Sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrte Gäste,
wir freuen uns, dass unser traditionelles Spanferkelessen auch in diesem Jahr wieder so großen Zuspruch findet. Schweinefleisch scheint gut zu schmecken!
Wir befinden uns heute im Jahr EINS der neuen Tierschutzschweinehaltungs-
verordnung. Jetzt muss sich zeigen, wie die einzelnen Vorschriften in die Praxis umgesetzt werden können - und vor allem, was funktioniert. Wenn ich mir die Forschungsergebnisse der niederländischen Uni Wageningen mit dem 80-Lux-Versuch ansehe, wird die Praxis noch viele Ungereimtheiten aufdecken.
Es besteht offensichtlich noch viel Forschungsbedarf. Schade, dass in Deutschland kaum vergleichbare Institute wie z.B. in den Niederlanden bestehen. Und wenn hier geforscht wird, dann auch wohl überwiegend mit schweizerischen, österreichischen oder Witzenhausener Tierschutzexperten - mit dem Ergebnis, dass 95 Prozent aller in der Praxis angewandten Haltungsformen zu verwerfen sind… Das kann es doch wohl nicht sein!
Dabei funktioniert Forschung z.B. im Genombereich mit FUGATO sehr viel versprechend. Wir brauchen dringend Ergebnisse wie den berühmten MHS-Gentest - auch im Hinblick auf den berüchtigten Ebergeruch in der Pfanne. Die Diskussion um die Ferkelkastration ist derzeit in vollem Gange. Nicht nur aus Tierschutzgründen, denn hier winkt auch das große Geschäft mit so genannten Impfstoffen.
Wir Sauenhalter sind übrigens überhaupt nicht darauf erpicht, unsere männlichen Ferkel zu kastrieren, in welcher Form auch immer. Das Problem liegt bei der Geruchsempfindlichkeit der deutschen Verbraucher. Wir sind eben keine Engländer, denen auch ein Eberkotelett schmeckt. Aber die Briten sich ja ohnehin für ihre besondere Küche bekannt...
Ich bin davon überzeugt, dass wir das Problem mit Androstenon und Skatol auf züchterischem Wege bewältigen können, nur es dauert halt seine Zeit. Alle anderen Problemlösungsansätze haben ihre Tücken, angefangen von der für die Tiere nicht ungefährlichen Narkose bis hin zum Impfstoff, bei dem der Anwender sich nicht abschätzbaren Risiken aussetzen könnte.
Wenn wir mit einer vernünftigen Tierschutzforschung zu guten Ergebnissen kommen können, dann können wir auch im internationalen Bereich neue Standards setzen. Das muss dann aber auch bei WTO-Verhandlungen seinen Widerhall finden. Ein großartiges Tierschutzlabel, wie derzeit diskutiert wird, nützt uns wenig, wenn international Sozialdumping und lasche Kontrollen den Wettbewerb verzerren. Ich denke hier vor allem an das EU-Biosiegel, bei dem die traditionellen Bioverbände klar den Kürzeren gezogen haben.
Ich will nicht näher auf die einzelnen Punkte eingehen. Wir hätten zum Datenschutz noch viel zu sagen; nicht zu den Antiterroraktionen des Innenministers, mehr zum Schutz der Schlachthofdaten vor uns Landwirten… Aber das machen wir besser im gemütlichen Teil des heutigen Abends.
Weitere Infos über den Parlamentarischen Abend der ISN finden Sie in der Aktuellen News:
Traditionelles Spanferkelessender ISN in Berlin: Hängepartie beim Fleischgesetz – Ehlen wartet ab
vom 24. Mai 2007.Zünftige Begrüßung der Gäste beim Traditionellen Spanferkelessen
Im Bild:
der ISN im Garten der Niedersächsischen Landesregierung in Berlin durch die inoffizielleJagdhornbläsergruppe der ISN" (v.l.: Friedrich Brand-Welteke, Andreas Beckhove, Birgit Scharlau, Anna Brand-Welteke und Christian Schulze Bremer)










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