26.04.2011 RSS Feed

ISN-Ranking Sauenschlachtungen: Top 5 schlachten fast 90% der Sauen

Grafik zu den Top 10 Sauenschlachtern 2010

Grafik zu den Top 10 Sauenschlachtern 2010

Viele höchst unterschiedliche Zahlen geisterten zu den geschlachteten Sauen umher. Die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. nahm dies zum Anlass, Licht in das Dunkel der Schlachtsauenvermarktung zu bringen.

Insbesondere vor dem Hintergrund der angekündigten Mehrheitsbeteiligung der Tönnies-Unternehmensgruppe beim Schlachtbetrieb Tummel sowie den Veränderungen bei der Schlachtsauennotierung im vergangenen Jahr wird immer wieder die Frage diskutiert: Wer schlachtet eigentlich wie viele Sauen?

 

Ähnlich wie bei der Ermittlung der Top 10 der Schweineschlachtbetriebe, die bereits seit einigen Jahren von der ISN durchgeführt wird, wurde die Zahl der selbst geschlachteten Sauen im Jahr 2010 bei den einzelnen Schlachtbetrieben erfragt. Nicht berücksichtigt sind dabei die zugekauften Sauenhälften sowie nicht meldepflichtige Schlachtsauen, auch wenn diese teilweise zu einem nicht unerheblichen Teil zur Bedeutung am Sauenfleischmarkt beitragen.

Die Ergebnisse sind deutlich. Die Top 5 Sauenschlachter erreichen einen Marktanteil von fast 90 Prozent. Dabei zeigt sich ,dass der Schlachtsauen-markt deutlich konzentrierter ist als der Schlachtschweinemarkt. Die Top 5 Schweineschlachtbetriebe schlachten nur 61 Prozent der Schweine.


Sauen in Gruppenhaltung im US-Bundesstaat Minnesota

Mit großem Abstand führt Tönnies das ISN-Ranking an. Rund 486.900 Sauen bzw. rund 45 Prozent der in Deutschland geschlachteten Sauen kommen bei Tönnies an den Haken.

Die Westfleisch erreicht mit 182.000 geschlachteten Sauen den zweiten Platz. Anzumerken ist hier, dass ein großer Teil bei Tummel, Schöppingen, im Lohn geschlachtet wurde. Tummel schlachtet des Weiteren 32.000 Sauen in Eigenregie und belegt damit den 7. Rang.

 

Auf den Plätzen drei und vier folgen die beiden spezialisierten Sauenschlachter Uhlen, Lengerich mit 115.700 geschlachteten Sauen und Westphal, Herzebrock mit 100.300 Tieren. Der Anteil der beiden Unternehmen an den Sauenschlachtungen liegt bei 10 bzw. 9 Prozent.

Dicht dahinter konnte sich der BMR Schlachthof, Garrel mit 95.000 ausschließlich im Lohn geschlachteten Sauen auf dem fünften Platz setzen.


Übersicht Sauenschlachtungen 2010

Übersicht Sauenschlachtungen 2010

Anders als bei den Top 10 Schweineschlachtunternehmen findet sich Vion im Schlachtsauenranking auf einem der hinteren Plätze wieder. 25.000 geschlachtete Sauen ergeben einen Anteil von lediglich 2,3 Prozent und Platz 8.

 

Die Ergebnisse verdeutlichen: Der Schlachtsauenmarkt wird von einer Handvoll spezialisierter Unternehmen dominiert. Andere Betriebe schlachten Sauen nebenbei. Zudem werden von den großen Unternehmen in erheblichen Umfang Sauenhälften zur Zerlegung zugekauft.

Die Sauenhalter stehen bei der Vermarktung ihrer Schlachtsauen zwischen den Stühlen. Einerseits brauchen sie starke Vermarktungspartner andererseits müssen genügend Vermarktungsalternativen bestehen, bzw. erhalten bleiben.


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