05.10.2012RSS Feed

ISN fragt: Werden Meldungen von Schlachtgewichten manipuliert?

ISW Durchschnittsgewichte

Angesichts steigender Schlachtschweinepreise stellt die ISN in ihren Auswertungen spürbar sinkende Schlachtgewichte bei den über die ISW GmbH abgelieferten Schlachtschweinen fest. Da Mäster traditionell in hochpreisigen Marktsituationen den Fokus auf zeitnahes Ausstallen der Tiere richten, um einem möglichen Preisverfall bei eigenen Ablieferungen aus dem Weg zu gehen, ist dieser Umstand für die Marktteilnehmer keine Überraschung.

 

Verwunderlich hingegen sind die amtlich festgestellten Schlachtgewichte, die den allgemeinen Trend in der Praxis nicht darstellen!

 

Über einen Zeitraum von 10 Wochen wertete die ISW die Entwicklung der Schlachtgewichte ihrer abgelieferten Partien aus. Durchschnittlich wurden im Untersuchungszeitraum von KW 29 bis KW 39 wöchentlich knapp  10.000 Schweine vermarktet. Bei der ISW sanken die Schlachtgewichte kontinuierlich von 96,73 kg in KW 29 auf 93,86 kg in KW 39. Die amtlich festgestellten Schlachtgewichte liegen dagegen jedoch relativ konstant bei durchschnittlich 95 kg und schwanken maximal um 200 g.

 

Aufgrund der knappen Versorgungslage mit dem Rohstoff Schwein zog der Vereinigungspreis im genannten Zeitraum von 1,60 €/kg SG auf 1,93 €/kg SG an. Die Differenz zwischen den ISW-Durchschnittsgewichten und den amtlichen Werten stieg mit anziehendem Preis. Reiner Zufall? Die Auswertung ist zwar nicht repräsentativ, andere Vermarkter und Marktteilnehmer bestätigen die Beobachtungen und Auswertungsergebnisse der ISW jedoch eindeutig.

 


ISN-Marktreferent Matthias Quaing

ISN-Marktreferent Matthias Quaing

Sollte es der Fall sein, dass die Meldung der amtlichen Schlachtgewichte durch die Schlachtunternehmen nicht sauber läuft, verzerrt dies die Preisbildung erheblich zu Ungunsten der Schweinehalter sagt Matthias Quaing, Marktexperte der ISN.

 

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2012 ging nach amtlichen Zahlen die Anzahl der geschlachteten Schweine in Deutschland um gut 3 Prozent im Vergleich zu 2011 zurück. Die aktuell vorhandene Fleischmenge würde mit Blick auf die Stichprobe aus den ISW-Daten in der Realität noch deutlich knapper ausfallen. Darüber hinaus dürfte die Nachfrage aus Osteuropa und Italien nach lebenden Schweinen weiter anhalten. Die ISN schätzt die Marktsituation daher als ausgesprochen stabil ein.

 

Um einen weiteren Preisanstieg zu verhindern, soll offenbar mit allen Mitteln eine Vollversorgung suggeriert werden, so Quaing weiter. Was zählt zu den Mitteln, um dies zu erreichen? Am Ende sogar die augenscheinlich hohe Fleischmenge? Die ISN bleibt dran!

 


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