23.02.2007 RSS Feed

ISN-MGV 2007: Bericht Franz Schulze Tenkhoff, ISW-Geschäftsführer

6366 I 2006 Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Markt für Schlachtschweine
Die deutsche Schweinebranche befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Dies zeigt auch die aktuelle Entwicklung der Schweineschlachtungen Deutschlands. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 50 Mio. Schweine in Deutschland geschlachtet. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um knapp vier Prozent bzw. 1,9 Mio. Schweinen. Und dieser Trend wird sich 2007 voraussichtlich fortsetzen.

Zum einen ist es die gestiegene Produktivität der heimischen Betriebe und zum anderen der Anstieg der Lebendimporte, die diese rasante Entwicklung ermöglicht haben. Mittlerweile werden jährlich neun Millionen Schweine lebend importiert. Auf die Ferkelimporte entfallen dabei etwa 5,5 Mio. und auf die Mastschweineimporte 3,7 Mio., die mehrheitlich aus Dänemark und Holland importiert werden.

Trotz der zuletzt stagnierenden Schweinebestände in Deutschland, bewegen wir uns langsam aber sicher auf einen Selbstversorgungsgrad von 100 Prozent zu. Innerhalb der letzten zehn Jahre konnte der Selbstversorgungsgrad um etwa 20 Prozentpunkte gesteigert werden und dies obwohl der deutschen Schweinehaltung immer wieder eine fehlende Wettbewerbsfähigkeit nachgesagt wurde.

Im Bezug auf die Schweinefleischerzeugung, die importierte Schlachtschweine mit einbezieht, ist Deutschland sogar schon einen Schritt weiter. Bei seit Jahren stagnierendem Verbrauch wird die Erzeugung 2007 voraussichtlich bei 4,74 Mio. Tonnen liegen und damit 280.000 Tonnen über dem Verbrauch in Deutschland!

Dies hat folglich auch Einfluss auf den Außenhandel. Hier liegen die Ausfuhren bereits seit 2005 über den Einfuhren von Schweinefleisch und die Bilanz fällt von Jahr zu Jahr positiver aus. Mit ca. 1,4 Mio. Tonnen wird auch 2007 wieder ein Rekordergebnis erzielt.

Dem Schlachtschweinepreis hat die expansive Entwicklung in Deutschland im ver¬gangenen Jahr nicht geschadet, denn dort spielen europäische und globale Entwicklungen eine wichtigere Rolle. Mit einem durchschnittlichen Schlachtschweinepreis von 1,51 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht wurde ein überdurchschnittliches Niveau erreicht. Zu verdanken haben wir dies den florierenden Exporten Richtung Osteuropa bzw. Russland und der Hitzewelle des vergangenen Jahres. Auch die Perspektive für das laufende Jahr ist alles andere als trüb. Eine weiter wachsende globale Nachfrage nach Schweinefleisch und der Beitritt der Nettoimporteure Bulgarien und Rumänien zu der EU, werden auch 2007 den Schweinefleischabsatz sichern.

Im Bezug auf die Ferkelerzeugung fällt die Bilanz in Deutschland leider nicht so erfreulich aus. Seit Jahren steigt der Bedarf an Ferkeln und beläuft sich im nordwestdeutschen Raum auf mittlerweile ca. acht Millionen Ferkel. Der scharfe Wettbewerb mit den Berufkollegen in Dänemark und Holland, die aus politischen Gründen ihre Ferkelerzeugung ausdehnen, verhindert, dass dieser Bedarf wieder stärker durch deutsche Ferkel gedeckt wird.

Die Preise bewegten sich im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 48,31 Euro pro 25 kg Ferkel ebenfalls auf einem überdurchschnittlichen Niveau, doch konnte die Entwicklung nicht immer mit dem Schlachtschweineerlös Schritt halten. Bei entsprechender Entwicklung der Schlachtschweine ist dieses Niveau auch 2007 durchaus erreichbar.

Viehhandel
Im Jahr 2006 haben wir mit unserem Viehhandel mit knapp 354.000 Mastschweinen und Ferkeln gegenüber dem Vorjahr zum wiederholten Mal in Folge noch einmal ein Umsatzplus erzielt, und zwar um fünf Prozent. Der Schlachtschweineumsatz stieg um ca. 23.400 Tiere bzw. neun Prozent. Im Ferkelgeschäft haben wir – bedingt durch die Schweinepest in Nordrhein-Westfalen – rund 7.800 Ferkel bzw. acht Prozent weniger verkauft.

In den letzten vier Jahren haben wir unser Handelsvolumen in absoluten Zahlen verdoppelt. Ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann!

Und diesen erfolgreichen Weg wollen wir auch weitergehen. So freuen wir uns, Ihnen berichten zu können, dass wir seit Anfang Februar bei der Vermarktung von Schlachtschweinen mit der Erzeugergemeinschaft Coesfeld (EGC) zusammen arbeiten. Der Vermarktungsvertrag zwischen der ISW und der EGC beinhaltet u. a. den Abschluss einer Warenkreditversicherung, damit die Viehhandelsgeschäfte der Mitglieder der Erzeugergemeinschaft auch künftig abgesichert sind. Neu ist, dass die Abrechnungen seit dem 1. Februar von der ISW erstellt werden. Die Erzeugergemeinschaft Coesfeld bündelt rund 100.000 Mastschweine.

Schenken auch Sie uns Ihr Vertrauen und stärken Sie unseren ISW–Viehhandel.

Internet-Schweinebörse
Die Internet Schweinebörse verzeichnete im vergangen Jahr einen Rekordumsatz. Mit insgesamt ca. 32.200 darüber auktionierten Schweinen wurden so viele gehandelt wie noch nie.

Gegenüber dem Vorjahr sind dies ca. 4.480 Schweine mehr, was einer Steigerung von 16 Prozent entspricht. Gegenüber dem Jahr 2003 hat sich das Handelvolumen binnen drei Jahren sogar mehr als verdoppelt!

Grund für diese Steigerung ist der Preisvorteil, der bei der Vermarktung von Schlachtschweinen über die Internet Schweinebörse zu erzielen ist. Im Jahr 2006 lag dieser Preisvorteil bei durchschnittlich 3,9 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht gegenüber einer konventionellen Vermarktung. Bezogen auf ein Mastschwein ist das ein Mehrerlös von 3,68 Euro.

Die Auktion der Internet Schweinebörse findet jeden Mittwoch um 14:00 Uhr statt. Sie können Schlachtschweine bis 13:00 Uhr in Partien für die Auktion anmelden. Nutzen Sie unser Schnupperangebot und vermarkten Sie Ihre Schweine einmalig kostenfrei über das Internet. Nähere Informationen erhalten Sie von unserer Frau Hertrampf.

Marktbericht
An unserem Marktbericht kommt in der Schweinebranche keiner vorbei. Das hat sich ganz besonders im vergangenen Jahr in den Zeiten der Schweinepest gezeigt, als wir Sie sogar samstags und sonntags mehrmals täglich über das aktuelle Seuchengeschehen und die zu erwartenden Restriktionen informiert haben.

Unser Anrufbeantworter ist über 84.000 Mal abgehört und unser Faxabruf über 31.000 Mal in Anspruch genommen worden. Unseren Faxinfodienst haben unsere Mitglieder über 150.000 Mal regelmäßig erhalten. In unserem www.schweine.net haben sie unseren Marktbericht über 22.000-fach gelesen. Unser Marktbericht lag im letzten Jahr also mindestens 290.000 Mal in gedruckter bzw. digitaler Form vor.

Wir möchten Sie noch einmal auf die schon seit einigen Jahren bestehende Möglich¬keit hinweisen, unseren Marktbericht regelmäßig per Fax zu beziehen. Die Zusendung erfolgt wahlweise mittags sofort nach Fertigstellung des Marktberichtes (montags ca. 14.15 Uhr, mittwochs ca. 14.45 Uhr, freitags ca. 14 Uhr), abends ab 18 Uhr oder nachts. Die Kosten betragen je nach Zeitpunkt der Zusendung 30 Euro, 20 Euro oder 12,50 Euro pro Vierteljahr zzgl. MwSt. Damit ist die regelmäßige Zusendung per Fax deutlich kostengünstiger als der telefonische Abruf der Marktberichte.

Gashandel
Beim Flüssiggashandel haben wir mit 4,8 Mio. Litern das Vorjahresniveau leicht übertroffen. Wir bewegen uns damit nunmehr seit drei Jahren auf einem stabilen Niveau knapp unter 5 Mio. Litern.
Da sich der Rohölmarkt im Laufe des letzten Jahres spürbar entspannt hat, sind die Preise entsprechend gefallen. Heute zahlen Sie ca. 14 Prozent weniger als im Februar letzten Jahres.

Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass Sie sich einen eigenen Tank kau¬fen sollten, denn das Fremdbefüllen von Tanks, die nicht Eigentum unserer Gaskunden sind, ist uns verboten. Im Tagesgeschäft stellen wir immer wieder fest, dass viele unserer Kunden auf die Chance verzichten, ihr Flüssiggas so deutlich günstiger zu beziehen. Selbstverständlich bieten wir Ihnen wie immer den Kauf von Gastanks und deren Wartung an.

In den Postleitzahlgebieten 46… und 48… sowie im südlichen Weser-Ems-Raum können Sie bei uns Flüssiggas zu Tagespreisen kaufen. Diese Sonderkonditionen können wir aufgrund des starken regionalen Wettbewerbs anbieten. Testen Sie uns – fordern Sie uns.
Die individuellen Konditionen stimmen Sie bitte mit unserer Frau Trockel ab.

Ich möchte meinen Jahresbericht schließen mit einem Dankeschön an alle Mitarbeiter unserer ISW - Frau Trockel, Frau Hertrampf, Frau Schwabe, Frau Giese, Herrn Westermann, Herrn Pohlschneider und Herrn Beckhove - aber auch an Sie als unsere Mitglieder und Kunden. Herzlichen Dank.
Sie haben entscheidend zum Erfolg des Unternehmens beigetragen.

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