ISN bei 10. Bauerntag der Erzeugergemeinschaften in der VzF GmbH - Schweinehaltung vor neuen Herausforderungen

v.l: Plate, Dr. Welp, Neumann, Dierkes, Zein
Unter diesem Motto stand die Vortragveranstaltung des Bauerntages, die in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft (NieKE) vor ungefähr 200 interessierten Zuhörern in Verden stattfand. Unter den Teilnehmern waren auch ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes, ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer und Auszubildende Heide Krümpelmann.
In der Begrüßung erläuterte der Vorstandsvorsitzende der VzF GmbH, Helmut Zein, dass die Wirtschaftskrise auch in der Land- und Ernährungswirtschaft angekommen sei. Er verfolge mit Sorge, den immer stärkeren Strukturwandel in einem Markt, der mittlerweile häufig von außerlandwirtschaftlichen Faktoren bestimmt werde und nicht mehr den klassischen Regeln von Angebot und Nachfrage folge. Er wies auch auf die besondere Verantwortung hin, die sich für die Landwirtschaft allein schon aus den Eigentumsverhältnissen bei Grund und Boden ergäben.

Teilnehmer des VZF-Bauerntages
Prof. Dr. Wolfgang Branscheid vom Institut für Sicherheit und Qualität bei Fleisch in Kulmbach berichtete über "Neue Herausforderungen in der Ebermast". Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft habe die Ebermast Vor- und Nachteile. So gäbe es Vorteile in der Schlachtkörperzusammensetzung, die aber bei den heutigen Schätzformeln nicht genügend gewertet würden. Am praktischen Beispiel zeigte er die Wirkung von Androstenon und Skatol. Sie führen besonders bei Eberfleisch bei vielen Menschen zu einem negativen Geruchs- und Geschmackseindruck. Im schlimmsten Fall könne ungeprüftes Eberfleisch den Konsum verringern. Außerdem könne ein gespaltener Markt zu einem zusätzlichen Preisdruck führen. Die Kastration unter Schmerzausschaltung sei deshalb zur Zeit das Mittel der Wahl. Die Immunokastration habe Akzeptanzprobleme und andere Verfahren seien nicht einsatzfähig.
Der Geschäftsführer der VzF GmbH, Dr. Conrad Welp machte deutlich, dass die deutsche Landwirtschaft bei den Diskussionen um wichtige Themen wie Gentechnik und -patentierung nicht den Anschluss verlieren dürfe. Außerdem machte er den Lebensmitteleinzelhandel für die weiter fallenden Lebensmittelpreise hauptverantwortlich. Die Interessenverbände der Schweinefleischproduktion seien aufgefordert, hier noch stärker Position zu beziehen.

Heinrich Dierkes bei seinem Vortrag
Heinrich Dierkes, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersächsischer Schweineerzeuger (LNS), der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) und der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) stellte "Ziele, Strategien und Herausforderungen der organisierten Schweineproduktion" vor. Er lobte den Einsatz und die Leistungen in den Organisationen und deren Gremien. Er begrüßte die Gründungen der German Meat, German Agriculture und der Agrarmarkt Informations Gesellschaft mbH (AMI) in der Nachfolge von CMA und ZMP. Angesichts des Verdrängungswettbewerbes seien Markttransparenz und eine starke Aus- und Inlandsvermarktung unerlässlich. Hier sei auch die Zusammenarbeit mit den Interessenvertretungen gefordert.
Kritisch sah Heinrich Dierkes die Situation der Zucht und Ferkelerzeugung im Vergleich mit den europäischen Mitwettbewerbern. Der Erhalt der Zucht in Deutschland sei einer der großen Herausforderungen. Angesichts des starken Strukturwandels in der Ferkelerzeugung warnte er vor dem hohen Fremdkapitaleinsatz wie in den Niederlanden und in Dänemark.
Eine gesunde Eigenkapitalstruktur sei für ein nachhaltiges Wachstum der deutschen Schweineproduktion unverzichtbar.
Im Abschluß sei es das strategische Ziel, die Interessen der deutschen Schweinehalter durch starke Fachorganisationen zu vertreten.










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