"Nicht immer liegt es an Brüssel" - Gastkommentar von Richard Bruskowski, Chefredakteur "Badische Bauern Zeitung"
Dass im fernen Brüssel manchmal Dinge ausgeheckt werden, die an der bäuerlichen Praxis vorbeigehen, ist unbestritten.
Doch nicht an allem ist die EU-Kommission schuld.
Der sprunghafte Anstieg der Schwarzwild-Population hat vielerorts zu massiven Konflikten zwischen Jägern und Landwirten geführt. Die wirksame Bejagung der Schwarzkittel in hohen Maisbeständen gestaltet sich schwierig. Bejagungsschneisen könnten helfen. Deren Anlage scheitert häufig an bürokratischen, starren und fehlerträchtigen Vorgaben der Fachbehörden.
Für Landwirte ist nicht nachvollziehbar, dass EU-Betriebsprämien entkoppelt von Produktionsleistungen gezahlt, nicht (mit Mais) bepflanzte Flächen aber herausgemessen, dokumentiert und separat beantragt werden sollen. Aus berechtigter Sorge vor Fallstricken lehnen Landwirte die Anlage von „Schussschneisen“ ab. Jetzt ist zu erfahren, dass es nicht an der EU-Kommission in Brüssel, sondern an nationaler Bewertung liegt, ob Bejagungsschneisen aus förderfähigen Flächen herausgemessen werden müssen.
Deutsche Mühlen mahlen offensichtlich wesentlich gründlicher, als Brüssel es vorschreibt. Derweil breiten sich Schwarzkittel quasi unter dem Schutz der deutschen Fachverwaltung munter aus. Ausgelichtet werden sollte dringend nicht nur der Mais-, sondern auch der Verwaltungs- und Regelungsbestand in unserem Lande.
Dieser Kommentar erschien in "Badische Bauern Zeitung" 35, vom 04. September 2010.











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