10.06.2010 RSS Feed

ISN beim Arbeitskreis Tierseuche: Bekämpfung in der Zukunft

v.l.: Koslitzki, Dr. Wenzlawowicz, Püttker, Dr. Stertenbrink, Wichelmann, Dr. Gaumann

v.l.: Koslitzki, Dr. Wenzlawowicz, Püttker, Dr. Stertenbrink, Wichelmann, Dr. Gaumann

Mehr als 50 Vertreter von Veterinärämtern, Landvolk, Tierseuchenkassen diskutierten am Donnerstag, den 03. Juni 2010, im „Arbeitskreis Tierseuche“ in Dinklage über Tierseuchenbekämpfung und Tierschutz.

Weltweit treten fast täglich Tierseuchen auf, deren Bekämpfung die Tötung ganzer Tierbestände erfordert. Auch für Deutschland gilt: Es kann jeden Tag passieren.

 

Jana Püttker von der ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. erläuterte mögliche Konsequenzen die Seuchenausbrüche nach sich ziehen können, bespielhaft für die Regionen Weser-Ems und Münsterland.

Mit der steigenden Zahl an Wildschweinen, steigt auch das Risiko eines Schweinepestausbruchs. Sie schätzt den Schaden, den ein Ausbruch der Schweinepest in den Veredelungsregionen Weser-Ems und Münsterland verursachen würde, auf zusammen über 5 Milliarden Euro. Im Seuchenfall hätten auch Tierhalter, deren Bestände nicht gekeult werden müssten, mit erheblichen Einbußen zu rechnen, da der Transport und die Vermarktung der Tiere eingeschränkt wären.

 

Herr Wichelmann, Inhaber der Firma Wichelmann aus Lohne, informierte über innovative Lösungen zur tierschutzgerechten Tötung von Schweinen und Geflügel im Seuchenfall.

Eine intensive öffentliche Berichterstattung über Kadaverberge wie in der Vergangenheit soll durch die neuen Verfahren entschärft werden. Erreicht wird dies durch in einem Container installierte Technik, die mit einem LKW direkt und abschließend an die Stalltür gefahren wird.

Bei Einsatz der neuen Technik sind nur noch 3-5 Arbeitskräfte inklusive Veterinär nötig. Für Herrn Wichelmann waren zwei Aspekte bei der Entwicklung der Technologie von entscheidender Bedeutung: Arbeitseffizienz und Tierschutz auf höchstem Niveau.


Teilnehmer des Arbeitskreises Tierseuchen

Teilnehmer des Arbeitskreises Tierseuchen

Tierarzt Dr. Horst Gaumann, Arbeitskreismitglied und Moderator der Runde, verwies darauf, dass zur effektiven Bekämpfung die rasche Tötung der Tiere in den betroffenen Gebieten erforderlich sei. Nicht nur die gesunden Bestände müssten geschützt werden. Sondern auch die Tiere, die getötet werden. Eine rasche und sichere Tötung ohne unnötige Schmerzen für die Tiere sei hier dringend erforderlich.

Tierarzt Dr. Walter Stertenbrink sprach über die aktuellen tierschutzrechtlichen Rahmenbedingungen bei der Verladung und Tötung von Geflügel.

Dr. Martin von Wenzlawowicz (BSI Schwarzenbek) sprach über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung: Technische Vorgaben, wie Durchströmungsstärken und –zeiten und die Funktionsfähigkeit der Geräte waren Hauptthema.



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