20.09.2012RSS Feed

Schweinemarkt: Nachfrage der Schlachter rege,  ErzeugerPreisanstieg um +3 Cent - Im Laden nur noch die Hälfte wert?

Die Stimmung am Schlachtschweinemarkt verbessert sich weiter. Die Anmeldungen von schlachtreifen Schweinen weisen eine leicht rückläufige Tendenz auf und gleichzeitig zeigen die Schlachtbetriebe ein sehr lebhaftes Kaufinteresse an den zur Verfügung stehenden Mengen. Diesen Trend belegt auch die Auktion der Internet Schweinebörse, bei der am Mittwoch mit einem Durchschnittspreis von 1,97 €/kg nochmals um 2 Cent höhere Preise als in der vergangenen Woche erzielt werden konnten.

 


Fleisch Zum Schleuderpreis

LEH weiter mit Kampfpreisen

Ganz und gar nicht in diesen positiven Trend passt das weiter anhaltende Verramschen von Fleisch in einigen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigen zwar, dass die Verbraucherpreise für Fleisch in den letzten Wochen moderat angestiegen sind und Schlachtunternehmen die höheren Preise zumindest teilweise auch an den Lebensmittelhandel weitergeben konnten. Dennoch finden sich in jeder Woche diverse Lebensmitteleinzelhändler, die mit Preisangeboten von 40 bis zu 50 % die Kunden in die Läden locken. Aus Sicht der ISN sind es gerade diese Preis-Leuchttürme, die das negative Image von Fleisch als Massenprodukt befeuern.


Keine Frage: Angebote mit Augenmaß müssen sein und kurbeln den Fleischabsatz an. Aber der Verkauf deutlich unter den Gestehungskosten führt zu einem völlig falschen Bild über die wahren Produktionskosten von Schweinefleisch. Alleine die gestiegenen Preise für Futtermittel haben in den letzten Monaten zu einer Erhöhung der Produktionskosten von fast 50 Cent je kg Schlachtgewicht geführt. Konnten Landwirte lange Zeit zu Kosten von etwa 1,50 €/kg produzieren, sind heute also annähernd 2,00 €/kg nötig. Dieses ist für die ISN ein klares Signal, dass angesichts der hohen Kosten keine sinkenden Erzeugerpreise in Sicht sein können.

 

Auch die Verantwortlichen im Lebensmittelhandel sollten endlich einsehen, dass das derzeitige Preisniveau am Schlachtschweinemarkt in Anbetracht deutlich angestiegener Futterkosten sowie immer höherer Auflagen unbedingt notwendig ist. Nur so ist eine wirtschaftliche und zukunftsfähige Schweineproduktion in Deutschland möglich!

 


Bei der Vermarktung wachsam bleiben!
Landwirte sollten auch in Hinblick auf die gestiegenen Kosten ihre Vermarktung genauestens prüfen. Hierzu gehört neben einer betrieblichen Optimierung (z.B. der Sortierung der Schlachtschweine) auch die kritische Prüfung des Vermarktungspartners: Stimmt das Zahlungsziel? Wie ist es um die Zahlungssicherheit bestellt? Dies sind neben der Kontrolle der Abrechnungen die wichtigsten Fragestellungen!

Bild der Woche...

 
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