Ganz im Zeichen der kurz vor Jahresende 2011 erzielten Einigung in den schwierigen Verhandlungen rund um den Tierschutz in der Zuchtsauenhaltung stand der diesjährige Schweinefachtag im österreichischen Lambach, der am vergangenen Mittwoch stattfand, teilt Agra-Europe mit.
Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich hob auf der Tagung hervor, dass mit dem Erhalt des Ferkelschutzkorbs die Existenz tausender bäuerlicher Betriebe gesichert worden sei. Es würden jährlich rund 500 000 Tiere vor dem Erdrücktwerden gerettet, und der notwendige Schutz der Landwirte bei der Arbeit und eine ausreichende Versorgung mit heimischem Qualitätsfleisch seien nun gewährleistet. Zwar habe man vollkommen überzogenen Auflagen eine klare Absage erteilen können, doch man dürfe sich nun nicht auf diesem Teilerfolg ausruhen, betonte der Minister. Deshalb sei die Landwirtschaft weiterhin stark gefordert. Wichtig sei, dass in der Schweinebranche wieder investiert werden könne und damit eine sinnvolle Weiterentwicklung im Sinne aller möglich sei.
Nach Angaben von Berlakovich hat die langfristig geplante Weiterentwicklung der Haltungssysteme in der österreichischen Sauenhaltung mit Hilfe einer praxisnahen Forschung zu erfolgen. Dabei sei das Know-how und die Mitwirkung der Schweinebranche von entscheidender Bedeutung. Irgendwelche Pseudoverbesserungen ohne unsere Bauern darf es nicht geben
, stellte der Ressortchef klar. Bei der Einigung mit dem Gesundheitsministerium sei festgelegt worden, gemeinsam die Forschung in Richtung verbesserter Abferkelbuchten voranzutreiben.
Sollte es in diesem Bereich nach einer mehrjährigen Forschungsphase positive Erfahrungen geben, könnten neue Anforderungen per Verordnung festgelegt werden. Ab 2033 soll es dem Minister zufolge Ferkelschutzkörbe zum Öffnen sowie Abferkelbuchten geben, die statt 4 qm, eine Grundfläche von 5,5 qm haben müssten. Wie diese Systeme im Detail funktionieren könnten und ab welchem Zeitpunkt eine Öffnung der Körbe ohne erhöhte Verluste möglich sei, solle bis dahin wissenschaftlich untersucht werden. Nun müssten die Rahmenbedingungen für diese Forschungstätigkeit erarbeitet werden, wozu man Praxisbetriebe brauche, die bereit seien, an der Entwicklung neuer Systeme mitzuarbeiten.
Es müsse alles getan werden, um den ohnehin bestehenden Strukturwandel nicht zu verschärfen und den Sauenhaltern weiterhin eine ausreichende Existenzgrundlage zu bieten, so Agra-Europe.










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