Niederländische Forderung nach Produktionsquoten für Schweine – und täglich grüßt das Murmeltier
Wyno Zwanenburg, Vorsitzender des Verbandes der Niederländischen Sauenhalter (NVV), sprach sich Rahmen des BDM-Symposium bei der Grünen Woche in Berlin, erneut für Produktionsquoten für Schweinefleisch aus.
Wie der BDM auf seiner Internetseite mitteilt, berichtete Zwanenburg über die deutlich gesunkenen Erzeugerpreise und die gleichzeitig gestiegenen gesellschaftlichen Erwartungen, mit denen Schweinehalter in ganz Europa zu kämpfen hätten. Wie die Milcherzeuger seien die Schweinehalter das schwächste Glied in der Vermarktungskette, so Zwanenburg. Nur dadurch, dass sie Einfluss auf die Menge der zu verkaufenden Schweine nähmen, könnten sie auch Einfluss auf den Preis nehmen.
Er sprach sich erneut für die Einführung von Produktionsquoten auf europäischer Ebene aus, da nur so höhere Preise für die Schweinehalter generiert werden könnten. Außerdem schlage der NVV vor, regelmäßige europaweite Preisabsprachen zwischen Erzeugern und Abnehmern unter der Leitung und Aufsicht eines Markt-Managers durchzuführen. Weitere Preisabsprachen sollten im Rahmen von Partnerschaften möglich sein, die das Kartellamt genehmigen soll, so Zwanenburg.
Die ISN meint: Die Forderung der NVV ist jedoch nicht neu. Wie bereits im Frühjahr letzten Jahres, spricht sich die ISN auch heute gegen die Einführung einer Schweinefleischquote aus. Nach wie vor steht die ISN für den freien Markt, denn auch jetzt bestimmen immer noch Angebot und Nachfrage den Preis. In einer ISN-Umfrage sprachen sich 70 % der deutschen Schweinehalter gegen Produktionsquoten aus und nur 29% waren der Ansicht man müsse auch solche Ansätze diskutieren.
30 Jahre Erfahrung mit der Milchquote zeigen, dass höhere Preise dank Quote nur in der Theorie funktionieren. Was bei der Milch nicht geht und 2015 endlich beendet wird, soll nun bei den Schweinen klappen?
Außerdem müssten wachstumswillige Bauern die Quote erst kaufen, so dass sich die Kostenspirale noch schneller drehen würde. Und mit den WTO-Regeln wäre die unbedingt notwendige Marktabschottung für ein solches Modell auf keinen Fall zu vereinbaren.
Eine permanente Wiederholung der Forderung macht sie an sich nicht besser und bringt uns nicht weiter. Es bleibt dabei: der Markt machts.










Zur ISN-Meldung vom Mai letzten Jahres
Aktuelles...