18.07.2011 RSS Feed

Kombinierte Sauen- und Ferkelimpfung für besseren Schutz vor PCV2

Merial Logo

Um einen maximalen Schutz vor Erkrankungen mit dem Porcinen Circovirus Typ 2 (PCV2) in Schweinebeständen zu erreichen, ist eine kombinierte Sauen- und Ferkelimpfung angebracht, meldet Agra Europe. Das hat Produktmanagerin Dr. Ariane Schade vom Tierarzneimittelhersteller Merial festgestellt, der seit Ende 2010 über eine deutschlandweite Zulassung für seinen PCV2-Impfstoff zur Ferkelimpfung verfügt.

 

Allerdings müsse hier je nach Betrieb in Abstimmung mit dem Tierarzt entschieden werden, welche Lösung für den jeweiligen Tierbestand das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis erziele, betonte Schade. Der Leiter der Merial-Großtierabteilung, Dr. Josef Resch, erinnerte daran, dass Impfungen gegen den Porcinen Circovirus Typ 2 bei ohnehin steigenden Kosten ein wichtiger Faktor sei. Eine generelle Immunisierung passe zwar für viele Tiere, aber eben nicht für alle. Die Impfung ist aus seiner Sicht noch optimierbar, dafür müssten aber Industrie, Landwirte und Wissenschaft zusammenarbeiten. Laut Schade zählt zu den Vorteilen einer Ferkelimpfung zunächst, dass eine aktive Immunabwehr einen länger anhaltenden Schutz verspricht als der passive Schutz über das Muttertier. Ferner werde so Vorsorge vor der Erkrankung bis zur Schlachtung betrieben. Zudem seien die Erfolge schnell sichtbar, weil die Immunität gegen PCV2 bereits nach zwei Wochen einsetze und so der Erregerdruck in der Mast gesenkt werde.

 

Diesen positiven Aspekten stünden zusätzliche Arbeit und höhere Kosten gegenüber, die eine zusätzliche Ferkelimpfung mit sich bringe, führte Schade weiter aus. Außerdem müsse klar sein, ob eine Infektion bereits vor der Impfung vorgelegen habe. Schließlich müsse der Impfzeitpunkt genau gewählt werden; dieser dürfe nämlich nicht zu früh sein, damit das Ferkel auf die Immunisierung auch anspringe, erläuterte die Produktmanagerin. Sie wies darauf hin, dass geimpfte gegenüber ungeimpften Tieren signifikant weniger Viren über den Kot ausschieden und auf diese Weise der Infektionsdruck insgesamt sinke. Auch 20 Wochen nach der Immunisierung sei die Virusbelastung noch erheblich geringer. Demnach könne also der Landwirt durch eine PCV2-Ferkelimpfung die Mortalitätsrate in der Mast reduzieren und eine Verbesserung der täglichen Gewichtszunahme seiner Tiere nach Einführung der Impfung erzielen.

 

Eine Muttertierimpfung bringt nach den Worten von Schade den Vorteil mit sich, dass die Immunabwehr durch die Biestmilch auf die Ferkel übertragen wird. Dadurch werde eine sehr schnelle und frühe Wirkung erzielt, da so schnell die Ferkel nicht geschützt werden könnten; das sei erst ab einem Alter von drei Wochen möglich. Ferner ergebe die Sauenimpfung ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Darüber hinaus liege ein Zusatznutzen in einer erhöhten Fruchtbarkeitsleistung. Außerdem steige die Herdenstabilität insgesamt. Aber auch bei der Sauenimpfung gebe es Nachteile, räumte Schade ein. Zum einen gebe es eine gewisse Vorlaufzeit, bis die passiv geimpften Ferkel im Betrieb seien; gegebenenfalls sei sogar eine Wiederholungsimpfung erforderlich. Zum anderen müsse gewährleistet werden, dass die Ferkel auch mit Biestmilch versorgt würden, da ansonsten die Impfung bei diesen erst gar nicht ankomme.

 

Schließlich müsse der Landwirt auch die Wechselwirkung zwischen der aktiven und passiven Immunabwehr berücksichtigen. Es muss davon ausgegangen werden, dass die passive Impfung auch Auswirkungen auf die aktive Immunisierung hat, unterstrich die Produktmanagerin. Daher dürften die Ferkel auch nicht zu früh geimpft werden.

 

Der Leiter der Klinik für Schweine an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Prof. Mathias Ritzmann, stellte die Ergebnisse zur Wirksamkeit der PCV2-Ferkelimpfungn in der Praxis vor, die in einem 250-Sauen-Betrieb in Niederösterreich durchgeführt wurde. Die Wissenschaftler fanden in der Studie unter anderem heraus, dass eine PCV2-Ferkelimpfung zu einer signifikanten Steigerung der durchschnittlichen täglichen Gewichtszunahme führt. Bezogen auf die erste Hälfte der Mast, also von der 13. bis zur 21. Woche und die zugleich auch die Hauptphase der Virämie ist, lag der Unterschied bei knapp 65 g pro Tag, während der gesamten Mastperiode waren es gut 41 g/Tag. Ferner sei die Zahl der Kümmerer in der 21. Lebenswoche gesenkt worden, und zwar um 5,15 % bei der Impfgruppe gegenüber der Kontrollgruppe, erläuterte der Wissenschaftler. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung sei, dass man die Mortalitätsrate erheblich habe zurückfahren können, in der ersten Masthälfte um 6 %, über die gesamte Mastdauer hinweg um etwa 7 %. Ritzmann zufolge können PCV2-Impfungen eine Virämie aber nicht vollständig verhindern. Wichtiger sei vielmehr, die Reduktion der Virämie nach der Impfung und im zeitlichen Verlauf zu erreichen, resümierte Ritzmann. Eine vollständige Eliminierung von PCV2 in den Ställen sei jedoch unwahrscheinlich. Wichtige Faktoren seien das Management, die Hygiene und die Impfplanung.



Industrie-News...

 

ISN-Termine

Ferkelkontaktbörse und Marktplatz

Ferkelgesuch der Woche!

25.000 Ferkel pro Jahr

gesunde, fleischreiche Ferkel: Dan x PI o.ä.

26-32 kg

500 - 1.000 Ferkel je Lieferung

alle 7 - 14 Tage

Standort: Cloppenburg


Hier geht es zu den

-Ferkelangeboten

-Ferkelgesuchen

Interessante Gesuche nach Schlachtschweinen auf dem Marktplatz

ISN-Mitglied werden & Vorteile sichern

Profitieren Sie als ISN-Mitglied von unseren zahlreichen Serviceleistungen, wie

Hier können Sie Mitglied werden.

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Ob Maskenänderungen, Tierschutzplan oder Tierhaltung in der Öffentlichkeit: Sagen Sie uns Ihre Meinung!