Machtkampf um die SchlachtSauennotierung
Die Vermarktung von Schlachtsauen ist unbestritten ein schwieriges aber auch ein lukratives Geschäft, werden doch in der Branche erhebliche Zuschläge an die Vermarkter ausgezahlt.
Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat in den letzten Wochen, nachdem das Zuschlagswesen über Jahre aus dem Ruder gelaufen war, durch die Umstellung auf einen Preis Frei-Eingang-Schlachtstätte
versucht, wieder mehr Marktransparenz in die Sauenvermarktung zu bringen. Leider hatte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Maßgebliche Schlachtunternehmen, wie die Firmen Tönnies und Westfleisch, haben dieses mit der Veröffentlichung eines eigenen Hauspreises auf Ab-Hof
-Basis quittiert.
Diese Marktlücke versucht nun ein Verband deutscher Viehvermarkter
(VDV) zu schließen, indem dieser einen eigenen Preis notierte. Der VDV-Preis versteht sich ebenfalls als Ab-Hof
-Preis, auf den wiederum deutliche Aufschläge von bis zu 20 Cent gezahlt werden. Dies wird insbesondere bei der Betrachtung der Differenzen zwischen den Ab-Hof
-Notierungen und der amtlichen Notierung in den einzelnen Bundesländern deutlich. Transparenz für den Erzeuger: Fehlanzeige!
Die ISN berichtete: Poker um die Schlachtsauen
Das meinen die Praktiker:
Henning Schulte-Uffelage: Wichtig ist, was am Ende übrig bleibt!
Zugegeben, auch ich bin mir derzeit sehr unsicher, welche Notierung den Markt am besten widerspiegelt. Dass Schlachtsauen begehrt sind, sehe ich an den zahlreichen Anfragen verschiedener Händler.
Wichtig für mich ist jedoch, dass neben dem Auszahlungspreis auch das Gesamtpaket stimmt: Werden die Sauen pünktlich abgeholt? Wie wird mit Teilschäden umgegangen und wie ist die Ausschlachtung? Daneben gehört ein gewisses Vertrauen zum Vermarkter einfach dazu.
Dirk Schulz: Verschiedene Notierungen verwirren!
Seit Dezember vermarkte ich meine Schlachtsauen auf der Grundlage der VEZG-Preises
Frei-Eingang-Schlachtstätte. Diese Notierung bildet für mich derzeit den Basispreis.
Wenn eine Gruppe von Viehhandelsunternehmen über eine eigene Notierung versucht, Einfluss auf den Markt zu nehmen, ist das Ziel in meinen Augen glasklar: Das lukrative Geschäft darf nicht verloren gehen! Wir brauchen also nicht einen Nebel verschiedener Notierungen, sondern eine Notierung, die von breiter Basis akzeptiert wird!













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