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05.07.2010

Mehrfachimpfungen beim Ferkel - macht das Sinn?

Ferkel Einzeln

Die Rentabilität eines schweineproduzierenden Betriebes ist von vielen Faktoren abhängig, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Der Faktor Tiergesundheit fällt hierbei besonders ins Gewicht. Vorbeugemaßnahmen wie betriebsspezifische Impfprogramme gewinnen immer mehr an Bedeutung.


Die Leistungssteigerung in der Schweineerzeugung generell liegt in der Steigerung der Fruchtbarkeitsleistung der Sauen, der Optimierung der Wurfleistung und möglichst geringen Verlusten. Das kann nur dann erwartet werden, wenn die Tiergesundheit streng überwacht wird. Bei der Betreuung rückt die Prophylaxe innerhalb der tierärztlichen Maßnahmen immer mehr in den Vordergrund. Dies erfordert ein Umdenken des einzelnen Schweinehalters; der Tierarzt fungiert zunehmend als Berater und muß für diese Dienstleistung auch bezahlt werden.


Eine wichtige Voraussetzung ist die Erstellung eines korrekten Gesundheitsstatus des Betriebes durch Tierarzt und Landwirt. Neben der Optimierung von Fütterung, Hygienemaßnahmen und Stallklima sollte ein Impfprogramm immer genau auf den bestehenden Bestand und die Immunitätslage der Tiere abgestimmt sein. Demnach muss vor der Impfung eine Bestimmung der im Bestand vorhandenen Erreger erfolgen.

Nur selten sind Tiere von lediglich einem Erreger infiziert, meist liegen Mischinfektionen vor. In der Praxis wird es mit zunehmender Anzahl von Ferkelimpfmaßnahmen immer schwieriger, die einzelnen Impfungen auf die vergleichsweise kurze Säugezeit zu verteilen. 


Um den Tieren möglichst wenig Streß zu bereiten, die Kosten niedrig zu halten und die Arbeitszeit besser verteilen zu können, bieten sich gleichzeitig verabreichte oder kombinierte Mehrfachimpfstoffe an.

Auf den Betrieb abgestimmte Impfprogramme versprechen geringere Verluste in Ferkelaufzucht und Mast, damit eine Erhöhung der Aufzuchtleistung, höhere Ferkelgewichte, geringere Behandlungskosten, homogenere Ferkelgruppen, eine Verbesserung der täglichen Zunahmen, verbesserte Futterverwertung, und eine verringerte Menge eingesetzter oraler Antibiotika.
Das zu dem jeweiligen Betrieb passende und damit zu wählende Impfschema hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu zählen der Zukauf von Tieren, Produktionsrhythmen und Betriebsmanagement sowie die im Betrieb nachgewiesene Keimflora.


In vielen Ferkelerzeugerbetrieben werden die Ferkel während der Säugeperiode gegen Mycoplasma hyopneumoniae, Ileitis, PRRS und/ oder Circoviren (PCV-2) geimpft.
Beim Ferkelimpfstoff wird das Ferkel geimpft und baut dann einen aktiven Immunschutz auf. Die jungen Tiere benötigen eine eigene, langanhaltende Immunität, die im besten Fall bis zum Mastende schützt. Bei der Impfung der Sauen bekommen die Ferkel lediglich einen passiven Immunschutz über die Biestmilch. Im Laufe der Aufzucht werden die aufgenommenen mütterlichen Antikörper abgebaut und bieten somit keinen Schutz mehr.



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