13.07.2010 RSS Feed

Nordrhein-Westfalen: Grüne übernehmen Agrarressort

Johannes Remmel

Neu zugeschnittenes Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in rot-grüner Minderheitsregierung vorgesehen – Landtagsabgeordneter Remmel soll Minister werden – Koalitionsvereinbarung fordert Ökologisierung der Landwirtschaft

 

Fünf Jahre nach dem Weggang von Bärbel Höhn müssen sich die Landwirte in Nordhrein-Westfalen wieder auf ein grün geführtes Agrarressort einstellen, berichtet Agra-Europe. Nach dem Entwurf der rot-grünen Koalitionsvereinbarung, der am vergangenen Wochenende auf getrennten Parteitagen gebilligt werden sollte, stellen die Grünen die Leitung vom künftigen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Natur- und Verbraucherschutz. Für das Ministeramt wird der bisherige umweltpolitische Sprecher und Parlamentarische Geschäftsführer der grünen Landtagsfraktion, Johannes Remmel, gehandelt. Der 48-jährige Lehrer aus Siegen gehört seit 1995 dem Landesparlament an. Er hat sich seit vielen Jahren eingehend mit landwirtschaftlichen Themen befasst und gilt als Kenner der Materie.

 

In ihrer Koalitionsvereinbarung hat die künftige rot-grüne Minderheitsregierung eine Ökologisierung der Landwirtschaft auf ihre Fahnen geschrieben. SPD und Bündnis 90/Die Grünen wollen den Ökolandbau ambitioniert ausbauen und den Bioboom für Nordrhein-Westfalen nutzen. Angekündigt werden Initiativen, die Landwirtschaft dabei zu unterstützen, die heimische Nachfrage nach Biolebensmitteln zu decken. In diese Strategie werde die gesamte Wertschöpfungskette vom Stall bis zur Ladentheke einbezogen, heißt es in dem Vertragsentwurf. Kritik üben die voraussichtlichen Koalitionspartner an einer intensiv betriebenen Landwirtschaft, die vielerorts die Wasserqualität belaste, so Agra-Europe weiter.

 

Flächenverbrauch reduzieren

Mit Nachdruck will sich die designierte Düsseldorfer Regierung der Reduzierung des Flächenverbrauchs widmen. Mit einem entsprechenden Programm soll der Flächenverbrauch im Lande deutlich gesenkt werden. Während bundesweit im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung vorgesehen ist, den Flächenverbrauch bis 2020 aus 30 ha pro Tag zu verringern, strebt Nordrhein-Westfalen der Vereinbarung zufolge eine Verminderung auf landesweit 5 ha pro Tag an. Mit der Einführung eines Kieseuros soll der in einigen Regionen verbreitet Kiesabbau gebremst werden. Verstärkt werden soll der Tierschutz. Zu dem Zweck soll für anerkannte Tierschutzverbände ein Verbandsklagerecht im Landesrecht verankert werden, meldet Agra-Europe.

 

Im Bild: Johannes Remmel, Bündnis 90/Die Grünen



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