30.11.2009 RSS Feed

Internationale GVO-Konferenz: EU-Komission fordert Ende der Null-Toleranz

Teilnehmer der GVO-Konferenz

Teilnehmer der GVO-Konferenz

Am 25. und 26. November fand in Den Haag (Niederlande) eine Konferenz zum Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) unter dem Titel „GMO`s in European Agriculture and Food Production“ statt. Rund 250 Teilnehmer, sowohl Befürworter als auch Kritiker der „Grünen Gentechnik“ aus ganz Europa, darunter Vertreter der EU-Komis­sion, hochrangige Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter und Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen (NGO´s ) waren der Einladung der niederländischen Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg und der Umweltministerin Jacqueline Cramer gefolgt. Auch die deutsche Schweinehaltung war durch ISN-Vorstandsmitglied Christian Schulze Bremer und Öffentlichkeitsreferentin Katja Ahnfeldt vertreten.


Christian Schulze Bremer, Katja Ahnfeldt

Christian Schulze Bremer, Katja Ahnfeldt

In verschiedenen Vorträgen und Workshops wurde zwei Tage über die Vorteile und Chancen aber auch über offene Fragen und Kritikpunkte diskutiert. Sowohl Erfahrungsberichte im Umgang mit der Grünen Gentechnik, etwa aus Ländern wie Spanien, Brasilien, Russland oder den USA, als auch Zukunftsperspektiven der Biotechnolgie sowie mögliche Alternativen und der GVO-Einsatz aus Sicht von Verbrauchern wurde beleuchtet.

rechts: Ministerin Gerda Verburg

rechts: Ministerin Gerda Verburg

Der Höhepunkt der 2-tägigen Konferenz war ein Runder Tisch von Ministerin Verburg, an der auch Gesandte des Kabinetts Fischer-Boel teilnahmen. Zentrale Fragen dieser Zusammenkunft waren der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und die Bewertung sogannter „sozio-ökonomischer“ Aspekte der grünen Gentechnik. Die Ministerin stellte in Ihrer Abschlussrede fest, dass es ein sehr wichtiges Ziel sei, GVO-Pflanzen im Hinblick auf diese „sozio-ökonomische“ Einflüsse zu prüfen. Vorraussetzung dafür ist zunächst jedoch die Erarbeitung von entsprechenden Bewertungskriterien, die streng wissenschaftlich basiert sein sollen und sich an den Vorgaben der WTO orientieren. Weiter stellte sie fest, dass der Umgang mit dem Anbau von GV-Pflanzen innerhalb der EU sehr unterschiedlich sei. Das Vorkommen von GVO in Lebens- und Futtermitteln müsse anders behandelt werden als der Anbau dieser Pflanzen. Die EU müsse in der Lage bleiben, nicht nur zu importieren, sondern auch selbst GV-Pflanzen zu produzieren.

v.l. David Green (USB), Christian Schulze Bremer (ISN)

v.l. David Green (USB), Christian Schulze Bremer (ISN)

Auch der Frage der "Null-Toleranz“ in der EU nicht zugelassener GVO-Futtermittel wurde bei der Konferenz Aufmerksamkeit geschenkt. Einen Durchbruch in dieser Frage gab es jedoch nicht. Julien Mousnier, ein Vertreter der EU-Kommission aus dem Kabinett Fischer-Boel, forderte einen praktikablen Umgang bezüglich Spuren von nicht zugelassenen GVO-Sorten in Futtermitteln. Insbesondere forderte er hier auch die Einbeziehung nicht von der EFSA geprüfter Sorten. Die europäischen Tierhalter seien inbesondere vom Soja aus Übersee abhängig und man müsse deshalb eine zu starke Benachteiligung der hiesigen Tierhalter vermeiden. Es wurde ersichtlich, dass weiterer Handlungsbedarf auf Seiten der EU-Kommission und der EU-Agrarminister erforderlich ist.

 



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