Mit dem Jahr 2008 lassen wir eines der so genannten Krisenjahre hinter uns.
Neben der spekulationsbedingten Immobilien- und Bankenkrise stellte sich die durch falsches Marktverhalten bedingte Automobilkrise ein und bei uns Schweinehaltern hatten vor allem die Ferkelerzeuger ihre ganz persönliche Finanzkrise zu bewältigen.
Neben dem bekannten Schweinezyklus kam die Futtermittelkrise und die selbst verantwortete Produktivitätsfortschrittskrise hinzu.
Mit dem Resultat, dass in Deutschland mehr als jeder sechste Schweinehalter, und hier vor allem Sauenhalter, das Handtuch warfen.
Die Globalisierung hat auch im Schweinesektor zugeschlagen. Wir sind mittlerweile extrem abhängig von den Launen der Exportmärkte. Jeder Seuchenzug in Europa wäre eine Katastrophe.
Auch der europäische Markt ist noch näher zusammengerückt. Die Schweineüberschussländer Dänemark und Niederlande haben sich von der Mast auf die Ferkelproduktion umgestellt und drängen zunehmend auf den deutschen Markt. „Arbeitsteilung der Regionen“ heißt das. Dieses wird sich auch im neuen Jahr fortsetzen.
Gleichzeitig werden uns Themen beschäftigen wie Ferkelkastration, Ebermast und eine intensive Zuchtarbeit in diesen Bereichen. Wir müssen aufpassen, dass uns hierbei nicht durch eine neue „Hormon-Diskussion“ die Verbraucher verunsichert werden. Nicht nur selbsternannte Tierschützer schüren hier die Diskussion.
Während die Politik im Zuge der Banken-, Finanz- und Autoindustriekrise plötzlich Wunder vollbringen kann, alles Hemmende zurückstellen kann und ungeheure Mittel locker macht, bleibt bei uns Schweinehaltern die Kleinkrämerei an der Tagesordnung. Tierschutz-TÜV, Ammoniak-Richtlinie, Cross-Compliance, um nur einige Erbsenzählereien zu nennen, die uns überflüssigerweise das Wirtschaften erschweren.
Leider scheint die (auch weiterhin gut funktionierende) Ernährungswirtschaft offensichtlich nur zweitrangig zu sein.
Wir wollen keine großartigen staatlichen Hilfspakete, keinen Fleisch-Fonds. Wir wollen lediglich von unnützen Knüppeln verschont bleiben. Dann werden wir auch mit unseren eigenen Krisen fertig und werden verantwortungsvoll und tiergerecht unsere Schweine halten, damit den Menschen in unserem Land auch weiterhin gesunde und schmackhafte Fleischgerichte zu Verfügung stehen.
In diesem Sinne wollen wir gerne arbeiten und vielleicht auch ein angemessenes Einkommen erwirtschaften, im Jahre 2009 und darüber hinaus.
Ein gutes Neues Jahr wünscht uns allen
Franz Meyer zu Holte, ISN-Vorsitzender