"Integration als moderne Form der Sklaverei? Erst die Puten, dann die Schweine?" – Kommentar von Franz Meyer zu Holte, ISN-Vorsitzender
Ein großes deutsches Geflügelschlachtunternehmen versucht derzeit, den Wettbewerb zu umgehen, indem es seine Mäster in eine so genannte Integrationspartnerschaft drängt. Ganz konform mit den modernen Einkaufsgewohnheiten sucht das betreffende Unternehmen nach einer Art
Selbstbedienungsladen. Dies jedoch nicht etwa, um seine vorzüglichen Produkte am Markt gut zu positionieren, sondern, um seine Rohstoffe möglichst günstig einzukaufen – was ja grundsätzlich erst einmal nicht verwerflich ist.
Dass aber beim Betreten des Selbsbedienungsladens Eintrittsgelder gefordert werden, kommt italienischen Verhältnissen gleich. Denn besagtes Schlachtunternehmen will in Zukunft nur noch Puten von denjenigen Erzeugern schlachten, deren Futter- und übrige Betriebsmittellieferanten vorab einen Geldbetrag X für eine bestimmte Menge Futter, Küken, etc. an das Schlachtunternehmen überwiesen haben.
Unter dem Deckmantel der so definierten Integration kassiert das Schlachtunternehmen bei den Lieferanten der Putenmäster ab. Mit den auf diesem Wege eingenommenen finanziellen Mitteln werden die Liquidität und der Einkaufspreis des Unternehmens optisch hochgehalten. Es ist ein Irrglauben zu meinen, dem Lebensmitteleinzelhandel würden diese Machenschaften verborgen bleiben.
Der Putenfleischmarkt ist aufgrund der enormen Importe und der schlechten Zahlungsbereitschaft der abnehmenden Hand ein hart umkämpfter Markt. Der sicherlich korrekteste Weg sowohl für die Putenmäster als auch für die Schlachterunternehmen wäre es, sich dem Markt zu stellen – jeder als eigenständiges Glied in der Wertschöpfungskette.
Das System
Selbstbedienungsladenist ein ausgesprochen feiger und unehrlicher Ansatz des Schlachtunternehmens, sich den Marktmechanismen zu entziehen. Dies kann außerdem höchstens vorübergehend zu einer besseren wirtschaftlichen Situation führen. Auf jeden Fall werden so wirtschaftliche Zusammenhänge absichtlich verschleiert und anstehende Aufgaben und Probleme nicht gelöst.
Das Schlachtunternehmen macht hier auf Kosten des bäuerlichen Kapitals Politik. Unterm Strich zahlen nämlich letztlich die Bauern die Zeche. Denn eins ist klar, die Futtermühlen holen sich ihr Geld bei den Erzeugern wieder. Die lassen sich nicht für andere melken.
Funktionieren kann dieses System nur, weil sich ein Flachenhals gefunden hat. Futter- und andere Betriebsmittellieferanten der Putenmäster wurden unter dem Deckmantel der Qualitätssicherung gelistet, anschließend mit Auflagen geknebelt und heute zu Kasse gebeten.










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