04.10.2010 RSS Feed

Negative Auswirkungen durch neues Weidemark-Abrechnungssystem

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Am Freitag, dem 01.10.2010, hat das zur Tönnies-Gruppe gehörende Schlachtunternehmen Weidemark in Sögel das Abrechnungssystem umgestellt und wendet die bestehende Abrechnungsmaske nur noch für die Schlachtschweine an, die mindestens ein geschätztes Schinken schier-Gewicht von 18,4 kg nach Auto-FOM aufweisen.

 

Schweine mit niedrigeren Schinkengewichten erhalten für Magerfleischanteile zwischen 56 % und 57 % einen Zuschlag von nur noch 0,01 EUR/kg SG. Weitere Zuschläge werden nicht ausgezahlt. Damit will das Unternehmen wirtschaftliche Schäden vermeiden und Schlachtschweine nach ihrem tatsächlichen Handelswert bezahlen.

 

Diese Ankündigung vom 13. September 2010 ist aus Sicht der ISN für die Schweinehalter zur Anpassung der Lieferpraxis zu kurzfristig. Die Vermutung, dass die Mäster die Zeche zahlen werden, bestätigt eine Datenerhebung der ISN. Eine stichprobenhafte Überprüfung von Schlachtprotokollen hat ergeben, dass im Durchschnitt 30,5% der angelieferten Tiere der neuen Regelung zum Opfer fallen und aus dem Zuschlagssystem herausfallen. Die Spanne reicht von 10,3% bis zu 56,3% der Tiere! Das bedeutet, dass im worst case jedes 2. Schwein keine Zuschläge für hohe Magerfleischprozente erhielt. Bei genauer Betrachtungsweise ist festzustellen, dass der Anteil der Ausfälle durch das neue System mit steigenden Schlachtgewichten und daraus resultierend sinkenden Muskelfleischanteilen abnimmt.

 

Dass die Schlachtunternehmen schwere Schlachtkörper bevorzugen, die Anlieferung dieser aber nicht honorieren, ist grundsätzlich keine neue Erkenntnis. Nun sind die Weidemark-Lieferanten kurzfristig gezwungen, ihre Schweine tendenziell schwerer abzuliefern und gleichzeitig mögliche Abstrafungen durch zu hohe Schlachtgewichte hinzunehmen. Es wird die Kunst sein, ein optimales Verhältnis von Schlachtgewicht zu Schinkengewicht bezogen auf die Auszahlung zu erreichen. Und angesichts steigender Futtermittelpreise müssten die Erzeuger eigentlich eher leichtere Schlachtschweine abliefern. Außerdem ist zu bedenken, dass durch die höheren Schlachtgewichte auch die ohnehin schon große Angebotsmenge am Schweinefleischmarkt nochmals erhöht wird.

 

 

Kontakt:

Anna-Kathrin Bach

ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V.

Kirchplatz 2

49401 Damme

Tel. 0 54 91 / 96 65 – 25

Fax 0 54 91 / 96 65 - 19

E-Mail: bach@schweine.net



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