ISN-Klönabend Geseke: Wertvolle Tipps für 2013
Ende diesen Jahres laufen in puncto Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verschiedene Übergangsfristen aus. Doch die Auslegung der Haltungsvorschriften ab 2013 bereitet vielen Schweinehaltern in etlichen Punkten noch Kopfzerbrechen, da diese je nach Landkreis teilweise äußerst unterschiedlich interpretiert werden.
Es gibt also noch viele Fragezeichen und so folgten viele Schweinehalter der ISN-Einladung zum Klönabend am vergangenen Dienstag nach Geseke.
Staack: Einheitliche Auslegung gefordert
ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack, der als Moderator durch die Veranstaltung führte, kritisierte sogleich, dass die Auslegung der Behörden oft unklar sei. Von den Landwirten wird verlangt, dass sie aktiv werden und die Vorgaben auf ihren Betrieben umsetzen. Doch wenn es darum geht, offene Punkte bei der Auslegung zu klären, hinken die zuständigen Stellen mit praxisnahen Hinweisen zur Umsetzung oftmals hinterher.
Hinzu käme, dass die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungs-VO in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich interpretiert werden. Die Landwirte sind zu recht stark verunsichert. Wir brauchen künftig bundeseinheitliche Richtlinien bzw. Auslegungshinweise und diese müssen in Absprache mit den Praktikern festgelegt werden
, so die Forderung von Dr. Staack.
Checklisten nutzen
Das es hier bereits positive Beispiele gibt, zeigte der Klönabend: Dr. Marlies Bölling, Veterinäramt Kreis Paderborn, und Dr. Martina Poppe, Veterinäramt Kreis Soest, frischten das Wissen der anwesenden Schweinehalter rund um die Tierschutz-Nutztierhaltungs-VO auf und gaben wertvolle Tipps zur Umsetzung der neuen Haltungsvorschriften in die Praxis. Auf der Internetseite der beiden Veterinärämter steht, z.B. eine Checkliste für die Haltung von Sauen zum Herunterladen bereit.
Sie können die Checkliste auch hier in unserem Mitgliederbereich herunterladen
Klärendes Gespräch mit Veterinären suchen
Dr. Marlies Bölling vom Veterinäramt im Kreis Paderborn riet den Landwirten, sich im Vorfeld von Umbaumaßnahmen mit dem zuständigen Kreisveterinär in Verbindung zu setzen. Ein klärendes Gespräch im Vorfeld von Umbaumaßnahmen hilft, im Nachhinein Ärger zu vermeiden.
Ein Rat, den auch Markus Münstermann, Sauenhalter und Mitglied im ISN-Beirat, annehmen wird. Er stellte auf dem Klönabend seinen Fahrplan bis 2013 vor. Einige Vorgaben erfüllt Münstermann bereits jetzt. Nachbessern muss ich unter anderem beim Beschäftigungsmaterial im Abferkelbereich. Meine Erfahrungen mit Kette und Kugel, waren ernüchternd. Das Kettengerassel hat sehr viel Unruhe in die Abferkelung gebracht.
, gibt er seine Erfahrungen weiter. Die Veterinärinnen hatten einen interessanten Tipp für ihn.
Die Empfehlungen der Veterinäre finden Sie im Mitgliederbereich des schweine.net.
Schweinehalter arbeiten auf Stichtag hin
Handlungsbedarf ist auf jeden Fall vorhanden: Das zeigte Prof. Dr. Martin Ziron, Dozent für Landwirtschaftliche Tierhaltung und Nutztierethologie - Schwerpunkt Schweineproduktion an der FH Soest, der im Rahmen seines Vortrages eine spontane Umfrage unter den Anwesenden durchführte.
Insgesamt gaben nur drei Betriebsleiter an, dass sie bereits jetzt die Haltungsanforderungen für 2013 vollständig erfüllen. Über die Hälfte der abstimmenden Schweinehalter hat vor, die Anforderungen zum Stichtag 01.01.2013 zu erfüllen. Fünf weitere Landwirte wollen sich um eine Übergangsregelung bemühen. Die Ergebnisse der Umfrage stellen wir Ihnen ebenfalls im Mitgliederbereich zur Verfügung.
Kein Flickenteppich mit Ausnahmeregelungen
Die jetzt kommenden und noch zu erwartenden weiteren Anforderungen würden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Schweineproduktion schon jetzt erheblich strapazieren, gab Staack in Richtung Politik abschließend zu bedenken. Mit dieser Meinung steht er nicht allein da: Über 80% der anwesenden Schweinehalter teilen diese Einschätzung in einer weiteren spontanen Umfrage.
Verschiedene EU-Mitgliedsstaaten fragen gerade bei der EU-Kommission verschiedene Ausnahmeregelungen an. Doch die ISN will keinen Flickenteppich von Ausnahmeregelungen. Damit werden vor allem jene Betriebe benachteiligt, die schon aktiv geworden sind!
, glaubt der ISN-Geschäftsführer.















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