ISN zeigt Volontären moderne Schweinebetriebe
Ende Februar nutzten neun Volontäre der Wirtschaftswoche und des Handelsblattes die Möglichkeit in Waltrop (NRW) Stallluft zu schnuppern. Auf der gemeinsamen Exkursion mit ISN-Öffentlichkeitsreferentin Jana Püttker erhielten die Volontäre auf den Betrieben von Sauenhalter Bernd Krumnacker und Mäster Bernd Zimmer einen Eindruck von der heutigen landwirtschaftlichen Schweinehaltung.
„Wir möchten gern alles sehen!“, war der einhellige Wunsch der angehenden Journalisten. So wurden also als erstes die weißen Overalls übergezogen und dann ging es rein in den Abferkelstall. Neben den fachlichen Fragen zu den Haltungsformen ging es den Volontären zu aller erst um die wirtschaftlichen Hintergründe. Das war auch nicht weiter verwunderlich wenn man bedenkt, dass sie alle in Wirtschaftredaktionen ausgebildet werden.
Die Fragen der angehenden Journalisten drehten sich vor allem um die Möglichkeiten der Preisabsicherung für landwirtschaftliche Produkte. Darauf bezogen erläuterte Bernd Krumnacker den interessierten Zuhörern, dass sich der Preis für die Futtermittel im letzten halben Jahr verdoppelt hat. Er wies darauf hin, dass man sich gegen Preissprünge zwar mit Kontrakten absichern könne – schränkte aber ein, dass dies aber immer nur für einen bestimmten Zeitraum funktioniere.
Eine weitere wichtige Frage war, ob der Betrieb sein eigenes Futter auf dem eigenen Betrieb produziere. „Wir erzeugen die Hälfte des Futters selbst. Die andere Hälfte sowie die Ergänzer (Vitamine, etc.) müssen allerdings zugekauft werden.“, erklärte Bernd Krumnacker die Zusammenhänge.
Aktuelle Tierschutzthemen beschäftigten die Volontäre ebenfalls. Bernd Zimmer erklärte, warum Ferkel derzeit kastriert und warum Schwänze kupiert werden. "Das wussten wir nicht.", gaben die Volontäre erstaunt zu.
Der besuchte Betrieb hat sich schon für die neuen Tierhaltungsstandards, die ab 2013 verpflichtend gelten vorbereitet. Dies war unter anderem daran zu sehen, dass für die Gruppenhaltung bereits Fressliegestände installiert wurden.
Der Betrieb Krumnacker hat aktuell einen Bestand von 480 Sauen, während die neue Ferkelaufzucht mit 1400 Plätzen gerade fertig gestellt wurde und noch am selben Abend zusammen mit Nachbarn eingeweiht wurde. In dem neuen Stall gab es einen kleinen Snack mit leckeren Würstchen und regionalen Brennereiprodukten.
Anschließend ging es mit der Gruppe von Volontären weiter zu dem Maststall von Bernd Zimmer. Dieser lag nicht sehr weit weg, so dass er nach einem kurzen Spaziergang direkt erreicht wurde. Zimmer bezieht die Ferkel für seine 2.500 Mastplätze stets vom Betrieb Krumnacker. Zum Schlachthof fährt er seine Schweine im eigenen Transporter.
Der Maststall roch etwas stärker nach Schwein, wie die Besuchergruppe sofort feststellte. Trotz dessen wurde dieser Maststall von der Gruppe ebenfalls mit interessierten Blicken betrachtet und viele Fragen an Zimmer gestellt. Er erläuterte den Ablauf eines normalen Arbeitstag, den Fütterungscomputer, das Lüftungssystem. Die Beantwortung aller weiteren Fragen der angehenden Redakteure „Was wird gefüttert?“ „Wie lange bleibt das Schwein in diesem Stall?“, stellten kein Problem für den Landwirt dar.
Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen wurden dann von den angehenden Journalisten fast ausschließlich Schweinefleischgerichte bestellt – die Besichtigungen scheinen den Volontären gut gefallen zu haben. Während des Essens wurden dann noch Themen wie Massentierhaltung diskutiert, wobei zu hören war, dass die Gruppe die beiden gesehenen Betriebe ausdrücklich nicht so bezeichnen würden.














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