Die Immobilien- und Bankenkrise, die im Jahr 2008 begann, weitete sich im Jahr 2009 zu einer handfesten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise aus, die auch die Schweinehalter erreichte. So lagen die Erzeugerpreise im Jahr 2009 um 9,5% unter dem Niveau des Vorjahres bei durchschnittlich 1,42 €/kg SG gegenüber 1,57 €/kg SG im Jahr 2008. Immerhin sind die Futterpreise auch gesunken. Für die Ferkelerzeuger sah es in diesem Jahr etwas besser aus: im Schnitt stieg der Preis je Ferkel in Niedersachsen um 11% gegenüber dem Vorjahr. Die Situation für die Sauenhalter hat sich also etwas entspannt, dennoch konnten die Verluste aus den Vorjahren nicht ausgeglichen werden.
Stark zugenommen haben in diesem Jahr die Exporte von Schweinefleisch ebenso wie die Exporte von Ferkeln und Schlachtschweinen nach Osteuropa. Die Lieferungen sind oftmals von politischen Entscheidungen abhängig, das zeigt sich am Beispiel von Russland, wo durch komplexe Einfuhrbestimmungen das Exportfenster oftmals nur sehr kurz geöffnet ist. Da es das langfristige Ziel der russischen Regierung ist, die Bevölkerung zu 100% selbst zu versorgen, muss man diese Potenziale jetzt nutzen, bevor es zu spät ist.
Die Exportabhängigkeit nimmt angesichts eines Selbstversorgungsgrades in Deutschland von 110% weiter zu. Deshalb ist unsere Forderung an die Politik, ihre Bemühungen zur Öffnung neuer Absatzmärkte, wie in allen Wirtschaftsbereichen, weiter zu intensivieren. Deutschlands Schweinehalter produzieren hochwertiges Schweinefleisch zu wettbewerbsfähigen Preisen, das auf Auslandsmärkten, auch Drittlandsmärkten, sehr gefragt ist. Es ist die Verantwortung der Politik Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Eigeninitiativen der Wirtschaft unterstützen. Denn wir sollten das Feld nicht den Niederlanden oder Dänemark den USA oder Brasilien überlassen.
Wir befinden uns in einem starken Wettbewerb, sowohl mit den europäischen Nachbarn als auch mit anderen Anbietern auf dem Weltmarkt. Der Markt ist belastet, das zeigt sich beispielsweise bei den Exporten nach Russland. Die Grundstimmung ist insgesamt positiv, wir gehen optimistisch in das Jahr 2010 und hoffen, dass sich ein fairer Markt durchsetzt. Was wir dringend brauchen, ist das Ende der politischen Abhängigkeiten und gleiche, faire Rahmenbedingungen für alle Schweinehalter in der EU.
Ich wünsche Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2010!
Ihr Heinrich Dierkes, ISN-Vorsitzender