Der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz hat am Freitag auf der Delegiertenversammlung des Landesjagdverbandes dem Verband zu seinem unmittelbar bevorstehenden 20-jährigen Bestehen gratuliert. "Von Anfang an brachte sich der Landesjagdverband in die Arbeit von Parlament und Landesregierung sachgerecht und fachlich fundiert mit ein, wofür er eine hohe Anerkennung erfuhr", so der Minister. Der Verband habe in der Vergangenheit an wichtigen Entscheidungen im Jagdwesen mitgewirkt, so an der Erarbeitung der Landesjagdgesetze 1992 und 2000, der altersklassenweisen Wildbewirtschaftung, der Schaffung und Stärkung der Hegegemeinschaften, der Bildung und dem Erhalt der Wildschadensausgleichskassen oder der Abschaffung der Jagdsteuer. Dabei hob der Minister besonders das Engagement des Landesjagdverbandes bei der Bekämpfung der Schweinepest in den Jahren 1993 und 2000 hervor.
Die Schweinepest sei nach vor ein ernst zu nehmendes Thema. Der Minister dankte deshalb den Jägern ausdrücklich für die Schwarzwildstrecke im Jagdjahr 2008/2009. Mit 75.866 Stück Schwarzwild konnten die Ergebnisse der Vorjahre deutlich überboten werden. Gegenüber dem Jagdjahr 2007/2008 sei dies sogar eine Steigerung um 30 %. Auch bei anderen Wildarten sei ein höheres Jagdergebnis als im Vorjahr erzielt worden.
In diesem Zusammenhang erinnerte er an ein Maßnahmenpaket für die effektive Schwarzwildbejagung in Mecklenburg-Vorpommern, das Spitzenvertreter des Landesjagdverbandes, des Bauernverbandes, des Arbeitskreises der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden sowie der Landesforstanstalt und der obersten Jagdbehörde gemeinsam geschnürt haben. Auf dessen Umsetzung komme es jetzt besonders an.
Anerkennung zollte der Minister den Jägern auch für ihren Einsatz zum Schutz des Wildes in diesem harten Winter. "Als sich abzeichnete, dass das Wild, allem voran das Rehwild witterungsbedingte Futternot litt, haben die Landkreise in Abstimmung mit ihren jagdlichen Beratern sehr schnell gehandelt. Innerhalb weniger Tage hatten die Landkreise flächendeckend die Notzeit festgelegt. "Ich bedanke mich bei allen Jägerinnen und Jägern für ihren jeweiligen Einsatz zum Schutz des Wildes, die damit ihrer Pflicht nachgekommen sind. Denen, die die Wildschutzmaßnahmen für unnatürlich, unsinnig und kontraproduktiv halten, erteile ich hiermit eine klare Absage", unterstrich der Minister.
In seiner Rede ging er auch auf die Auswirkungen der Landkreisneuordnung auf die Struktur der Wildschadensausgleichskassen ein. "Gemäß Landesjagdgesetz wird in jedem Landkreis nur eine Kasse gebildet. Dies hätte zur Folge, dass die bestehenden Kassen mit Zusammenlegung von Landkreisen ebenfalls Kraft Gesetzes fusionieren. Vor diesem Hintergrund habe ich vorgeschlagen, den Entwurf des Landkreisneuordnungsgesetzes noch einmal zu überarbeiten, was auch im Rahmen der Verbandsbeteiligung gefordert wurde. In Anlehnung an die Regelung zum Erhalt der bisherigen gemeinschaftlichen Jagdbezirke bei Gebietsänderungen schlage ich vor, dass auch die Wildschadensausgleichskassen in ihren bisherigen Gebieten bestehen bleiben und eigenständig über eine Fusion entscheiden," so der Minister.
Abschließend dankte er nochmals den rund 10.000 Mitgliedern des Landesjagdverbandes, dem Präsidenten Dr. Volker Böhning und den weiteren Präsidiumsmitgliedern für die geleistete Arbeit im Interesse der Jagd und des Wildes.
Außerdem fordert Till Backhaus (SPD) die rund 10 000 Jäger im Land zu einer weiterhin effektiven Bejagung der Schwarzwildbestände auf. Die Schweinepest sei nach wie vor ein ernstzunehmendes Thema, sagte Backhaus am Samstag auf der Delegiertenkonferenz des Landesjagdverbands in Klinik an der Müritz. Im vergangenen Jahr waren fast 75 900 Wildschweine erlegt worden. Zugleich dankte der Minister den Hegegemeinschaften für ihr Engagement bei der Notfütterug von Schalenwild während des harten Winters.