aus Holland – ist das vorbei und keiner hat’s gemerkt?


So stellt sich die Frage, ob bei den niederländischen Importen alles mit rechten Dingen zugeht. Oder ist es immer noch wie vor einigen Jahren, als die deutsche Staatsanwaltschaft gegen illegale Geflügeltrockenkotimporte aus den Niederlanden ermittelte, als am Ende der Geschäftsführer einer niederländischen Wirtschaftsdüngerverwertung in Untersuchungshaft einsaß? Damals waren einige - nicht nur niederländische – schwarze Schafe mit scheinbar weißer Weste unterwegs. Denn die in den Niederlanden für Gülletransporter gesetzlich vorgeschriebenen GPS-Geräte waren damals beim Grenzübertritt nach Deutschland geflissentlich ausgeschaltet. Ist alles noch beim Alten?

Ist es für einige Bauern im Emsland lohnender, niederländischen Geflügeltrockenkot aufzunehmen anstatt eigene Flächen an Betreiber von Biogasanlagen zu verpachten? Die niederländischen Gülletransporte treiben also wegen des immensen Angebots nicht nur unsere Kosten für die Gülleverwertung, sondern auch die Flächenpachten in astronomische Höhen. Das Preisniveau ist schon jetzt völlig überzogen, und rentables Wirtschaften ist gar nicht mehr möglich.


Allein aus seuchenhygienischen Gründen kann es nicht in unserem Sinn sein, dass niederländische Gülle kreuz und quer durch die Lande gekarrt und ausgebracht wird. Wir können nur eindringlich davor warnen, die seuchenhygienisch erforderliche Notifizierung, Kontrolle und Überwachung der niederländischen Gülleimporteure aufzuweichen.

Für uns zeigt sich unterm Strich, dass wir den Importen aus den Niederlanden einen Riegel vorschieben müssen, damit wir auf Dauer nicht den Kürzeren ziehen. Und das muss auf politischer Ebene passieren.



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