"Mastschweine 1.63, Ferkel 40 Euro - was ist los im Ferkelmarkt?" – Kommentar von Franz Meyer zu Holte, ISN-Vorsitzender
Vielen in der Schweinebranche erscheint es schleierhaft, dass trotz einer boomenden Schweinefleischnachfrage die Ferkelpreise nicht in die Pötte kommen. Hatten in der Vergangenheit die Trends der beiden Märkte zumindest Zeit verschoben die gleiche Richtung, so treten die Ferkelpreise seit Monaten auf der Stelle. Dies hat meines Erachtens verschiedene Ursachen:
- ist die Liquidität vieler Mäster nach drei Jahren mäßiger Schweinekonjunktur ausgepowert (die der Ferkelerzeuger übrigens auch), sodass in einigen Regionen sehr mäßig wiedereingestallt wird. Es ist schon symptomatisch, wenn kolportiert wird, dass z.B. im nördlichen Ruhrgebiet einzelne Banken Betriebe mit insgesamt 320 ha hochgehen lassen.
- hat in vielen Fällen in diesem Sommer die Mast durch Hitze und auch evtl. Krankheit bedingt schnell ein, zwei Wochen länger gedauert. Hinzukommt, dass aufgrund von Erfahrungen mit Circo u. Co. mehr Ställe leer gefahren, gesäubert und desinfiziert werden, als es in bequemen Zeiten der Vergangenheit der Fall war. Auch dadurch verschiebt sich der Einstallungsintervall und die Nachfrage nach Ferkeln.
- trauen viele vorsichtige Mäster dem Braten noch nicht. Obwohl die Futurekurse der WTB mittlerweile auch für Anfang 2005 auskömmliche Preise prognostizieren, befürchten einige Pessimisten nach der derzeitigen unverhofften Hausse eine ebenso überraschende Baisse.
- läuft es in den meisten Ferkelerzeugerbetrieben zur Zeit zumindest, was die biologischen Daten angeht, überraschend gut. Dadurch scheint der durch den Bestandsabbau gegebene Angebotsrückgang zumindest abgeschwächt.
Das heißt, reduzierte Nachfrage aufgrund verhaltener Liquidität und längeren Mastintervallen stößt auf ein weniger stark reduziertes Ferkelangebot. Selbstverständlich muss das nicht ewig so bleiben, Fruchtbarkeitsprobleme Ausgangs des Sommers und Krankheitsdruck zu Beginn der feuchtkalten Tage können biologische Daten schnell negativ beeinflussen. Damit die Liquidität auf den Betrieben wieder anwächst, dazu müssen die guten Schlachtschweinepreise noch etwas anhalten. Eine große Chance besteht für die Mäster, die jetzt einstallen.










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