"Nach der Seuche ist vor der Seuche" - Kommentar von Birgit Scharlau, ISN-Beiratsmitglied
Nach der Seuche ist vor der Seuche- Dieser Slogan sollte uns Schweinehalter täglich bei unserer Arbeit begleiten. Hat uns doch der jüngste Schweinepestzug in Westfalen-Lippe in diesem Frühjahr gezeigt, wie allgegenwärtig das Viruspotential ist. In diesem Fall hat es, so von offizieller Seite verlautbart, tiefgefroren viele Jahre in einer Kühltruhe geschlummert und aus nicht erklärbaren Gründen den Weg in den Schweinestall gefunden.
Wieder einmal hat sich die Existenz gefährdende Bedrohung eines Schweinepestausbruchs in vollem Ausmaß offenbart: Bestandskeulungen, Transportverbote, übervolle Stallabteile, Marktverzerrungen am Ferkel- wie Schlachtschweinemarkt, finanzielle Engpässe in den Betrieben, Sorge und Panik, eine nicht endende Informationsflut mit vielen Gerüchten und Falschinformationen, internationale Handelsbarrieren, ect. Auch die Schlachtindustrie sowie unsere bestandsbetreuenden Tierärzte mussten sich den logistischen Herausforderungen der Seuche stellen, stramm an den Kapazitätsgrenzen arbeiten und wirtschaftliche Einbußen hinnehmen.
Was können wir tun? Die Antwort ist so einfach, dass sie scheinbar nicht ernst genommen wird: Die Einhaltung der Schweinehaltungshygieneverordnung ist unsere schärfste Waffe! Allerdings sollte jeder Schweine haltende Betrieb - unabhängig von der Bestandsgröße - dazu verpflichtet werden. Das ist eine wichtige Forderung an die Politik!
An dieser Stelle sei auf das Arbeitspapier der Deutschen Gesellschaft für Schweinegesundheit (DGSG) zum Thema
Optimierte KSP-Vorsorge und –bekämpfung(s. angehängte pdf-Datei) verwiesen. Der von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe von Tierärzten, Amtsveterinären und Schweinehaltern erarbeitete Maßnahmenkatalog enthält strategische Lösungsansätze im Kampf gegen die Schweinepest.
Die in diesem Jahr gegründete DGSG wird sich in ihrer Arbeit diesem interdisziplinären Erfahrungsaustausch zwischen Tiermedizin und landwirtschaftlicher Praxis weiterhin widmen. Zum Thema organisiert die DGSG gemeinsam mit der AVA in Horstmar-Leer am 21. Oktober 2006 ein
Tierseuchensymposium, das sich an Schweinehalter, Tierärzte und Berater richtet.
Hochkarätige Wissenschaftler des Friedrich-Löffler-Insitituts werden den Seminarteilnehmern ebenso Rede und Antwort stehen wie ein Amtsveterinär, ein Seelsorger und ein Experte der EU-Kommission. Mehr Infos zum Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.
Wir müssen das unsererseits Mögliche zur Erhaltung der Seuchenfreiheit unserer Veredlungsstandorte beitragen. Letztlich ist das in unserem von starken Marktschwankungen geprägtem Geschäft ein Beitrag zur Einkommenssicherung!










Ksp massnahmenkatalog dgsg
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