"Nichts ist so beständig wie der Wandel - Ferkelnotierung NRW" ein Kommentar von ISN-Beiratsmitglied Dirk Schulz
Alle Jahre wieder, so möchte man wohl sagen, fehlt offensichtlich Unruhe im Markt. Im Juli 2007 wurde die NRW-Ferkelnotierung grundlegend angepasst und landete 2,50€ tiefer. Großer Unmut vor allem bei den Ferkelerzeugern war die Folge. Man gelobte Besserung und versprach beim nächsten Mal
frühzeitige und offene Kommunikation.
In der 14ten Woche in 2011 nun die Zusammenführung der Notierungen NRW und Niedersachen. Der zunehmende und untypische Gleichklang der beiden Notierungen ab Herbst 2010 fiel schon ins Auge; offensichtlich eine Vorbereitung auf das, was geplant war und kommen sollte. Vertrauenerweckend sieht das nicht aus, bedenke man welche Werte jede Woche auf Basis dieser Notierung abgerechnet werden.
Dass in der ersten Nordwest-Woche
die angekündigte Notierungsanhebung von 46,50€ auf 48,00€ stattfand, darf nun wirklich niemanden wundern. Der Gipfel ist jedoch eine Empfehlung zur Kürzung der Zuschläge um 1,50€ auf Basis der NRW-Notierung. Sowohl die AuF- als auch die Dänennotierungen stiegen in diesem Zeitraum, also ist zumindest ein Teil der Steigerung dem flotteren Markt geschuldet und nicht systembedingt.
Es geht nicht um eine Besserstellung von Ferkelerzeuger oder Mäster, es geht um ein transparentes und präzise den Markt abbildendes Notierungssystem. Da die Interessen der Vermarkter nicht immer im Gleichschritt mit denen der Käufer und Verkäufer gehen, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass durch ausreichende Kontrollen neutraler Stellen ein präzises Abbild des Marktes geschaffen wird. Das sollte im grundlegenden Interesse aller Beteiligten sein.
Wenn dann noch hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, dass die Kürzungen vom Ferkelerzeuger nicht einmal beim Mäster ankommen, sondern unterwegs versickern
wird einem ganz anders.
Verlierer sind bisher mal wieder die Landwirte! Das Potenzial, um das Vertrauen der Landwirte für die Nordwest-Notierung zu gewinnen, ist noch lange nicht ausgeschöpft.
Dirk Schulz, Sauenhalter aus Nordrhein-Westfalen










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