05.03.2009 RSS Feed

ISN - Mitgliederversammlung 2009:Bericht von Franz Schulze Tenkhoff, Geschäftsführer der ISW GmbH

Franz Schulze Tenkhoff

Es gilt das gesprochene Wort.

 

Schweinemarkt

 

Mit einem Schlachtaufkommen von rund 54,8 Mio. Tieren kamen 2008 etwa 2,7 Prozent mehr Schweine an den Haken, so viele wie noch nie.                            Deutschland ist angesichts der Mengensteigerungen der letzten Jahre mit einem Selbstversorgungsgrad von aktuell 104 % mittlerweile Nettoexporteur von Schweinefleisch und exportierte 2008 sogar mehr Schweinefleisch als Dänemark.

 

Seit dem Herbst 2007 hat vor allem ein bisher nicht gekannter Anstieg der Futter- und Energiepreise die Produktion immens verteuert. Gleichzeitig waren die Erzeugerpreise schwach, etwa 6,5 Mio. Ferkel und 4,9 Mio. Schlachtschweine kamen vorwiegend aus Dänemark und Holland ins Land und vergrößerten hierzulande das Angebot. Dies führte zu einer katastrophalen wirtschaftliche Situation insbesondere der Ferkelerzeuger, die am längsten und stärksten litten. In der Ferkelerzeugung konnten  sogar die besten 25 % im vergangenen Wirtschaftsjahr 2007/08 nicht mehr die Festkosten decken. Die unteren 25 % konnten im Jahresschnitt noch nicht einmal die variablen Kosten erwirtschaften. Bei den Mästern sah die Situation etwas besser aus, mit einem durchschnittlichen Preis von 1,58 €  konnten  noch leichte Gewinne einfahren werden.

Die Krise auf dem Schweinemarkt blieb nicht ohne Folgen. Mehr als 7000 Schweinehalter, insbesondere Ferkelerzeuger haben die Produktion aufgegeben. Allein die Sauenherde als Produktionsgrundlage für morgen hat sich in Deutschland um etwa 100.000 Tiere oder 5 Prozent verringert. Durch Steigerung der biologischen Leistung und vermehrte Lebendimporte von Schlachtschweinen wurde der Rückgang mehr als ausgeglichen.

 

Auf der Schlachthofseite schreitet die Konzentration weiter voran. Tönnies, Vion und Westfleisch schlachten mittlerweile die Hälfte aller Schweine in Deutschland.

Auf dem inländischen Markt alleine ließ sich die gewachsene Produktionsmenge nicht absetzen, zumal der Schweinefleischverbrauch hierzulande schwächelte. Anders präsentierte sich die Auslandsnachfrage. Auf den wichtigsten Drittlandsmärkten Russland und Hongkong/China war deutsches Schweinefleisch gefragt und verzeichnete kräftige Zuwachsraten. Durch entsprechende Veterinärabkommen muss der Zugang insbesondere auch zu den asiatischen Märkten weiter gesichert und erschlossen werden. Aktuell hat Deutschland Zugang zu 60 % der Weltexportmärkte.

 

Für das laufende Jahr wird in Deutschland von einem leicht abnehmenden Produktionsniveau ausgegangen. Ganz anders sieht das in der EU insgesamt aus. Nie zuvor wurde der Sauenbestand so drastisch reduziert wie 2008, weshalb Experten mit einem spürbaren Rückgang der Schweineproduktion zwischen 4 und 5 % in der EU im ersten Halbjahr 2009 rechnen. Vor allem in Osteuropa wird die Schweinefleischerzeugung rückläufig sein, so dass sich die Ausfuhrmöglichkeiten in diese Region nicht verschlechtern sollten.

Größter Unsicherheitsfaktor in Bezug auf den Schweinepreis sind jedoch die Auswirkungen  der Finanzkrise  auf die Exportmärkte in Form von Zahlungsschwierigkeiten  und Währungsdisparitäten der osteuropäischen Länder.

 

Viehhandel

 

Das Viehhandelsgeschäft der ISW ist durch ein kontinuierliches Wachstum gekennzeichnet. Im Jahr 2008 haben wir insgesamt gut 460.000 Mastschweine und Ferkel vermarktet. Bei den Mastschweinen hatten wir ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr von rund 4 Prozent auf 329.000 Tiere und bei den Ferkeln konnten wir den Umsatz um rund 14 Prozent auf 132.000 Ferkel steigern. Wir sind damit zu einer mittlerweile langjährigen festen Größe im Viehhandelsgeschäft geworden.

Ein seriöses Agieren im Markt, ein kurzes Zahlungsziel, eine wettbewerbsfähige Kalkulation und nicht zuletzt unsere Warenkreditversicherung, mit der wir unsere Geschäfte absichern , sind Argumente für Sie als ISN-Mitglieder, die für eine Zusammenarbeit mit der ISW sprechen.

Fordern Sie uns, unser Viehhandelsteam unter Leitung von Gerd Westermann  bedient Sie persönlich und professionell.

Das Viehhandelsgeschäft schafft für uns Markttransparenz und ist daher auch bei der politischen Arbeit der ISN ein wichtiger Baustein. Schenken Sie uns daher weiterhin Ihr Vertrauen. Sie sichern sich für Ihren Betrieb wettbewerbsfähige Einkaufs- und Vermarktungsmöglichkeiten und gewährleisten gleichzeitig eine sachgerechte Arbeit der ISN.

 

Internet Schweinebörse

 

Die Internet Schweinebörse verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 26.600 Tieren, das sind rund 2.000 Tiere weniger als 2007.

Der Preisvorteil, der über eine Vermarktung von Schlachtschweinen über die Internet-Schweinebörse im Vergleich zum Vereinigungspreis zu erzielen war, lag 2008 im Durchschnitt bei 3,3 ct je kg Schlachtgewicht oder rund drei Euro je Tier. Hier waren in 2008 auch schon mal Ausreißer von bis zu 12 ct je kg Schachtgewicht über dem Vereinigungspreis zu beobachten. In Zeiten knapper Margen in der Schweinemast gilt es diese Differenz zu nutzen.

Die Käufer an der Börse sind uns durch das Registrierungsverfahren bekannt.  Zudem arbeiten wir mit einem Großteil der zugelassenen Käufer auch im Viehhandel zusammen, so dass seitens der Seriosität und durch eine Warenkreditversicherung für die Börsengeschäfte auch seitens der Liquidität eine vernünftige Geschäftsbeziehung gesichert ist.

Die Auktion der Internet Schweinebörse findet jeden Mittwoch um 14:00 Uhr statt. Sie können Schlachtschweine bis 13:00 Uhr in Partien für die Auktion anmelden. Nutzen Sie unser Schnupperangebot und vermarkten Sie Ihre Schweine einmalig kostenfrei über das Internet. Nähere Informationen erhalten Sie von unserer Frau Hertrampf.

 

Marktberichte

 

Der ISN Marktbericht sorgt nach wie vor für Transparenz in der Schweinebranche. Der Informationsabruf hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Wir bieten Ihnen unsere Informationen nach wie vor über unseren Anrufbeantworter bzw. den Faxabruf und weiterhin als Faxversand und über unseren Internetauftritt.

Unser Anrufbeantworter ist über 64.000 Mal abgehört und unser Faxabruf über 24.000 Mal in Anspruch genommen worden. Unseren Faxinfodienst haben unsere Mitglieder 170.000 Mal regelmäßig erhalten. In unserem www.schweine.net haben sie unseren Marktbericht über 22.000-fach gelesen. Unser Marktbericht lag im letzten Jahr also mindestens 280.000 Mal in gedruckter bzw. digitaler Form vor.

 

Gashandel

 

Beim Flüssiggashandel haben wir im letzten Jahr mit 4,2 Mio. Litern das Vorjahresniveau um rund 0,5 Mio. Liter steigern können. Aufgrund der milden Witterung war das Jahr 2007 allerdings von recht schwachen Umsätzen gekennzeichnet.

 

Die Preise an den internationalen Rohölmärkten sind seit Juli letzten Jahres in beispielloser Weise gefallen, nachdem sie zuvor historische Höchststände erreicht hatten. Die Preise für Flüssiggas folgen dieser Entwicklung tendenziell mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Anfang Januar zahlten sie  für Flüssiggas rund 25 Prozent weniger als zum Vorjahreszeitpunkt, witterungsbedingt zogen die Preise dann aber wieder an.

 

Unser ISW-Flüssiggashandel ist seit 1989 sehr erfolgreich für die ISN Mitglieder tätig. Bundesweit können wir Ihnen Flüssiggas zum günstigen ISW-Preis anbieten. Die Lieferkonditionen legen wir Ihnen tagesaktuell im Internet bzw. regelmäßig in unseren Mitgliederrundschreiben offen.

Auch beim Flüssiggas gilt, nur wenn Sie uns aktiv im Markt fordern, können wir weiterhin für Transparenz sorgen und Ihnen günstige Bezugskonditionen anbieten.

Eine Anmerkung am Rande: Für die jeweiligen Lieferkonditionen gilt das Bestelldatum: Sollte also nach Eingang Ihrer Bestellung der Flüssiggaspreis steigen, beliefern wir Sie zu den alten Konditionen. Das gleiche gilt natürlich auch bei fallenden Preisen.

 

Begrüßen möchte ich bei der ISW GmbH unseren neuen Mitarbeiter Herrn Andreas Stärk. Herr Stärk wird sich um das Finanz- und Rechnungswesen einschließlich Controlling sowie um die Intensivierung und den Ausbau unserer Geschäftsfelder kümmern.

 

Ich möchte mit einem Dankeschön an alle ISW Mitarbeiter - Frau Trockel, Herrn Westermann, Herrn Pohlschneider, Frau Hertrampf, Frau Krümpelmann, Frau Schwabe und Frau Diesen, aber auch an alle ISN - Mitglieder und Kunden meinen Jahresbericht schließen. Sie haben entscheidend zum Erfolg des Unternehmens beigetragen.

 

 



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