ISN: Dioxin-Skandal trifft die Schweinehalter unverhältnismäßig hart

- Familienbetrieb: 40.000 € Verlust – Erzeuger verlieren unverschuldet Geld - Deutsche Qualitätsschweine sind ihr Geld wert!-
Der durch das kriminelle Verhalten eines Futterfettherstellers ausgelöste Dioxin-Skandal, hat weitreichende finanzielle Konsequenzen für die Schweinehalter.
Der Dioxin-Skandal trifft die Schweinehalter unverhältnismäßig hart, wenn man bedenkt, dass nur in einem Betrieb die Grenzwerte bei Schweinefleisch um 0,5 Pikogramm überschritten wurden. In allen weiteren Proben aus Schweinebeständen sind die veröffentlichten Ergebnisse ausnahmslos negativ ausgefallen! Die Unruhe, die derzeit am Markt besteht, ist nicht durch Fehlverhalten von Schweinehaltern verschuldet worden.
Die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands fordert daher, dass der Marktdruck nicht einseitig auf die sowieso schon durch hohe Futterkosten stark gebeutelten Schweinehalter abgewälzt wird.

Im europäischen Vergleich der aktuellen Preise mit den sechs schweinereichsten Ländern liegt Deutschland abgeschlagen auf dem letzten Platz. Der deutsche Schweinepreis muss sich schnellstmöglich wieder dem europäischen Niveau angleichen.
Familienbetrieb: 40.000 € Verlust
Angenommen ein Familienbetrieb mit 3.000 Mastplätzen kann seine schlachtreifen Tiere nach einer Sperre erst 14 Tage später vermarkten, so wird ihn diese Verzögerung fast ein Jahreseinkommen von 40.000 € kosten. Inbegriffen sind die Futterkosten, die verlängerte Stallplatzbelegung sowie der dramatische Preisrutsch von 23 Cent/kg Schlachtgewicht, der alle anderen Einflussfaktoren in den Schatten stellt.
Allein der Preisrückgang um 23 Cent kostet die deutschen Schweinehalter in einer Woche bereits 23 Millionen €. Bezieht man hier die weiteren Kosten mit ein, summieren sich die Ausfälle auf mehr als 30 Millionen € pro Woche. Die ISN fordert für die Zukunft, das Risiko für die Landwirte abzufedern. Ausgleichsrücklagen oder Haftungsfonds können die Landwirte schützen.
Imageschaden finanziell schwer zu bewerten
Nicht mit Geld aufzuwiegen ist der Imageschaden, der der landwirtschaftlichen Veredlungproduktion im In- und Ausland zugefügt wurde. Gerade erst erschlossene Zukunftsmärkte, wie China und Südkorea, reagierten sehr sensibel auf die Dioxinfunde in Futtermitteln und schlossen ihre Märkte für deutsches Schweinefleisch. Weitere wichtige Handelspartner nehmen nur unter strengen Auflagen deutsches Schweinefleisch an. Es muss alles daran gesetzt werden, dass die Exportbeschränkungen schnellstmöglich wieder aufgehoben werden.
Politik muss Wogen glätten
Deutschland hat höchste Ansprüche an Kontroll- und Sicherheitsstandards. Die Politik muss positive Signale an den Verbraucher geben und die zahlreichen vorgeschlagenen Maßnahmen konsequent umsetzen. Die ISN hat kein Verständnis dafür, dass die Politik mit gegenseitigen Schuldzuweisungen für unnötige Unruhe sorgt!










Aktuelles...