Neue AutoFOM-Masken – wenn nicht jetzt, wann dann?
Ein Gastkommentar von Marcus Arden, top agrar Redakteur
Wenn es darum geht, den Schweinepreis zu drücken und Hauspreise festzusetzen, sind die deutschen Schlachter äußerst kreativ, nie um eine Ausrede verlegen und vor allem schnell. Passt den Unternehmen der Vereinigungspreis nicht, wird nicht lange gefackelt. Wie entscheidungsfreudig die rote Seite in dieser Angelegenheit ist, hat sie in den letzten Wochen mehrmals eindrucksvoll
bewiesen. Beim Thema Neue AutoFOM-Abrechnungs-Masken
scheint ihnen diese Schnelligkeit allerdings abhanden gekommen zu sein. Fast könnte man meinen, die neuen Masken müssten noch mit dem Rechenschieber erstellt werden.
Im Klartext: Dafür, dass gut vier Wochen vor dem Stichtag 4. Oktober 2011 erst ein einziger Maskenvorschlag der Westfleisch auf dem Tisch liegt, gibt es keine wirklich nachvollziehbaren Gründe. Die neuen AutoFOM-Schätzformeln sind schon seit über einem Jahr bekannt. Die rote Seite hatte also genug Zeit, frühzeitig neue Abrechnungsmodelle auszuarbeiten und zu präsentieren. Doch keiner wagt sich aus der Deckung, jeder wartet erst den Vorschlag des Mitbewerbers ab. Aus Sicht der Mäster eine unerträgliche Situation. Oder ist den Schlachtern die ganze AutoFOM-Masken-Materie
inzwischen womöglich selbst über den Kopf gewachsen? In diesem Fall sollten sie ernsthaft darüber nachdenken, die Masken zu entschlacken
und einfachere Modelle zu kreieren, die schnellstmöglich auf den Tisch gehören.
Auch die ISN fragt: Warum die bescheidene
Zurückhaltung? Der Anfang wurde schließlich von der Westfleisch schon vor Wochen gemacht. Zwar schmeckt uns diese Abzugsmaske im Hinblick auf Einfachheit und Verständlichkeit noch ganz und gar nicht. Immerhin ist das Unternehmen aber als erstes aus der Deckung gekommen und weist zudem seit Beginn dieser Woche den Effekt der neuen versus der alten Maske für seine Lieferanten auf der Abrechnung aus. Diese Vorgehensweise ist transparenter und fairer als die der anderen Schlachter. Unser Appell: Traut Euch!
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Von Klippen und Fallstricken
ISN-Vorstandsmitglied Christian Schulze Bremer bewertet die neue Westfleischmaske
Es ist kompliziert und wird noch komplizierter
Auch die neue Maske der Westfleisch stellt die Schweinehalter vor eine Reihe von Herausforderungen. Im Aufbau und in der Systematik hat sich nicht viel im Vergleich zur alten Abzugsmaske getan. Doch haben sich die Bewertungsschwerpunkte verschoben. So wird in Zukunft der Schinken stärker gewichtet und zusätzliche Abzüge über das Schlachtgewicht eingeführt.
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