23.06.2005 RSS Feed

ISN deckt auf: Wenn es Nacht wird in Süd-Oldenburg… - "Geruchsspione" in staatlichem Auftrag unterwegs

Feldspione des Umweltbundesamtes? Das war gestern. Das Neuste sind die Geruchsspione des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes aus Hildesheim – und es kann jeden treffen, bringt es die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands an´s Licht.

Worum geht es? Gestern, kurz nach Mitternacht, stießen zwei Landwirte im niedersächsischen Damme auf eine Mitarbeiterin der Firma Meodor Immissionsschutz GmbH. Diese war landwirtschaftlichen Gerüchen auf der Spur. Hintergrund ist vermutlich das Projekt Geruchsbeurteilung in der Landwirtschaft, das als Verbundprojekt der Länder Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen konzipiert ist. Koordinator ist das Landesumweltamt NRW (LUA) mit Sitz in Essen.

Das Projekt zielt darauf ab, Grundlagen für ein Beurteilungssystem für Geruchsimmissionen im Umfeld von Tierhaltungsanlagen auf der Basis von so genannten Belastungs- und Belästigungsuntersuchungen zu entwickeln. Die Beurteilung von Geruchsimmissionen, die durch landwirtschaftliche Anlagen verursacht werden, wirft in der Praxis zunehmend Probleme auf, so das Unternehmen Meodor.

Unter dem Deckmantel eines bundesweiten Forschungsprojektes will man der vermeintlichen Geruchsbelastung und Geruchsbelästigung für landwirtschaftliche Gerüche zu Leibe rücken, Zitat Meodor. Die ISN hat mit großer Verwunderung festgestellt, dass von den nächtlichen Geruchstests weder die Stadt Damme noch der Landkreis Vechta informiert oder gar eingebunden waren – von den Tierhaltern in der Nähe der Beprobungsstandorte ganz zu schweigen. Vertreter der Stadt und des Landkreises zeigten sich äußerst überrascht, als wir heute von den Geruchsbeprobungen berichteten, die ISN weiter.

Es sieht so aus, als ob auf diesem Weg die Privilegierung der Landwirtschaft zum Bauen im Außenbereich ausgehebelt werden solle, mutmaßt die ISN. Scheut der Initiator dieser Aktion nach den Erfahrungen mit den Feldspionen des UBA die öffentliche Diskussion?

Weiter stellt die ISN die Untersuchungsmethoden, mit denen Geruchsintensitäten und Unangenehm-Eindrücke in diesem Projekt festgestellt werden sollen, in Frage. Denn unter Fachleuten ist das verwendete subjektive Beurteilungsverfahren sehr umstritten bzw. nicht anerkannt.

Die ISN fordert: Schluss mit dieser Verschwendung von Steuergeldern – das einzige, was da stinkt, ist diese verdeckte Umwelt-Stasi-Aktion!

In der angehängten pdf-Datei finden Sie ein Informationsschreiben der Firma Meodor.


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