13.07.2009 RSS Feed

InterPIG 2009: Wirtschaftliche Situation in der Schweineerzeugung angespannt

Im Bild: (hinten v.l.) Michael Martin (IR), Finn Udesen (DK), Stefan van Lerberghe (Be), Gerhard Haxsen (D), Kees de Rost (I), Johann Schlederer (AUT), Michael Groes Christiansen (DK) (vorne v.l.) Barbro Mattsson (SWE), Victoria Ohlsson (SWE), Andrew Knowles (GB), Robert Hoste (NL), Winfried Matthes (D), Tony Fowler (GB), Joeri Deuninck (Be), Anna-Kathrin Hertrampf (D), Brigitte Badouard (F)

Im Bild: (hinten v.l.) Michael Martin (IR), Finn Udesen (DK), Stefan van Lerberghe (Be), Gerhard Haxsen (D), Kees de Rost (I), Johann Schlederer (AUT), Michael Groes Christiansen (DK) (vorne v.l.) Barbro Mattsson (SWE), Victoria Ohlsson (SWE), Andrew Knowles (GB), Robert Hoste (NL), Winfried Matthes (D), Tony Fowler (GB), Joeri Deuninck (Be), Anna-Kathrin Hertrampf (D), Brigitte Badouard (F)

In diesem Jahr kam die internationale Arbeitsgruppe InterPIG vom 29. Juni bis 1. Juli im österreichischen Linz zum Vergleich der Produktionskosten in der Schweineerzeugung zusammen. Gastgeber war diesmal der Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten in Oberösterreich (VLV). Im Rahmen dieses Arbeitstreffens wurden in gewohnter Weise die Daten aus allen teilnehmenden Ländern zusammengetragen und analysiert. Bis Ende des Jahres werden die Ergebnisse des Produktionskostenvergleichs von 2008 veröffentlicht.

 

Für jedes teilnehmende Land waren jeweils ein bis zwei Experten als Ansprechpartner vertreten: Johann Schlederer und Franz Strasser für Österreich, Brigitte Badouard für Frankreich, Kees de Rost für Italien, Finn Udesen und Michael Groes Christiansen für Dänemark, Stefan van Lerberghe und Joeri Deuninck für Belgien, Michael Martin für Irland, Barbro Mattsson und Victoria Ohlsson für Schweden, Tony Fowler und Andrew Knowles für Großbritannien, Robert Hoste für die Niederlande. Für Deutschland dabei waren Dr. Gerhard Haxsen („Johann Heinrich von Thünen-Institut“), Anna-Kathrin Hertrampf (ISN) sowie Prof. Dr. Winfried Matthes (Institut für Tierproduktion Dummerstorf).


Ausführlich diskutierten die Experten die jeweils aktuelle Lage in den Ländern, die sie vertreten. In vielen Punkten herrschte Einigkeit, so ist zum Beispiel die wirtschaftliche Situation auf den Betrieben insgesamt ähnlich und in vielen Fällen angespannt. Dennoch gibt es Unterschiede. Sehr unglücklich sind derzeit die Mäster in Dänemark mit ihrer Absatzsituation. Darüber hinaus leiden die dänischen Erzeuger an einer Stagnation im Bereich der Betriebsentwicklung, da die Banken die Finanzierung von Betriebsinvestitionen annähernd eingestellt haben. Auch in Belgien fordern Banken aktuell einen höheren Anteil an Eigenkapital, als das in der Vergangenheit der Fall war.

 

In allen teilnehmenden Ländern kam es zu weiteren Produktivitätssteigerungen, die sich insbesondere in der Zahl abgesetzter Ferkel pro Sau und Jahr niederschlagen. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten verbessert sich die Leistung in den Betrieben, stellte die internationale Arbeitsgruppe fest. So haben die Dänen beispielsweise durch Verbesserung des Managements ihre Schwachstelle, die Sauensterblichkeit, verbessert. Frankreich hat besonders an der Steigerung der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr gearbeitet.

 

Auch die nationalen Probleme wurden in der Diskussion deutlich. In Österreich traten im vergangenen Jahr verstärkt Probleme durch das Circovirus auf. Gleichzeitig stiegen die Tierarztkosten deutlich an. In Belgien waren, bedingt durch hohe Preise, teilweise schlechte Futterqualitäten auf dem Markt. In den Niederlanden sanken die festgestellten Tageszunahmen. Dass die niederländischen Zuchtunternehmen eher an der Zahl abgesetzter Ferkel als Zuchtziel arbeiten, weniger dafür an den Tageszunahmen in der Mast, ist eine mögliche Erklärung. Die Schweden beispielsweise haben nach wie vor große Probleme mit der Mortalität der Ferkel vor dem Absetzen.

 

Auch die politische Diskussion in den teilnehmenden Ländern gehörte zum Erfahrungsaustausch der Marktexperten. So berichteten die Teilnehmer über den jeweils aktuellen Stand in Sachen Ferkelkastration, die immer höheren Umweltauflagen oder die GVO-Problematik.

 

Johann Schlederer, Geschäftsführer der VLV, stellte in einem Vortrag ausführlich die Situation der Schweinehaltung im Gastgeberland Österreich dar. Erstaunt nahmen die Teilnehmer des Arbeitstreffens zur Kenntnis, dass die Hälfte der österreichischen Betriebe lediglich 1 bis 2 Schweine hält. In den letzten 10 Jahren sind 50 Prozent der Betriebe aus der Produktion ausgestiegen. Mit Zuschlägen für die Partiengröße motiviert die VLV beispielsweise die Erzeuger, größere Partien abzuliefern. Etwa 1/3 der österreichischen Schweinefleischproduktion geht in den Export. Erstaunlich ist, dass Österreich trotz überdurchschnittlich hoher Produktionskosten auf dem Exportmarkt mitspielt. Typisch für das Land sind das Herausstellen nationaler Spezialitäten und der große Patriotismus, weshalb auch im Land ansässige, deutsche Supermarktketten wie Hofer oder Rewe auf österreichisches Schweinefleisch zurück greifen.

 

Mit österreichischen Spezialitäten vom Schwein dankte Schlederer im Namen der Gruppe Tony Fowler aus Großbritannien, der aus Altersgründen ausscheidet. Fowler hatte in den vergangenen Jahren die InterPIG-Gruppe koordiniert und die Daten aus allen Ländern zusammengetragen und federführend ausgewertet.

 

Im Bild: (hinten v.l.) Michael Martin (IR), Finn Udesen (DK), Stefan van Lerberghe (Be), Gerhard Haxsen (D), Kees de Rost (I), Johann Schlederer (AUT), Michael Groes Christiansen (DK)

(vorne v.l.) Barbro Mattsson (SWE), Victoria Ohlsson (SWE), Andrew Knowles (GB), Robert Hoste (NL), Winfried Matthes (D), Tony Fowler (GB), Joeri Deuninck (Be), Anna-Kathrin Hertrampf (D), Brigitte Badouard (F)



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