+++ SCHWEINEMARKT: Tendenz stabil +++

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24.02.2010

ISN-Mitgliederversammlung 2010: Bericht des ISN-Vorsitzenden Heinrich Dierkes

Heinrich Dierkes

Heinrich Dierkes

Es gilt das gesprochene Wort.

 

 

Begrüßung: Regularien und namentliche Begrüßung der Ehrengäste

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,

 

Zunächst möchte ich Sie um eine Schweigeminute für unser langjähriges, im Dezember letzten Jahres verstorbenes Beiratsmitglied aus Baden-Württemberg, Fritz Gurr, bitten.

 

Da wir in diesem Jahr die Regularien zugunsten des anschließenden Rahmensprogramms kurz halten wollen, werde ich heute über die Aktivitäten unserer wirtschaftlichen Töchter berichten.

 

ISW GmbH

Die ISW GmbH konnte im Geschäftsjahr 2009 in fast allen Tätigkeitsbereichen Umsatz und Gewinn steigern. Die Geschäftsfelder im Einzelnen:

 

Viehhandel

Das Viehhandelsgeschäft der ISW ist durch ein kontinuierliches Wachstum gekennzeichnet. Im Jahr 2009 haben wir insgesamt gut 535.000 Mastschweine und Ferkel vermarktet. Bei den Mastschweinen hatten wir ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr von rund 16 Prozent auf 378.000 Tiere und bei den Ferkeln konnten wir den Umsatz um knapp 17 Prozent auf 157.000 Ferkel steigern.

Im Jahr 2009 sind wir erstmals im Export von Schlachtschweinen nach Osteuropa, vornehmlich Russland tätig geworden.

Ein seriöses Agieren im Markt, ein kurzes Zahlungsziel, eine wettbewerbsfähige Kalkulation und nicht zuletzt unsere Warenkreditversicherung, mit der wir unsere Geschäfte absichern sind, sind Argumente für Sie als ISN-Mitglieder, die für eine Zusammenarbeit mit der ISW sprechen.

In der letzten Woche hat die ISW die ISW EZG gegründet. Mit dieser EZG wollen wir die Möglichkeiten des Marktstrukturgesetzes nutzen.

 

Internet Schweinebörse

Die Internet Schweinebörse verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 30.400 Tieren, das sind rund 3.800 Tiere oder 14 Prozent mehr als 2008.

Die Auktion der Internet Schweinebörse findet jeden Mittwoch um 14:00 Uhr statt. Sie können Schlachtschweine bis 13:00 Uhr in Partien für die Auktion anmelden. Nutzen Sie unser "Schnupperangebot" und vermarkten Sie Ihre Schweine einmalig kostenfrei über das Internet. Nähere Informationen erhalten Sie von unserer Frau Burbank.

 

Marktberichte

 

Der ISN Marktbericht sorgt nach wie vor für Transparenz in der Schweinebranche. Der Informationsabruf ist annähernd konstant, allerdings verschieben sich die Informationswege. Wir bieten Ihnen unsere Informationen nach wie vor über unseren Anrufbeantworter bzw. den Faxabruf und weiterhin als Faxversand und über unseren Internetauftritt. Hierbei ist festzustellen, dass die Abrufe auf dem Anrufbeantworter und dem Fax zugunsten des Faxversandes und des Internets abnehmen.

 

Gashandel

Beim Flüssiggashandel haben wir im letzten Jahr mit 4,6 Mio. Litern das Vorjahresniveau um rund 0,4 Mio. Liter steigern können.

Unser ISW-Flüssiggashandel ist seit 1989 sehr erfolgreich für die ISN Mitglieder tätig. Bundesweit können wir Ihnen Flüssiggas zum günstigen ISW-Preis anbieten. Die Lieferkonditionen legen wir Ihnen tagesaktuell im Internet bzw. regelmäßig in unseren Mitgliederrundschreiben offen.

Auch beim Flüssiggas gilt, nur wenn Sie uns aktiv im Markt fordern, können wir weiterhin für Transparenz sorgen und Ihnen günstige Bezugskonditionen anbieten.

 

Strom

 

Aktuell haben wir uns für eine Kooperation mit dem Stromanbieter meistro entschieden, um unseren Mitgliedern eine interessante Alternative zu ihrem bisherigen Stromlieferanten zu bieten.

Ein günstiger Strompreis, ein seriöser und leistungsfähiger Anbieter, der auch ein entsprechendes Wechselmanagement sicherstellen kann sowie die Zukunftsperspektiven eines schlank und effizient aufgestellten Unternehmens waren uns hier besonders wichtig.

Bisher haben eine Reihe von ISN-Mitgliedern die aktuell günstigen Konditionen für einen Wechsel genutzt. Bei Interesse sollten Sie sich ein entsprechendes Angebot einholen.

 

ISW Versicherungsmakler GmbH

 

Die Bestandszahlen unserer ISW Versicherungsmakler GmbH sind durch ein kontinuierliches Wachstum geprägt. Das verwaltete Prämienaufkommen ist zum Ende des vergangenen Jahres um 11 Prozent auf über 6 Mio. Euro angestiegen. In den vergangenen 6 Jahren konnte damit das verwaltete Prämienaufkommen, das im Jahr 2003 noch rund 3 Mio. Euro betragen hat, nahezu verdoppelt werden. Unsere Mitarbeiter in Cloppenburg betreuen mittlerweile 4000 Kunden mit rund 13.500 Versicherungsverträgen. Das junge Unternehmen hat sich damit innerhalb kürzester Zeit am Markt etablieren können.

Im Jahr 2009 wurde der Bereich Personenversicherung personell neu aufgestellt. Mit unserem speziell geschulten Fachpersonal können wir Sie auch z. B. beim Abschluss von Altersvorsorgeverträgen oder bei Berufsunfähigkeitsversicherungen intensiv betreuen. In unseren Fachabteilungen Sachversicherungen, KfZ-Versicherungen, Tierversicherungen, Personenversicherungen und Schadensbearbeitungen stehen Ihnen kompetente Ansprechpartner zu allen Versicherungsfragen zur Verfügung.

Gerne sind unsere Mitarbeiter zudem bereit, für ISN-Mitglieder durch eine Gegenüberstellung den derzeitigen Versicherungsumfang zu beurteilen: Neben der Frage, ob alle Risiken sinnvoll versichert sind, werden dabei insbesondere auch Einsparmöglichkeiten aufgezeigt.

Wie diesem Beispiel zu entnehmen ist, können Ihnen unsere Mitarbeiter teilweise auch erhebliche Einsparmöglichkeiten aufzeigen.

 

Personell haben wir uns als ISN im Jahr 2009 bei unseren wirtschaftlichen Töchtern neu aufgestellt: Unser Vorstandsmitglied Franz Schulze Tenkhoff ist bei der ISW GmbH als Geschäftsführer ausgeschieden. Als hauptamtlicher Geschäftsführer sind hier nunmehr Andreas Stärk und für den Bereich Viehhandel Gerd Westermann tätig. Bei den ISW Versicherungsmaklern ist unser ehemaliges Vorstandsmitglied Ulrich Kirschner als Geschäftsführer ausgeschieden. Auch hier ist Andreas Stärk für die ISN/ISW als Geschäftsführer tätig.

Bedanken möchte ich mich im Namen der ISN bei allen Mitarbeitern der ISW in Damme und in Cloppenburg für die geleistete Arbeit. Sie haben entscheidend zum Erfolg der Unternehmen beigetragen. Nur mit engagierten Mitarbeitern können wir auch zukünftig für unsere Mitglieder erfolgreich tätig werden.

 

                                                                                                                                            

 

Wer als Vorsitzender einen Jahresbericht vorzutragen hat, gerät zuerst ins Grübeln und erspäht oftmals nur Probleme. All zu leicht sieht man nur die dunklen Wolken die aufziehen.

 

Deshalb gleich vorweg und sehr deutlich: Die deutsche Veredlungsproduktion rund um das Schwein ist eine Erfolgsgeschichte. Die ganze Branche hat bewiesen, dass Schweinefleisch „Made in Germany“ weltweit erfolgreich ist, und wir tun alles, dass dieses auch so bleibt.

 

Dank der guten Kooperation mit dem ZDS, dem ADT in Brüssel, der Vereinigung, den Landesverbänden, den Viehhandelsverbänden, dem VDF, dem BVT, dem BPT, QPNW, QS, DLG, German Meat, den Landwirtschaftskammern, den Ministerien, den Bauernverbänden auf Landes- und Bundesebene und vieler anderer Verbände, ist es uns zusammen gelungen, für die Schweinehaltung und die Vermarktung den Freiraum zu schaffen, der für eine erfolgreiche Produktion erforderlich ist.

 

Im Namen der ISN und seiner Mitglieder, bedanke ich mich recht herzlich bei allen Verbänden und Organisationen für die gute Zusammenarbeit.

 

Diese große Anzahl an Verbänden zeigt aber auch wie Komplex die Schweinehaltung und Vermarktung heute ist. Und sicher gibt es innerhalb der Schweineproduktion Schwierigkeiten, ich denke da besonders an die Zucht und die Sauenhaltung. Insgesamt gesehen bietet uns der Markt aber die Möglichkeit uns zu entwickeln. Auch der Selbstversorgungsgrad von über 100%, bringt für den Markt keine größeren Risiken als mit 80 oder 90 %. Denn die Preise sind europäisch, wenn nicht global. Wir sind keine Insel, auch keine Kunstinsel wie die Schweiz.

 

Es gibt aber auch dunkle Wolken.

 

Auf meine Klagen über die unterschiedliche Arbeitsbelastung einiger Berufsgruppen, sagte mir ein sehr erfolgreicher Unternehmer aus unserer Region „Wenn alle in den Ministerien und beim Finanzamt so viel arbeiten wie wir, geht in der freien Wirtschaft und in der Landwirtschaft bald gar nichts mehr.“ Diese Aussage begleitet mich jetzt 30 Jahre, und Sie enthält viel Wahres.

 

In der letzten Zeit allerdings scheinen wir auf der Zielgraden angekommen. Eine Flut von neuen Gesetzen, Verordnungen und Erlassen bricht über uns herein. Sie hatten im Vorspann Gelegenheit einen Teil der Themen zu sehen, die uns in der letzten Zeit viel Arbeit abgefordert haben, und die das Netz um den „Freien Unternehmer“, als die wir uns als Schweinebauern verstehen, immer enger ziehen. Und die Anforderungen an uns werden immer populistischer und sind weniger sachorientiert.

 

Besonders gilt dieses für den Bereich des Stallbaus. Ammoniakleitfaden, VDI-Richtlinien für Emissionen, Immissionen und Bioaerosole, Schweinehaltungsverordnung, privilegiertes Bauen und Güllekataster sind nur einige Stichworte aus der letzten Zeit. Wenn Sie gut sind in der Schweinemast oder der Sauenhaltung, aber nur dann, sollten Sie überlegen, ob der angedachte Stallbau nicht bald in Angriff genommen werden sollte. Ein Stallbau aber, nur weil der Nachbar baut, kann die Existenz kosten!

 

Ein weiteres Problem für die Veredlung ist die Subventionierung der Bioenergie, die der Stromverbraucher, also auch wir, noch selbst bezahlen. Es ist traurig, dass gerade die Veredlung, die sich immer gegen Subventionen ausgesprochen hat, mit Subventionen, von den Pacht- und Nachweisflächen getrieben wird.

 

Eine weitere Gefahr für unsere Schweinehaltung sind Seuchen und die Seuchenpolitik, die fast immer auch Handelspolitik ist. Die Wildschweinepest ist nach wie vor ein Damoklesschwert für die Schweinehaltung. Hier bitten wir die Jäger, besonders die Jäger, die gleichzeitig Bauern sind, alles zu tun um die Szenarien, die wir für NRW und Niedersachsen bei einem größeren Seuchenfall berechnet haben, nie Wahrheit werden zu lassen! Es wäre das Ende vieler Existenzen! Wir bieten hier unsere Zusammenarbeit an. Herr Leppmann und Dr. Deppner werden hier in Ihren Kurzvorträgen oder in der Diskussion neue Fakten nennen.

 

Waren Sie in diesem Jahr mit dem Flugzeug in Ägypten? Wenn nicht, haben Sie Glück gehabt! Denn für einen Flug nach Ägypten können Sie 10 Jahre Schweinefleisch essen, zumindest im Hinblick auf den CO²-Verbrauch.

 

Diese und ähnliche Vergleiche haben Hochkonjunktur. CO² ist zurzeit in aller Munde und jeder glaubt auf diesen Zug aufspringen zu müssen. Selbst unsere Landwirtschaftsministerin wollte das Weltklima mit Fleischverzicht retten.

 

Nachher hatte sie das alles doch nicht so gemeint und ich kann ihnen versichern, dass der Ministerin unser Spannferkel allem Anschein nach sehr gut geschmeckt hat.

 

Trotz alledem ist die CO²-Bilanz ein Thema, dessen wir uns annehmen müssen. Und wir können dieses offensiv tun, denn die CO²-Bilanz der intensiven Landwirtschaft ist, auf das Kilo gerechnet, gar nicht so schlecht. 

 

Die Rahmenbedingungen der Schweinehaltung nehmen einen immer größeren Teil unserer Arbeit ein. Gute Arbeit braucht Zeit, und Zeit ist Geld. Wenn wir den Freiraum für unsere Produktion erhalten wollen, müssen wir diese Themen intensiv bearbeiten, und das geht nicht zum Null-Tarif.

 

Hier ist die ganze ISN gefordert. Besonders geht diese Entwicklung aber zu Lasten unserer Geschäftsstelle. Wenn dann noch so schöne Ereignisse wie die Geburt eines Kindes dazukommen, wird dieses oftmals eng. Ihr habt trotzdem einen guten Job gemacht und im Namen der ganzen ISN bedanken wir uns für die geleistete Arbeit, für unsere Mitglieder, und die ganze Schweineproduktion.

 

An dieser Stelle möchte ich mich persönlich für die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand und dem Beirat bedanken.

 

Ich bin sehr zuversichtlich, dass dieses auch in Zukunft fortgesetzt wird und bedanke mich nun fürs Zuhören.

 



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